Wechsel an der Volkswagen-Spitze

Wechsel an der Volkswagen-Spitze

— 08.11.2006

Pischetsrieder geht

Bernd Pischetsrieder verlässt Ende 2006 den Volkswagen-Konzern. Nachfolger soll der aktuelle Audi-Chef Martin Winterkorn werden.

Volkswagen-Chef Bernd Pischetsrieder verlässt den Wolfsburger Autokonzern zum 31. Dezember 2006. Das teilte Volkswagen in einer Pflichtmitteilung für die Börse mit. Das Präsidium des Aufsichtsrats und Pischetsrieder hätten sich einvernehmlich über sein Ausscheiden verständigt, hieß es weiter. Nachfolger soll Audi-Chef Martin Winterkorn werden. Über dessen Bestellung entscheidet der Aufsichtsrat am 17. November. Winterkorn ist seit dem 1. März 2002 Audi-Vorstandschef.

Pischetsrieder hatte den Vorstandsvorsitz im April 2002 von Ferdinand Piëch übernommen. Der Vertrag von Pischetsrieder war erst im Mai verlängert worden. Der scheidende VW-Chef ist seit Juli 2000 Vorstandsmitglied bei VW. Zuvor hatte er den Münchener Autokonzern BMW geleitet, wo er nach dem missglückten Engagement beim britischen Hersteller Rover ausgeschieden war.

Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff, dessen Land bei VW Großaktionär ist, würdigte die "erfolgreiche Führung" der AG durch Pischetsrieder. Die Landesregierung wünsche seinem geplanten Nachfolger Winterkorn vorbehaltlich dessen Berufung viel Erfolg. "VW ist auf einem guten Weg, der konsequent weiter beschritten werden muss", sagte der CDU-Politiker.

In den vergangenen Monaten hat sich Europas größter Autokonzern aus dem Sumpf um Schmiergelder und Sexpartys herausgekämpft, doch VW steckt mitten in der Sanierung. Die Kernmarke befindet sich immer noch in der Krise. Tausende Stellen im Inland sind in Frage gestellt. Der Autokonzern ist außerdem in einen Übernahmestreit um den schwedischen LKW-Hersteller Scania verwickelt, dessen Großaktionär VW ist.

Die Kosten der Sanierung hatten dem VW-Konzern das Ergebnis im dritten Quartal belastet. Der Nettogewinn brach um 92 Prozent auf 23 Millionen Euro ein. Auslöser sind unter anderem Aufwendungen von rund 700 Millionen Euro für Abfindungen und den neuen Tarifvertrag, wie der Konzern mitteilte. Ohne diese Effekte steht VW wieder besser da. Das Ergebnis vor Sondereinflüssen stieg um fast 90 Prozent auf knapp eine Milliarde Euro. Von Januar bis September 2006 konnte VW Absatz und Umsatz deutlich steigern.

In den ersten neun Monaten 2006 waren die Auslieferungen an die Kunden weltweit um 10,3 Prozent auf 4,3 Millionen Fahrzeuge gestiegen. Auch in den zuletzt problematischen Märkten USA und China gab es Zuwächse von 10,2 und 28,7 Prozent. VW hatte in den verschiedenen Märkten mehrere Modelle neu herausgebracht, wie etwa Passat und Jetta in den USA oder das Eos-Cabrio in Europa. Für den russischen Markt hatte der jetzt scheidende VW-Chef Pischetsrieder vor Baubeginn des ersten Volkswagen-Werks in Russland ein neues Modell angekündigt. Der "Russen-VW" soll 2009 in Produktion gehen.

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