WEC am Nürburgring: Michelin Vorschau

WEC am Nürburgring: Michelin Vorschau

— 13.07.2017

Michelin will weiteren Saison-Höhepunkt

Nach dem immensen Erfolg bei ihrer Nürburgring-Premiere in der vergangenen Saison kehrt die FIA World Endurance Championship (WEC) am kommenden Wochenende auf den Traditionskurs zurück.

Knapp einen Monat nach dem Saison-Highlight in Le Mans verabschiedet sich die Langstrecken-Weltmeisterschaft WEC (World Endurance Championship) am kommenden Wochenende mit dem Sechsstundenrennen auf dem Nürburgring für dieses Jahr aus Europa. Michelin stattet auf dem Grand Prix-Kurs der Traditionsrennstrecke 13 der 29 teilnehmenden Fahrzeuge mit Reifen aus. Darunter befindet sich neben Vorjahressieger und Titelverteidiger Porsche mit Toyota auch das zweite Werksteam in der Königsklasse LMP1. In der GTE-Topkategorie setzen einmal mehr die Werksmannschaften von AF Corse-Ferrari, Ford und Porsche auf die Wettbewerbspneus der französischen Premiummarke.

Den Lauf zur Langstrecken-Weltmeisterschaft auf dem Nürburgring betrachten viele Teams als Heimspiel – und das liegt nicht nur an Michelin Partner Porsche, der eine innige Beziehung zu der Eifelstrecke pflegt. Der GT-Rennstall der Stuttgarter operiert sogar vom Nachbarort Meuspath aus und dürfte seine 911 RSR bei Bedarf sogar auf eigener Achse ins Fahrerlager rollen lassen. Die LMP1-Abordnung von Toyota hat seit vielen Jahren ihre Zelte in Köln-Marsdorf aufgeschlagen. Damit liegt der gut 90 Kilometer entfernte "Ring" für die japanische Marke noch näher als der Grand Prix-Kurs von Spa-Francorchamps, wo die WEC ihren zweiten Saisonlauf abgehalten hat. Auch Ford darf sich auf dem Nürburgring fast wie zu Hause fühlen: Der Weltkonzern lenkt seine europäischen Geschicke ebenfalls von Köln aus. Und nicht zu vergessen: Aston Martin betreibt am Rande der "Döttinger Höhe" ein eigenes Testzentrum, auch das verbindet ...

Traditionskurs mit vielen historischen Erfolgen für Michelin

Stätte großartiger Siege: Michelin blickt auf eine großartige Historie auf dem nunmehr 90 Jahre alten Nürburgring zurück.

Aus Sicht von Michelin stellt der Nürburgring eine wohlbekannte Größe dar – dies betrifft den 1984 eröffneten Grand Prix-Kurs ebenso wie die legendäre Nordschleife, auf der die Marke bereits 17 Mal das 24-Stunden-Rennen gewonnen hat. Geht es um die Formel 1-Strecke, kann der Reifenhersteller insbesondere tolle Sportwagen-Erfolge vorweisen. Dies beginnt mit der unvergesslichen Gruppe C, in der die Sauber-Mercedes 1988 und 1989 zum Sieg des 480-Kilometer-Rennens fuhren, und reicht über sechs Platz-1-Ergebnisse bei den zur European Le Mans-Serie zählenden 1000-Kilometer-Läufen bis zu jenem 1000-Kilometer-Rennen im Jahr 2000, bei dem der siegreiche Panoz Punkte für die American Le Mans-Meisterschaft einstrich. 2015 kehrte die WEC vor vollen Tribünen auf den Nürburgring zurück, seither trug sich der Porsche 919 Hybrid zweimal in die Ehrenliste ein.

Langstrecken-WM ist Garant für hochdramatischen Rennsport

Die WEC bietet spannenden Motorsport – in der Topkategorie LMP1 ebenso wie in der GTE Pro-Klasse.

