Le-Mans-Designs im Formel-1-Look

WEC: Alonso wird Sieg geschenkt

Fittipaldi bricht sich beide Beine

Turbulenter Auftakt der Sportwagen-WM in Spa. Fernando Alonso gewinnt sein WEC-Debüt, aber mit einem faden Beigeschmack. Denn es gab zahlreiche Unfälle.
Toller Einstand für Fernando Alonso. Der Formel-1-Star gewinnt in Spa gleich sein erstes Sportwagen-WM-Rennen für Toyota. Aber es ist ein Sieg mit fadem Beigeschmack.
Denn: Toyota hat das Schwesterauto ausgebremst. Im Qualifying wurde der über 1000 PS starke Flitzer von Mike Conway, Kamui Kobayashi und José María López sogar disqualifiziert – wegen eines Formfehlers: eine falsche Identifikationsnummer am Durchflussmengenbegrenzer. Und im Rennen durfte Mike Conway in der Schlussphase Alonso nicht mehr angreifen. Der Brite war im Qualifying eine halbe Sekunde schneller als der zweimalige Formel-1-Weltmeister und rückte nach einer Safety-Car-Phase wieder dicht an Alonso auf.
Dazu kommt: Toyota ist in der Topklasse LMP1 ohne Gegner. Zwar haben sich für 2018 acht Privatautos gemeldet, aber die wurden vor dem Auftakt noch einmal ausgebremst, dürfen 14 Prozent weniger Energie und 6,9 Kilogramm weniger Benzin verbrauchen als ursprünglich gedacht. Dabei waren sie ohnehin chancenlos – und hatten ihre eigenen Probleme.

Alonso gewinnt seinen ersten WEC-Lauf in Spa

Manor zog schon vor dem Auftakt beide Ginetta-Mécachrome zurück. Der chinesische Hauptsponsor CEFC hat nicht gezahlt. Der chinesische Energiekonzern steht unter Korruptionsverdacht, es hagelte Festnahmen, es droht die Verstaatlichung. Da bleibt kein Geld mehr für den Rennsport. Die chinesische Sportförderungsbehörde TRS verspricht aber, dass in Kürze Gelder an das Manor-Team, das die Ginetta-LMP1 einsetzt, fließen soll.
Auch DragonSpeed musste den BR Engineering-Gibson zurückziehen. Pietro Fittipaldi, der Enkel des zweimaligen Formel-1-Weltmeisters Emerson Fittipaldi, brach sich bei einem brutalen Unfall in der berühmt berüchtigten Eau Rouge im Training beide Beine. Auslöser war ein Elektronikdefekt, was zum Ausfall der Servolenkung führte. Der Brasilianer krachte frontal in die Reifenstapel. Vor allem am linken Unterschenkel und Knöchel sind die Brüche kompliziert. Fittipaldi wurde sofort operiert. Acht Wochen fällt er aus – also auch beim Indy 500, wo er eigentlich 2018 erstmals dabei sein sollte.
SMP Racing verlor ebenfalls einen BR Engineering-AER in der Eau Rouge: Matevos Isaakyan crashte. André Lotterer, Neel Jani und Bruno Senna steuerten ihren Oreca-Gibson des Rebellion-Teams zwar auf Rang drei, wurden hinterher aber disqualifiziert: Die Skid-Boards der Unterbodenplatte waren nicht dick genug. Es rückte daher das Schwester-Auto mit Mathias Beche, Thomas Laurent und Gustavo Menezes auf Rang drei auf.
In der LMP2-Kategorie setzte sich das Team von Jackie Chan durch, mit Stéphane Richelmi, Ho-Pin Tung und Gabriel Aubry am Steuer.
In der GT-Pro-Klasse siegte Ford mit Stefan Mücke, Olivier Pla und Billy Johnson. Nur Porsche konnte das Tempo der Amerikaner halten. Ferrari, Aston Martin und Neueinsteiger BMW waren chancenlos. Das wird in den kommenden Wochen sicherlich nochmal für Diskussionen bezüglich der Leistungsangleichung BoP sorgen.
In der GT-Amateurklasse gewannen die Titelverteidiger Mathias Lauda, Paul Dalla Lana und Pedro Lamy für Aston Martin.

Autor: Michael Zeitler

Fotos: Hersteller

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