Wege aus der Sprit-Preis-Krise (1.Teil)

Auswege aus der Sprit-Preis-Krise Auswege aus der Sprit-Preis-Krise

Wege aus der Sprit-Preis-Krise (1.Teil)

— 23.03.2002

Wir wollen sparen!

Der Spritpreis geht immer weiter rauf - also muss der Verbrauch runter. Schon kleine Tricks haben große Wirkung.

AUTO BILDs Sprit-Sparschule

Zwei Mark und zehn Pfennig für einen Liter Super! Wucher. Aber kein Einzelfall, sondern der normale Preiswahnsinn dieser Wochen. Doch so ganz ohnmächtig sind wir den hohen Preisen nicht ausgeliefert. Nur eines steht felsenfest: Jammern, den Ölscheichs und der Regierung den schwarzen Peter zuschieben hilft nicht. Handeln ist das Gebot. Unser Motto der nächsten Wochen: Wir wollen sparen!

Deshalb eröffnen wir in AUTO BILD eine Spritspar-Schule. In der wir alles vormachen. In drei Stufen gewöhnen wir unserem Mercedes 190 E (Durchschnittsverbrauch 10,6 l/100 km) - Stammlesern bestens als "Mein erster Mercedes" - bekannt, das Saufen ab. Wer mitmacht, kann auch sein eigenes Auto auf Diät setzen und richtig Geld sparen.

Erster Teil: einfache, aber wirksame Tricks. Jeder Laie kann sie in wenigen Minuten an der Tankstelle nachvollziehen. Im zweiten Teil bekommt der alte Herr im weißen Blech technischen Feinschliff verpasst. Eine Motorinspektion und neue Reifen lassen ihn an mancher Zapfsäule vorbeirollen. In Stufe drei wird es dann extrem. Für die Hardliner unter den Spritsparern werden wir den 190 E bis aufs Blech strippen, das maximale Sparpotenzial aus dem alten Eisen herausholen. Lassen Sie sich überraschen ... Bevor wir mit dem Sparen beginnen, etwas Theorie: Der Verbrauch eines Autos wird vor allem von folgenden Faktoren bestimmt: Motor/Getriebe, Gewicht, Luft- und Rollwiderstand, Fahrweise. Auf geht's.

Sparen beginnt im Kofferraum

Zugegeben: Diese These klingt auf den ersten Blick abenteuerlich. Aber schauen Sie doch mal wieder in Ihr Wagenheck rein. Wir haben das getan. Und jede Menge unnützes Zeug gefunden: Spritkanister, Limo-Kiste, alte Zeitungen und mehr belasteten unseren durstigen Baby-Benz. Ein Einzelfall? Von wegen. Fast jeder fährt irgendwelchen Ballast durch die Gegend. Merke: 100 Kilogramm Mehrgewicht erhöhen den Verbrauch bis zu einem halben Liter. Also: Raus mit dem Zeug. Und wer schon dabei ist, kann das Reserverad gleich mit entsorgen. Ober wann haben Sie es zum letzten Mal gebraucht? Ein Pannenspray als Ersatz im Handschuhfach reicht zur Not aus (15 Mark). Denn das funktioniert sehr gut.

Erstes Zwischenergebnis: Aus unserem 190er zerrten wir insgesamt 60 Kilogramm. Gelobt sei, was hart macht - denn es spart ... Natürlich wollen die Autohersteller möglichst weiche Reifen. Weil sie schön komfortabel mitfedern. Aber ihre heftige Walkarbeit kostet Sprit. Also - rauf mit dem Luftdruck. Faustformel: Der höchste in der Bedienungsanleitung angegebene Wert, plus 0,3 bar, ist optimal zum Sparen. Bei unserem Baby-Benz vorn 2,8, hinten 3,0 bar. Keine Angst, den Reifen macht das nichts, die Aufstandsfläche bleibt erhalten.

Glatte Typen rutschen leichter durch den Wind ... Wer schon einmal bei 130 km/h die Hand aus dem Fenster gehalten hat, weiß, mit welcher Kraft der Wind bläst. Ergo: Dachträger, Fahrrad-Gestelle am Heck oder Zierteile verderben den cW-Wert. Runter vom Auto damit. Unseren 190er bremsten die alten Windabweiser an den Seitenfenstern. Sie wurden abmontiert. Der Erfolg von zehn Minuten Arbeit: über ein Liter Verbrauch weniger ...

Kleiner Aufwand, große Wirkung

Die Mühe lohnt sich also. Minimaler Einsatz, maximaler Sparerfolg. Vor unserer Entrümplungs-Aktion schluckte der Baby-Benz 10,60 Liter Super auf 100 Kilometer. Jetzt sind es nur noch 9,44. Bei ganz normaler Fahrweise. Und das heißt zügig, aber nicht sportlich. Wer dann noch richtig sparbewußt fährt, der holt nochmal einiges raus.

Bewußt bedeutet: • Sofort nach dem Motorstart losfahren. Also vorher (!) anschnallen, Sitze und Spiegel einstellen • Mit Vollgas beschleunigen, sonst Gaspedal nur streicheln • Mit niedrigen Drehzahlen rollen. Also: früh hoch-, spät runterschalten, immer unter 2000 U/min bleiben. Moderne Motoren vertragen Beschleunigen bereits knapp über Leerlaufdrehzahl • Vorausschauend fahren. Heißt: vor roten Ampeln und Staus langsam ausrollen lassen • Gleichmäßig fahren ist ebenso schnell wie hektisches Beschleunigen und Bremsen, aber viel sparsamer • Motor aus bei Ampelstopps • Möglichst wenig elektrische Verbraucher einschalten • Nie mit Höchstgeschwindigkeit fahren.

Wer sich an diese Tipps hält, kann bis zu 30% Sprit sparen. Bei unserem Baby-Benz hieß das Ergebnis auf 100 Kilometer: aus 10,6 l (Ausgangswert) wurden 9,44 l nach der Entrümpelungsaktion und 8,04 l durch unsere Spritsparweise. Bedeutet in Mark und Pfennig bei 15.000 Kilometer im Jahr: 3339 Mark Spritkosten schmelzen zu 2974 oder sogar 2533 Mark zusammen. Das sind bis zu 25 Prozent Ersparnis - aus dem Nichts. Ohne Werkstatt. Ohne High-Tech. Und das haben wir selber nicht geglaubt.

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