Audi

WEC: Schluss nach 18 Jahren

— 26.10.2016

Audi steigt Ende 2016 aus!

Paukenschlag in der Sportwagen-Weltmeisterschaft: Nach 18 Jahren steigt Audi schon Ende 2016 aus dem Le-Mans-Prototypen-Sport aus.

Das sind Zahlen, die sich sehen lassen: 185 Renneinsätze, 106 Siege. Das ist die Bilanz der Audi-Le-Mans-Prototypen nach 18 Jahren. Zwei Siege können höchstens noch dazu kommen. Dann ist Schluss: Audi steigt aus der WEC aus.

„Nach 18 für Audi außergewöhnlich erfolgreichen Jahren im Prototypen-Rennsport fällt uns der Abschied extrem schwer“, sagt Audi-Motorsportchef Dr. Wolfgang Ullrich.

Grund für den Ausstieg: Inoffiziell ein notwendiger Sparkurs, offiziell eine Neuausrichtung im Rennsport. Mit Fokus auf die Formel E. „Das Rennen um die Zukunft tragen wir elektrisch aus“, sagt Vorstandsvorsitzender Rupert Stadler Stadler. „Wenn unsere Serienautos mehr und mehr elektrisch werden, müssen das unsere Motorsportwagen als technologische Speerspitze von Audi erst recht sein.“

Das DTM-Projekt von Audi bleibt unangetastet. Auch die Ausweitung des Engagements in der Rallycross-WM steht auf der Agenda. Weil auch dort eine Elektrifizierung Einzug halten soll.

Für die WEC ist der Ausstieg von Audi bitterböse: Damit sind mit Porsche und Toyota nur noch zwei Werke in der LMP1-Topkategorie vertreten. Bleibt das auf Dauer so, könnte die WEC sogar den WM-Status verlieren! Der verlangt nämlich die Teilnahme von mindestens drei Marken.

Formel E statt WEC: Audi geht neue Wege

Audis Bilanz mit den Le-Mans-Prototypen: 13 Siege bei den 24 Stunden von Le Mans und zahlreiche technische Meilensteine: Audi holte in Le Mans den ersten Sieg eines TFSI-Motors (2001), den ersten Erfolg eines Rennwagens mit TDI-Motor (2006) sowie den ersten Triumph eines Sportwagens mit Hybridantrieb (2012). Zweimal gewann Audi mit dem Hybrid-Rennwagen Audi R18 e-tron quattro die WEC. Von 2000 bis 2008 sicherte sich Audi zudem neunmal in Folge den Titel in der American Le Mans Series (ALMS), der in dieser Zeit weltweit bedeutendsten Rennserie für Le-Mans-Prototypen.

Kommentar von AUTOBILD-MOTORSPORT-Redakteur Michael Zeitler

Das war’s also. Schluss, aus, vorbei. Audi steigt aus der Sportwagen-Weltmeisterschaft aus und hinterlässt damit verbrannte Erde. Denn die WEC muss jetzt ums Überleben kämpfen.

Mit Porsche und Toyota gibt es nur noch zwei Marken. Und die Privatszene ist so gut wie tot. Rebellion hat den Ausstieg schon verkündet, Kolles hält als letztes LMP1-Privatteam noch ein Fünkchen Hoffnung auf ein Fortbestehen aufrecht.

In einem Interview mit dem WEC-Promoter Gérard Neveu, das in Kürze in voller Länge erscheinen wird, war die Rede von zwei Herstellern, die Interesse zeigen, mit einem LMP1-Prototyp in die WEC einzusteigen. Am konkretesten sind offenbar die Pläne von Peugeot. Möglicherweise wird 2018 das private Welter-Team mit einem Peugeot-Antrieb vorgeschickt, um einen Werkseinstieg vorzubereiten.

Doch noch zögert Peugeot – weil die Kosten in der WEC um ein Vielfaches zu hoch sind. Daran muss sich schleunigst etwas ändern, sonst könnte es zumindest mit der LMP1-Kategorie in der WEC vorbei sind.


Und dann? Die GT-Rennwagen zur Nummer eins zu machen wäre keine neue Idee. Aber sie käme einer Revolution gleich: Derzeit sind sogar die LMP2-Prototypen schneller...

Autor: Michael Zeitler

Fotos: Hersteller; Picture-alliance

Diesen Beitrag empfehlen

Kommentare

Datenschutz

Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen

comments powered by Disqus
Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.