Rabatte

Weniger Nachlass beim Autokauf

— 09.04.2008

Ende der Rabattschlacht?

Der Pkw-Markt erholt sich langsam, und der Handel reagiert offensichtlich. Die riesigen Rabatte des vergangenen Jahres scheinen ein Ende zu haben. Für die Kunden bedeutet das: jetzt zuschlagen!

Die Autoindustrie wittert auf dem deutschen Markt Frühlingsluft. Nach dem Mehrwertsteuerschock 2007 legt der Absatz seit Jahresbeginn wieder zu und soll im laufenden Jahr leicht auf 3,2 Millionen Autos wachsen. Wenn der Leidensdruck von Herstellern und Händlern abnimmt, gehen in der Regel auch die Rabatte beim Autokauf zurück. Nach Untersuchungen von Autohändlern und Experten sind die Preisnachlässe seit Jahresbeginn bereits gesunken. Die Zeiten der Rabattschlachten beim Autokauf könnten sich dem Ende zuneigen. "Der gekaufte Markt des Autojahres 2007 war ein Beispiel für kollektiven Wahnsinn", sagt Robert Rademacher, Präsident des Zentralverbands Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK), der die meisten Händler in Deutschland vertritt. Im vergangenen Jahr hätten zwei Drittel der 20.000 Autohäuser in Deutschland wegen der Absatzflaute und der um sich greifenden Rabattschlacht rote Zahlen geschrieben. 450 Betriebe gaben ganz auf.

Rabattniveau sank im Jahresvergleich um drei Prozentpunkte auf elf Prozent

Vor allem die Privatkäufer seien ausgeblieben, nachdem die Mehrwertsteuererhöhung ein Auto im Schnitt um 700 Euro verteuerte. Nun schöpfen die Händler Hoffnung: Seit Jahresbeginn sei der Privatkundenanteil wieder leicht von 38 auf 39,3 Prozent gestiegen – der Rest sind Firmenwagen. Laut Berechnung des ZDK ist das Rabattniveau im März im Jahresvergleich um drei Prozentpunkte auf elf Prozent gesunken. Die Palette der Rabatte ist nach wie vor breit und reicht von Leasing ohne Leasing-Rate über Komplett-Angebote inklusive Wartung und Versicherung bis hin zu üppig ausgestatteten Sondermodellen. Sparen können Autokäufer auch bei den sogenannten jungen Gebrauchten, die kurzzeitig von Herstellern, Händlern oder Autovermietungen zugelassen wurden. Den höchsten Nachlass bietet laut dem Institut Center Automotive Research (CAR) derzeit mit fast 35 Prozent der japanische Hersteller Honda mit einer Kombination von Leasing und Sondermodell. Aber auch beim französischen Autobauer Citroën müssten Käufer mit der "Grünen Welle für Alle" fast ein Drittel weniger als den Listenpreis zahlen. Der Kompaktwagenhersteller VW bietet eine Golf-Auslaufkampagne.

"Volkswagen kauft sich immer noch über Rabatte brutal Marktanteile", kritisiert Christoph Stürmer vom Prognoseinstitut Global Insight. Aber der Automarkt bleibt schwach. Im ersten Quartal wurden zwar drei Prozent mehr Wagen verkauft als im schlechten Vorjahresquartal – aber das waren immer noch neun Prozent weniger als im ersten Quartal 2006. "Auch wenn sich der Privat-Automarkt erholt, wird er nicht mehr das Niveau der Vorjahre erreichen", sagt die Geschäftsführerin des Marktforschungsinstitutes Dataforce, Angela Böhm, voraus. Allein schon aus demografischen Gründen sei dies nicht möglich. Zudem halte angesichts der Klimadebatte und der Diskussion um die Neuregelung der Kfz-Steuer, die von 2009 an nach Schadstoffausstoß und nicht mehr nach Hubraum gestaffelt sein soll, die Verunsicherung der Verbraucher an.

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