Wendelin Wiedeking, Vorstandsvorsitzender der Porsche AG

Wendelin Wiedeking ausspioniert?

— 28.04.2008

Lauschangriff auf Porsche-Chef

Im Wolfsburger Hotelzimmer des Porsche-Vorstands Wendelin Wiedeking wurde ein eingeschaltetes Babyfon gefunden. Besonders brisant: Das Hotel liegt mitten in der Autostadt von VW.

Es könnte das Drehbuch für den neuen "James Bond" sein, ist aber ein echter Wirtschaftskrimi aus Deutschland: Porsche-Chef Wendelin Wiedeking sollte belauscht werden – mit einem Babyfon. Porsche erstattete Anzeige gegen Unbekannt, die Staatsanwaltschaft Braunschweig ermittelt. Es geht um den Tag vor der Aufsichtsratssitzung am 16. November 2007 in Wolfsburg. Tatort: das Luxus-Hotel "Ritz-Carlton" auf dem Konzerngelände. Der Porsche-Chef ließ seine Suite, so berichtet der "Spiegel", vor Bezug von einer eigens beauftragten Sicherheitsfirma untersuchen. Hinter dem Sofa hätten die Experten dann das eingeschaltete Babyfon entdeckt.

Bei VW tobt derzeit ein Machtkampf: Großaktionär Porsche will die Mehrheit übernehmen, streitet mit dem VW-Betriebsrat und dem Land Niedersachsen um Einfluss. Hinweise, wer das Babyfon in Wiedekings Suite versteckt hat, gibt es bisher nicht. VW betonte, der Konzern habe nichts mit einem eventuellen Lauschangriff zu tun und erstattete ebenfalls Anzeige gegen Unbekannt. Der Verdacht, eine Familie habe zuvor in Wiedekings Suite übernachtet und das Babyfon dort vergessen, erhärtete sich nicht. Über mehrere Wochen wohnte hier keine Familie. Das Babyfon war zudem auf Sendung. Mit einem entsprechenden Empfangsteil hätte man also die Gespräche des Porsche-Chefs belauschen können. Der Autobauer gehe von einem gezielten Abhörversuch aus.

Laut Medien-Berichten ist es nicht der erste Spionagefall bei Porsche und VW: Telefonate des Porsche-Betriebsratschefs Uwe Hück von seinem Büro in Zuffenhausen aus sollen laut "Focus" abgehört worden sein. Hücks Büro erhält jetzt neue Fensterscheiben und verstärkte Wände. In der Wohnung des damaligen VW-Markenvorstands Wolfgang Bernhard hatte eine von ihm beauftragte Detektei eine Wanze gefunden – die Batterie war bereits halb leer. Der Sprecher der niedersächsischen Landesregierung, Olaf Glaeseker, zu BILD am SONNTAG: "Es handelt sich um sehr schwerwiegende Vorwürfe, Behauptungen und offenbar Erkenntnisse. Die Landesregierung erwartet eine rückhaltlose Aufklärung der Vorgänge.

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