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WEC: Neuer Teampräsident kommt

Ein Zeichen für Toyota-Verbleib?

Hisatake Murata wird neuer Teampräsident der LMP1-Mannschaft von Toyota. Ist das bereits ein Zeichen für den Verbleib der Japaner in der WEC?
Es ist die spannendste Frage, die derzeit die Sportwagen-WM beschäftigt: Bleibt Toyota nach der Rückzugsankündigung von Porsche 2018 als einziges Werksteam in der LMP1-Klasse, um im 20. Anlauf endlich die 24 Stunden von Le Mans zu gewinnen? Oder zieht auch Toyota den Stecker?
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Hisatake Murata ist der neue Teampräsident von Toyota

Möglicherweise gibt es jetzt ein Anzeichen dafür, dass Toyota in der LMP1 bleibt. Denn mit Hisatake Murata hat Toyota nicht nur einen neuen Chef für die Toyota Motorsport GmbH berufen, sondern auch einen neuen Teampräsidenten für das LMP1-Team. Er folgt auf Toshio Sato, der innerhalb des Toyota-Konzerns eine neue Aufgabe bekommt. Murata ist seit 1987 für Toyota im Motorsport tätig und kommt aus dem Motoringenieursbereich. Er gilt als Kopf der 2,4-Liter-V6-Turbos von Toyota im LMP1-Prototyp. Manche sehen in der Beförderung von Murata aber auch ein Zeichen für den Ausstieg. Mit Murata bekommt jedenfalls ein bedeutendes LMP1-Teammitglied bereits einen Alternativjob, weil er nicht nur LMP1-Teampräsident ist, sondern auch Chef von Toyota Motorsport.
Allerdings: Noch ist keine definitive Entscheidung über die Zukunft von Toyota in der WEC gefallen. Das dürfte aber wohl spätestens bis zum nächsten WM-Lauf in Mexiko am 3. September der Fall sein. Was außer der Murata-Verpflichtung spricht für einen Verbleib und was dagegen?
Die Pro-Seite: Toyota will unbedingt den Sieg in Le Mans. Schon so oft waren die Japaner nah dran, dann schlug jeweils das Rennschicksal zu. Die bitterste Niederlage: Der Last-Minute-Ausfall 2016. Außerdem wurde Toyota vom Porsche-Ausstieg überrascht. Während Porsche mit der Formel E bereits eine Alternative ausgearbeitet hat, gibt es eine solche derzeit bei Toyota nicht. Das Budget für die LMP1 könnte 2018 ferner ordentlich reduziert werden, weil mit Porsche der wichtigste Gegner fehlt.
Die Contra-Seite: Was ist ein Sieg in Le Mans wert, wenn kein ernstzunehmender Konkurrent dabei ist? Teamchef Rob Leupen bestätigt: „Wir brauchen Gegner.“ Darüber hinaus steht die Zukunft der Sportwagen-WM, speziell die LMP1-Klasse, auf wackligen Beinen. Porsche steigt aus, neue Hersteller gibt es bislang nicht.

Autor: Michael Zeitler

Fotos: Hersteller; Picture-alliance

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