Mit einem vollen Haus rechnen die Veranstalter in der Eifel auch in diesem Jahr. Einer der Gründe: Im Vergleich zu 2016 findet der deutsche WEC-Lauf eine Woche früher statt und liegt damit nicht mehr inmitten der Sommerferien des bevölkerungsreichen Nachbar-Bundeslands Nordrhein-Westfalen, sondern an deren Anfang. Zum Anderen hat sich längst herumgesprochen, dass die Langstrecken-WM spannende Rennen und faszinierenden Motorsport quasi garantiert – wie die 24 Stunden von Le Mans Mitte Juni einmal mehr unter Beweis gestellt haben.

Der 5,148 Kilometer lange Grand Prix-Kurs bietet hierfür ausgezeichnete Voraussetzungen. Mit je acht Links- und Rechtskurven weist er einen ausgeglichenen Mix aus rasant schnellen und technisch sehr anspruchsvollen Passagen auf. Der Asphaltbelag fordert die Pneus nicht über Gebühr, aber die Strecke fördert naturgemäß ein untersteuerndes Eigenlenkverhalten – was sich dann im Umkehrschluss wieder negativ auf die Ausdauer der Reifen auswirken kann. Hinzu kommt das  unzuverlässige Eifelwetter, das schon so mancher Rennstrategie einen feuchten Strich durch die Rechnung gemacht hat.

"Nach einem weiteren von zahlreichen Dramen gekennzeichneten 24-Stunden-Rennen fühlen wir uns mit dem 20. Le-Mans-Sieg im Gepäck bestens gerüstet für den Nürburgring. Wir wollen die erste Saisonhälfte der WEC mit einem weiteren Hoch beenden", betont Jérôme Mondain, bei Michelin zuständig für den Langstreckensport. "Auch wenn die Ausgangsposition für uns sehr vielversprechend aussieht, so gehen wir dennoch mit höchster Konzentration ans Werk und werden unseren Partnern die bestmögliche Unterstützung bieten – denn die Wahl der richtigen Laufflächenmischung könnte sich angesichts der Wettervorhersage durchaus als knifflig erweisen."

Die Reifen in der WEC müssen Ausdauerqualitäten beweisen

Auch in der LMP1 müssen die Rennreifen von Michelin zwei Stints pro Satz mit voller Leistungsfähigkeit standhalten.

Generell gilt: Die Rennwagen der Kategorien LMP1, LMP2 und GTE Pro dürfen auf dem Nürburgring in den drei Freien Trainings drei Satz Trockenpneus verwenden. Für das Qualifying und das sechsstündige Rennen stehen vier Sätze bereit – und damit auf jeden Fall zu wenig, um bei jedem Tankstopp frisches Material aufziehen zu können. In der Regel muss jeder Satz Reifen daher mindestens zwei Stints absolvieren. Hinzu kommen zwei sogenannte Joker-Reifen, die beliebig eingesetzt werden können.

Teilnehmer in der GTE Am-Klasse haben für Qualifying und Rennen sechs Sätze frei. Innerhalb dieser Kontingente darf Michelin jeweils zwei verschiedene Mischungen anbieten. Für die LMP1 finden "Medium" und "Hard" Verwendung, wobei Michelin für Porsche und Toyota jeweils maßgeschneiderte Pneus anfertigt. Jérôme Mondain: "Mit knapp über 20 Grad Celsius könnten die Asphalttemperaturen genau den Bereich erreichen, in dem sich die optimalen Arbeitsfenster beider Slicks überschneiden. Dann müssen wir vor jedem einzelnen Boxenstopp sorgfältig alle Parameter abwägen, um die optimale Reifenwahl zu treffen."

Für nasse Strecke stehen Regenpneus bereit. Bei den GTE-Rennwagen handelt es sich um den sogenannten "Drying Wet" – ein Intermediate für abtrocknende Mischbedingungen – und einen "Full Wet", wenn es richtig schüttet. In der LMP1 kommt auf lediglich feuchter Piste der profillose MICHELIN Hybrid-Reifen zum Einsatz, dem ein "Wet" und ein "Full Wet" zur Seite stehen. "Wir kennen den Nürburgring dafür, dass bei Regen schnell das Wasser auf der Straße steht, denn der Asphalt ist sehr kompakt und dicht", erläutert Mondain. "Dennoch trocknet die Strecke zügig ab."

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