Was tun, wenn das Auto Öl verliert?

— 07.08.2003

Oh Schreck – ein Leck!

Eine Öl-Pfütze unter dem Auto kann teuer kommen. Oft kann aber ein Handgriff den Ärger beheben.



Augen auf bei zu viel Ölverlust

Schmierige Pfützen am Garagenboden oder eine Rüge vom TÜV-Prüfer – bei Ölverlust denkt wohl jeder sofort an teure Reparaturen. Doch was wirklich Sache ist, kann der Laie gar nicht auf den ersten Blick erkennen, dafür verlangt es ein geschultes Auge. Öl braucht jeder Motor, und die meisten jüngeren Autos sind am Antrieb (Motor, Getriebe, Differenzial) über mehrere Jahre dicht.

Doch bei Young- und Oldtimern ist die Sache schon anders: Eine Patina an der Mechanik gehört einfach dazu, geschulte Besitzer wissen damit zu leben. Früher waren Dichtungen eben noch nicht so langlebig wie heute. Weniger verständnisvoll ist der TÜV. Er vermerkt Ölverlust als Mangel im Hauptuntersuchungsprotokoll.

Selbst wenn die Plakette erteilt wird, stimmt der Eintrag beim Wiederverkauf jeden potenziellen Gebrauchtwagenkunden kritisch. Dabei sind es oft nur Kleinigkeiten, die dramatisch aussehen. Wer schon mal ein kleines Glas Wasser ausgeleert hat, konnte sehen, wie groß die entstehende Lache ist. Der vermeintlich schlimme Fleck an der Ölwanne ist am Peilstab kaum messbar und trotzdem ärgerlich.

Kleine Ursache, große Wirkung

Die große Ölwanne auf unserem Foto sieht bedrohlich aus – schwarzer Schlamm, klebrig. Auf der Hebebühne hatten wir dieses Problem binnen Minuten gelöst: Alle Schrauben der Ölwanne waren über die Jahre gelockert, immerhin läuft der Diesel des Mercedes W 123 nicht gerade vibrationsarm. Materialkosten: null.

Danach einfach eine Motorwäsche machen (lassen) und den Reparaturerfolg beobachten. Hat das Nachziehen nichts gebracht, muss die Ölwannendichtung raus. Arbeitszeit bei den meisten Motoren: etwa eine Stunde, eine neue Dichtung kostet zwischen fünf und 20 Euro. Leckende Ölfilter sind kaum anders zu beheben. Einfach mit der Hand nachziehen. Rinnt es am Filter-Flansch des Motorblocks, braucht der Mechaniker für die Reparatur auch nur eine billige Dichtung (ca. fünf Euro) und je nach Auto ungefähr eine halbe Arbeitsstunde.

Teurer wird es, wenn der Dichtring einer Welle seinem Namen nicht mehr gerecht wird. Vor allem bei älteren Fahrzeugen muss überlegt werden, ob eine Reparatur noch lohnt. Gelegentlich ist sie unbedingt erforderlich. Lässt der Kurbelwellen-Simmerring Öl in die Kupplungsglocke, rutscht die Kupplung bald durch. Der Eingriff wird teuer: Das Getriebe muss ausgebaut und die Schwungplatte abgenommen werden, sonst kommt keiner an den Dichtring. An einem Fiat Doblò JTD schraubt der Fachmann acht Stunden, um den 45-Euro-Dichtring zu tauschen.

Die größten Kleckerer beim TÜV

Moderne Autos haben meist eine Verkleidung am Unterboden, ein Leck kommt erst bei der Demontage zum Vorschein. Auch der TÜV bemerkt dann nichts, denn er führt nur eine Sichtprüfung durch. Aber ein verantwortungsvoller Mechaniker sieht bei der Wartung jedes Leck – für ihn kein Grund zur Panik, oft helfen ja schon kleine Tricks.

Jährlich nennt der AUTO BILD TÜV-Report die größten Schwachstellen unserer Autos. Grundlage für diese Statistik sind ca. sieben Millionen Hauptuntersuchungen. Diese Fahrzeuge verlieren häufig bereits nach drei Jahren Öl: Alfa Romeo 145, 146 Audi A6, A8 BMW 7er (E 38) Chrysler Voyager Citroën Saxo, Xsara Fiat Seicento, Punto (u.), Brava/Bravo, Barchetta (o.), Marea Ford Puma Hyundai Atos, Accent Jeep Grand Cherokee Kia Sephia Lancia Y Land Rover Freelander Mercedes-Benz C-Klasse, M-Klasse Nissan Patrol GR Opel Astra, Omega, Tigra Peugeot 106, 306, 406, 806 Porsche 911 Renault Laguna, Espace Saab 9-5 Seat Arosa Skoda Felicia Subaru Justy Suzuki Vitara Volvo S40/V40

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