Rast

WEC: Fahreranalyse

— 17.08.2016

Rast muss aufsteigen!

Eine Analyse der Zeiten der einzelnen Fahrer zeigt: In der LMP2-Klasse überragt René Rast den Rest des Feldes. Kommt die Rückkehr ins LMP1-Cockpit bei Audi?

In der Langstrecken-Weltmeisterschaft stehen vor allem die Fahrzeuge im Vordergrund. Es geht darum, ob Audi, Porsche oder Toyota das 24-Stunden-Rennen von Le Mans gewinnt, ob sich Ford gegen Ferrari behaupten kann, oder welche Fahrzeuge über die Distanz kommen. Die Fahrer werden oft vergessen – weil pro Auto immer drei, manchmal auch nur zwei von ihnen zum Einsatz kommen.

Wer aber sind die schnellsten Fahrer in der Sportwagen-WM? Der Programmierer David Heinemeier Hansson veröffentlicht für die WEC nach jedem WM-Lauf eine genaue Analyse auf seinem Twitter-Kanal. Er listet die schnellsten Rundenzeiten der einzelnen Fahrer auf, aber auch den Durchschnittswert aus einem 20-Runden-Stint. Natürlich sind die Zeiten mit Vorsicht zu genießen: Es kommt auch immer darauf an, wann welcher Fahrer unter welchen Bedingungen auf der Strecke liegt. Und mit welchem Auto er fährt.

Er ist einer der schnellsten LMP1-Fahrer: Timo Bernhard

Doch es lassen sich durchaus Tendenzen herauslesen. Beispiel Nürburgring, das letzte WEC-Rennen vor drei Wochen. In der Top-Klasse LMP1, in der Audi, Porsche und Toyota ihre rund 1000 PS starken Prototypen an den Start bringen, sind vor allem die Fahrer von Audi und Porsche vorne. Toyota hatte gerade am Nürburgring noch größere Defizite, das wirkt sich auch auf die einzelnen Rundenzeiten der Fahrer auf. Kein Toyota-Pilot schaffte es in die Top-5. Die schnellsten Runden drehten Marcel Fässler und Oliver Jarvis von Audi, sowie Timo Bernhard von Porsche. Auch Neel Jani (Porsche) ist regelmäßig bei den Schnellsten dabei.

In der GT-Pro-Klasse war Nicki Thiim der schnellste Fahrer des Wochenendes. Der Sohn von Ex-DTM-Meister Kurt Thiim hielt im Aston Martin zwei Ferrari- und zwei Ford-Chauffeure in Schach. Der schnellste Ford-Star war Harry Tricknell vor Olivier Pla, bei Ferrari führt Gianmaria Bruni vor Sam Bird die Zeitenliste an.

Am interessantesten ist die Zeitenanalyse in der LMP2-Klasse, der zweiten Prototypen-Kategorie. Zum einen, weil dort die Autos sehr eng beisammen sind und der Fahrer wirklich den Unterschied machen kann. Zum anderen, weil hier ein Lenkradakrobat herausragt: René Rast. Der Deutsche ist im erweiterten Audi-Werkskader, musste nach dem Wegfall des dritten Audi LMP1 aber in die LMP2 zurück. Und beherrscht dort mit seinem rund 500 PS starken Oreca-Nissan von G-Drive die Klasse.
René Rast im Interview: "LMP2 im Verkehr noch schwieriger."

Ex-Formel-1-Pilot Gianmaria Bruni war schnellster Ferrari-Pilot

Seine schnellste Runde war am Nürburgring gleich eine Sekunde schneller als die beste Runde des Zweitschnellsten, Stéphane Richelmi (Alpine-Nissan von Signatech). Die Durchschnittszeit aus den besten 20 Runden ist noch 0,7 Sekunden flotter als die zweitschnellste, gedreht von Nicolas Lapierre (Alpine-Nissan von Signatech). Überraschend stark war auch Ex-Formel-1-Pilot Antônio Pizzonia, der für Manor nach seinen zwei Gastauftritten 2013 erst sein drittes WEC-Rennen bestritt und trotzdem in beiden Wertungen unter den Top-5 landete.

Wie stehen die Chancen, dass Rasts Performance mit einem Comeback in die LMP1 belohnt wird? Audi-LMP1-Projektleiter Stefan Dreyer schließt gegenüber ABMS eine Rückkehr des dritten Audi 2017 aus. Damit muss Rast hoffen, dass einer der sechs Stammverträge nicht mehr verlängert wird.

Autor: Michael Zeitler

Fotos: Hersteller; picture-alliance

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