Rebellion

WEC: Privatteams vor dem Aus

— 10.10.2016

Rebellion steigt aus!

Das schweizer-britische Rebellion-Team wird 2017 keinen privaten LMP1-Prototypen mehr einsetzen, sondern in die LMP2-Klasse absteigen. Harter Schlag fr die LMP1-Szene.

Paukenschlag in der Sportwagen-WM: Das Rebellion-Team wird 2017 in der kleinen LMP2-Prototypenklasse starten, nicht mehr in der LMP1-Klasse. Damit schrumpft das Feld dort auf nur noch sieben Fahrzeuge zusammen je zwei Flitzer kommen von Porsche, Audi und Toyota, als letzter Privatier bleibt Kolles an Bord. Noch nicht ganz ausgeschlossen ist ein dritter Toyota und ein zweiter Kolles, zumindest fr das 24-Stunden-Rennen von Le Mans.

Rebellion-Teamchef Nick Hayden erklrt den Schritt: Die LMP2-Klasse wird 2017 signifikant schneller als jetzt und damit hnlich flott wie die private LMP1-Klasse. Wir wollen auerdem gegen mehr Gegner fahren und es sieht auch 2017 nicht nach einem greren Privat-Starterfeld in der LMP1 aus."

In der LMP2-Klasse wird es ab 2017 Einheitsmotoren von Gibson geben, die ber 600 PS leisten sollen. Zusammen mit den neuen Chassis von Dallara, Onroak (Ligier), Oreca und Riley/Multimatic werden die Zeiten wohl um mindestens vier Sekunden purzeln.

Nick Heidfelds WEC-Team steigt aus

Rebellion stieg 2009 in die LMP1-Klasse ein, als es mit Kolles, Strakka, Signature, Oreca, LNT, sowie den Eigenbauten von Le-Mans-Legende Henri Pescarolo und Ex-Formel-1-Pilot Giovanni Lavaggi noch wesentlich mehr Privatteams gab. Seither belegte Rebellion zwei Mal Rang vier in Le Mans, war in den letzten Jahren die Speerspitze der LMP1-Privatiers und verpflichtete Fahrer wie Nick Heidfeld, Daniel Abt oder Nicolas Prost.

Zunchst wurden Lola-Kundenchassis mit 6,0-Liter-V12-Motoren von Aston Martin, 5,5-Liter-V10 von Judd und 3,4-Liter-V8 von Toyota eingesetzt, seit 2014 wurden in Zusammenarbeit mit Oreca eigene Chassis gebaut, angetrieben vom V6-Twin-Turbo von AER, der sich als uerst defektanfllig erwies.

Rebellion knnte in der LMP2-Klasse nicht nur in der Sportwagen-WM fahren, sondern auch in der amerikanischen IMSA-Serie. Dort sind mit Mazda und Cadillac mindestens zwei Hersteller schon fix in der Prototypen-Klasse, die in Amerika nicht auf Gibson-Einheitsmotoren beschrnkt ist.

Kommentar von ABMS-Redakteur Michael Zeitler

Zugegeben, diese LMP1-Hybridfahrzeuge sehen spektakulr aus, haben faszinierende Technik mit 1000 PS, die zum groen Teil aus Energierckgewinnungssystemen generiert werden. Aber: Sie zerstren die LMP1-Klasse.

Die Privatteams sind das Rckgrat des Sports. Und diese verschwinden, weil sie das Wettrsten von Audi, Toyota und Porsche finanziell nicht mehr mitgehen knnen. Kolles macht 2017 zwar noch weiter, aber wie lange man gegen sich selbst fahren wird, ist fraglich. Um in der LMP1-Klasse ansatzweise konkurrenzfhig zu sein, bruchte man das Budget eines Formel-1-Mittelfeldteams. Aber wer soll dafr bezahlen? Fr eine Rennserie, die nur neun statt 21 Mal ausgetragen wird und zudem weit weniger Massen begeistert? Sogar die interessierten Hersteller Peugeot und Mazda scheuen die hohen Kosten.
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Und die Hersteller tragen ihren Teil dazu bei. Weil sie die Technik nicht an Kunden weitergeben. Penske wollte als Privatier mit einem Kunden-Porsche in Le Mans starten, aber Porsche lehnte ab. Mit der Begrndung, dass die Hybridtechnik zu komplex ist. Doch die Formel-1-Technik ist kaum weniger komplex und wird auch von Privatteams beherrscht. Die LMP1-Hersteller sollten also umdenken, um die eigene Klasse zu retten.

Autor: Michael Zeitler

Fotos: Picture-Alliance / Hersteller

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