Entlassungen bei Karmann

Weitere Entlassungen bei Karmann

— 16.10.2009

Kein Land in Sicht

Der insolvente Cabrio-Bauer Karmann muss weitere Mitarbeiter entlassen. Weil Aufträge fehlen, sollen noch im Oktober 800 der verbliebenen 1500 Stellen abgebaut werden.

(dpa/sb) Beim insolventen Cabriospezialisten Karmann drohen neue Entlassungen. Wegen der schlechten Auftragslage werde Insolvenzverwalter Ottmar Hermann wahrscheinlich nicht um die Schließung von Unternehmenssparten herumkommen, sagte sein Sprecher nach einer Gläubigerversammlung. Wie viele Jobs wegfallen, müsse noch mit der Arbeitnehmerseite verhandelt werden. Nach Informationen der "Neuen Osnabrücker Zeitung" müssen 800 von derzeit noch rund 1500 Beschäftigten mit ihrer Entlassung rechnen. Die Kündigungen drohten noch im Oktober, schreibt die Zeitung (16. Oktober 2009) unter Berufung auf beteiligte Kreise. Unterdessen werde weiter über den Verkauf von Sparten verhandelt, so der Sprecher des Insolvenzverwalters. Für den Verdeckbau gebe es zwei Interessenten, für das Segment technische Entwicklung habe sich ein potenzieller Investor gemeldet.

Chance für den Verdeckbau

Zumindest für den Verdeckbau gebe es "sehr intensive Gespräche", aber noch keine Verhandlungsergebnisse, sagte der Sprecher. Unter anderem müssten kartell- und arbeitsrechtliche Fragen geklärt werden. Auch die nicht insolvente Besitzgesellschaft von Karmann müsse an den Verkaufsverhandlungen beteiligt werden. Der Besitzgesellschaft gehören die Immobilien und die Maschinen des Unternehmens. In der vergangenen Woche war bekanntgeworden, dass der österreichisch-kanadische Zulieferer Magna und der spanische Autozulieferer CIE Automotive am Kauf der Verdecksparte interessiert sind. Die deutsche Magna-Tochter CTS verhandelt über das Segment mit
rund 350 Mitarbeitern.

Kampf um neue Aufträge

Das letzte Auto war bei Karmann Ende Juni 2009 vom Band gelaufen. Die Schließung der Fahrzeugfertigung war bereits lange vor dem Insolvenzantrag im April beschlossen worden. Die alte Geschäftsführung hatte damals auch den Verkauf beziehungsweise eine deutliche Verkleinerung des Metall-Segments angekündigt. Der Betriebsrat hatte jedoch eine Fortführung der Sparte durchsetzen können. Der Sprecher betonte, der Insolvenzverwalter bemühe sich weiter um Aufträge und verhandele mit allen großen Autokonzernen. Allerdings werde die finanzielle Lage des Unternehmens zunehmend schwieriger.

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