Kampfpanzer Panther bei Kiel geborgen

Weltkriegspanzer bei Kiel geborgen

— 06.07.2015

Kampfpanzer im Nobelort

Einen schier unglaublichen Fund haben Behörden im Ostseebad Heikendorf bei Kiel gemacht: In der Kellergarage einer Villa lagerte ein Kampfpanzer. Die Bergung gestaltete sich schwierig.

(dpa/cj) Die komplizierte Bergung eines Weltkriegspanzers und eines 8,8-Zentimeter-Flakgeschützes aus der Kellergarage eines Sammlers im Ostseebad Heikendorf bei Kiel hat der Bundeswehr einiges abverlangt: Rund neun Stunden brauchten knapp 20 Soldaten am am 2. Juli 2015 allein, um den Panzer vom Typ Panther aus dem Haus zu holen und auf einen Tieflader zu schieben. Möglich wurde dies nur durch zwei Bergepanzer mit reichlich Zugkraft, zuvor eigens gebauten Holzrampen und schweißtreibender Millimeterarbeit bei hochsommerlichen Temperaturen.

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Der Panzer stand in einer unterirdischen Halle, die aus mehreren Ebenen bestehen soll. Den laut Bundeswehr knapp 40 Tonnen schweren Panzer ohne Ketten hatten Ermittler am Vortag bei einer Durchsuchung in der Kellergarage des Sammlers entdeckt. "Wir haben Schwierigkeiten, ihn um die Kurve zu kriegen", sagte Bundeswehr-Sprecher Ulrich Burchardi am Rande der Arbeiten. "Der Knackpunkt ist, dass wir Zugkraft einsetzen müssen." Das sei zum Teil Millimeterarbeit. Erst am Donnerstagabend schob ein Bergepanzer den Panther schließlich auf einen Tieflader. Mit ihm wurde er zum Truppenübungsplatz Putlos gebracht.

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Auch ein 8,8-Zentimeter-Flakgeschütz fand sich in der Garage des 78-Jährigen.

Die Kieler Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den 78 Jahre alten Besitzer des Panzers wegen eines möglichen Verstoßes gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz. Rechtsanwalt Peter Gramsch bezeichnete den Einsatz als unverhältnismäßig. Der Panzer sei "demilitarisiert". Es gebe eine Bescheinigung des Kreises Plön vom 31. Oktober 2005, wonach der Panzer seine Kriegswaffeneigenschaft verloren habe. Er wolle nun rechtliche Schritte gegen die Beschlagnahmung einleiten und auch Schadenersatz für seinen Mandanten fordern wegen einer möglichen Beschädigung des Panzers und des Privatwegs vor der Villa. In der Nacht stellten die Einsatzkräfte schließlich auch noch ein 8,8-Zentimeter Flakgeschütz sicher. Laut Rechtsanwalt Gramsch war auch dieses demilitarisiert.

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Der Weltkriegspanzer stand offenbar schon seit Jahren in dem Nobelviertel im Keller des 78-Jährigen. Laut Heikendorfs Bürgermeister Alexander Orth war der Panzer nicht der einzige Grund für den Polizeieinsatz. Bereits am Mittwoch hatten Ermittler Waffen und auch einen Torpedo sichergestellt. Bürgermeister Orth meinte: "Ich habe dieses für einen Spleen eines älteren Herrn gehalten. Es sieht so aus, als ob es deutlich mehr ist." Der Heikendorfer soll in seinen Garten auch Kunst aus der NS-Zeit gestellt haben. In diesem Zusammenhang war er im Zuge von Ermittlungen nach wieder aufgetauchter Nazi-Kunst ins Visier der Beamten geraten. Es ging um eine Statue mit dem Titel "Die Wehrmacht" von Arno Breker, die im Garten des Mannes steht. "Das ist aber eine Kopie", sagte Rechtsanwalt Gramsch.

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