Was wird aus Heinz-Harald Frentzen?

Was wird aus Heinz-Harald Fentzen?

Was wird aus Heinz-Harald Frentzen?

— 29.07.2002

"Nichts ist unmöglich"

Deutscher wirbt schon mit Toyota-Slogan, aber auch seine Rückkehr zu Jordan oder der Verbleib bei Arrows scheinen möglich.

Wechsel bislang nicht dementiert

Sie saßen nur weniger Meter voneinander entfernt auf zwei schwarzen Gartenstühlen unterm Zeltdach neben dem Teambus: Heinz-Harald Frentzen und Teamchef Tom Walkinshaw nähern sich wieder an. Nicht nur räumlich gesehen. Dank einer Finanzspritze ist der Rennbetrieb wohl bis zum Saisonende gesichert. Allerdings mehren sich die Anzeichen, dass der deutsche Formel-1-Pilot 2003 den mit rund 100 Millionen Euro verschuldeten britischen Rennstall verlässt und zum Team Toyota wechselt.

Stets hatte der Mönchengladbacher alle Spekulationen um seine Zukunft abgewiegelt, in Hockenheim sprach der 35-Jährige vor Journalisten ungewohnt offen über seine Pläne. "Nichts ist unmöglich", sagte der Arrows-Pilot. Ein Allgemeinplatz, den Branchenkenner allerdings zu deuten wissen: Mit dem Slogan wirbt der japanische Autobauer Toyota. Und der hat bisher einen Wechsel von Frentzen nicht dementiert.

Die Fakten, die der Konzern verbreitete, verstärkten den Eindruck einer kommenden Liaison: Es steht nicht nur das Cockpit des Schotten Allan McNish zur Disposition, sondern überraschenderweise auch der Posten seines finnischen Teamkollegen. "Für Mika Salo besteht nur eine Option", sagte der schwedische Teamchef Ove Andersson. "Wir haben noch keinen Fahrer für die nächste Saison unter Vertrag". Bis August soll eine Entscheidung fallen. Jetzt müssen die Details eines möglichen Frentzen-Transfers geklärt werden: Höhe des Gehalts, Laufzeit des Vertrages. Der Entscheidungsprozess kann länger dauern, weil die komplizierten Strukturen in der japanischen Konzernzentrale in Toyota-City keine Schnellschüsse zulassen. Die Manager aus Fernost, die die wichtigsten Entscheidungen für ihren Kölner Ableger treffen, gelten zwar als kompliziert, aber spendabel.

Arrows Zukunft scheint gesichert

Eine weitere Option verblasst gegenüber der verlockenden Offerte: eine Rückkehr zum Jordan-Team. Frentzen stand schon von 1999 bis Juli 2001 beim Mittelklasse-Team, ehe er unmittelbar vor dem Großen Preis von Deutschland nach Querelen mit dem irischen Rennstalleigner entlassen worden war. "Ich muss ja nicht mit Eddie Jordan zusammen arbeiten, sondern mit der Mannschaft, die ich für sehr fähig halte." Frentzen reizt die Aussicht, einen Boliden mit Technik-Direktor Gary Anderson und Designer Henry Durand weiter zu entwickeln. Zudem macht sich der Jordan-Hauptsponsor, die Deutsche Post, für das Comeback Frentzens stark.

Frentzen, dem zwei seiner drei Grand-Prix-Siege 1999 mit Jordan gelangen, klagt allerdings noch gegen seinen Rauswurf wegen ausstehender Gehaltszahlungen in Höhe von angeblich sechs Millionen Dollar. Einen merkwürdigen Annäherungsversuch hatte Jordan beim Großen Preis von Frankreich unternommen. In Magny-Cours sollte Frentzen den verletzten Giancarlo Fisichella ersetzen. Auch eine dritte Lösung, die Verlängerung des Vertrages bei Arrows, scheint nicht mehr ausgeschlossen, weil sich die Eigentumsverhältnisse verschieben werden. Vielmehr als die Rundenzeiten des Pleiteteams interessierte in Hockenheim das Geschacher hinter den Kulissen um den Verkauf des Teams. Craig Pollock, Manager von Ex-Weltmeister Jacques Villeneuve, wird wahrscheinlich mit dem Kanadier Stephen Bronfman das Team übernehmen.

Pollock bringt als Manager von Jacques Villeneuve und Anteilseigner von BAR die Insiderkenntnisse mit, Bronfman das Geld. Er entstammt der Whisky-Dynastie Seagram und ist einer der einflussreichsten Aktionäre beim Mischkonzern Vivendi Universal. Der Milliardär soll schon Arrows Schulden für das Leasing der Ford-Cosworth-Motoren (4,5 Millionen Dollar) getilgt haben. Die Zeichen für einen Relaunch unter kanadischer Federführung stehen günstig. Tom Walkinshaw hat sich mit Anteilseigner Morgan Grenfell über dessen Ausstieg geeinigt. Demzufolge verzichtet die Investmentbank auf einen Teil eines 20-Millionen-Dollar-Kredits. Die Deutsche-Bank-Tochter hatte versucht, mit einer Klage vor dem Londoner High Court den Verkauf zu verhindern.

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