Weibliche Fahrer bei den 24h von Le Mans

WEC: Nach Le-Mans-Drama

— 12.07.2017

Neuer LMP1-Boom dank Privatiers?

Le Mans 2017 hat gezeigt: Nur fünf Werks-LMP1 erhöht die Chancen auf eine Galavorstellung von Privatteams. 2018 deutlich mehr LMP1-Autos?

Es wäre die größte Sensation beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans seit Jahrzehnten gewesen: Ein LMP2-Auto führte rund eine Stunde vor Rennende das Feld an – weil die Werks-Teams mit ihren 1000 PS starken und hunderten Millionen Euro teuren Hi-Tech-Rennwagen von technischen Problemen geplagt wurden.

Vor der Revanche auf dem Nürburgring mit dem Sechs-Stunden-Rennen am Wochenende (ab 12.30 auf Sport 1) wird klar: Die private LMP1-Klasse erlebt womöglich einen neuen Boom. Derzeit fährt mit dem Kolles-Nissan nur ein privater LMP1-Rennwagen mit. Der ist in Le Mans aber nur minimal schneller gewesen als die Prototypen aus der zweiten Klasse LMP2. Und fiel nach nur sieben Runden als erstes Fahrzeug überhaupt aus.

Kolles wird schon 2018 Konkurrenz bekommen. Das russische SMP-Team arbeitet gemeinsam mit dem ART-Rennstall (unter anderem Formel 2) und dem Chassislieferant Dallara (unter anderem Partner von Haas in der Formel 1) ebenso an einem LMP1-Prototyp wie die britische Chassisschmiede Ginetta, die kürzlich einen ersten Entwurf bereits im Williams-Windkanal getestet hat. Ein Rennwagen soll an das ehemalige Formel-1-Team Manor verkauft werden. Und Perrin soll für seinen LMP1-Flitzer ebenfalls schon einen Kunden haben.

Und nun zeigt auch das Jota-Team aus England Interesse an einem Aufstieg! Jota leitet derzeit die Einsätze von Jackie Chan Racing – dem LMP2-Überraschungsteam, das zuletzt fast in Le Mans gewonnen hätte. Teilhaber Sam Hignett gibt gegenüber dem britischen Fachmagazin Autosport zu: „Wir sind sehr interessiert. Aber wir wollen erst abwarten, ob es überhaupt eine Privatklasse geben wird. Denn bisher haben wir von vielen nur Fotos und Handschläge gesehen.“ Damit äußert der Brite Zweifel, dass alle LMP1-Privatprojekte wirklich schon 2018 umgesetzt werden.
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Jota war selbst schon einmal in der LMP1, zuletzt 2008 mit dem Lola-Judd von Charouz Racing. Damals waren noch 22 LMP1-Fahrzeuge beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans am Start, darunter viele Privat-Eigenbauten: Pescarolo-Judd, Oreca-Judd, Lola-Aston-Martin, Creation-Judd, Dome-Judd, Couragen-Mugen-Honda, Epsilon-Euskadi-Judd, Lola-Judd und Lola-AER.

Autor: Michael Zeitler

Fotos: Picture-Alliance

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