Tankstellensterben

Weniger Tankstellen

— 04.02.2008

Landflucht der Zapfsäulen

In Deutschland gibt es immer weniger Tankstellen. Im Jahr 2007 machten weitere 130 Standorte dicht. Besonders die Landbevölkerung muss längere Wege in Kauf nehmen, um aufzutanken.

Autofahrer können in Deutschland an immer weniger Stationen auftanken. Das Tankstellensterben hat sich auch im vergangenen Jahr fortgesetzt, es ist aber langsamer ausgefallen als in den Vorjahren. Ende 2007 gab es in Deutschland rund 130 Stationen weniger als noch zum Jahresanfang. Nach einer neuen Marktanalyse des Hamburger Energie Informationsdienstes (EID) lag die Gesamtzahl zum Jahresende bei noch 14.902 Tankstellen. Darin sind auch die 375 Autobahntankstellen enthalten. Der größere Teil des Rückgangs fiel dabei in die zweite Jahreshälfte 2007. Hauptgrund dafür ist, dass die Ölkonzerne ihre Tankstellennetze seit Jahren optimieren. Sie nehmen kleinere Stationen aus dem Netz und setzen auf große Tankstellen mit durchschnittlich vier Millionen Litern Jahresabsatz. Auch bei den Mittelständlern, die rund ein Fünftel des deutschen Tankstellenmarktes beherrschen, geht der Trend in diese Richtung. Zu spüren bekommen dies die Autofahrer vor allem auf dem flachen Land. Dort geben immer mehr Tankstellenpächter auf.

Tankstellensterben verlangsamt sich

"Die Zahl der Tankstellen geht jetzt aber langsamer zurück als früher", sagte Heino Elfert, Herausgeber des renommierten "EID". In den vergangenen fünf Jahren haben rund 1100 Stationen ihr Geschäft geschlossen. Ein Grund dafür, dass sich das Tempo verlangsamt, liegt in dem wieder besseren Verdienst der Ölfirmen. "Die Ölbranche hat 2007 zufriedenstellend verdient. Mancher Ölkonzern sieht daher kaum noch einen Grund, weitere Stationen zu schließen", sagte Elfert. Dazu passt diese Zahl vom Marktführer Aral: Die Marke will in diesem Jahr lediglich noch etwa zehn Stationen dichtmachen. Nach der Analyse des "EID" betreibt die BP-Tochter Aral mit 2275 Tankstellen das größte Netz in Deutschland. Damit kommt Aral auf einen Marktanteil im Absatz von 23 Prozent. Dahinter folgt Shell mit 2156 Stationen. "EID"-Chef Elfert hat auch für Shell einen Marktanteil von 23 Prozent ausgerechnet. Anders sieht es dagegen Aral: Der Konzern nennt 22,5 Prozent für den Erzrivalen Shell. Noch gibt es keine Begründung für den Unterschied.

Jet besonders effizient

Auf Rang drei kommt der Bund freier Tankstellen (Marken wie BfT) mit 1659 Tankstellen und einem Markanteil von 9,5 Prozent. Auf den Plätzen folgen die Billigmarke Jet bei gleichem Marktanteil wie der BfT und 725 Stationen. Dies zeigt, wie effizient Jet-Tankstellen arbeiten: Mit weniger als der Hälfte der Tankstellen erreicht Jet den gleichen Absatz an Benzin und Diesel wie die freien Anbieter des BfT. Seit Jahren gilt Jet, die Tochterfirma des amerikanischen Ölkonzerns Conoco, als Vorbild in der Branche, wenn es um hohen Absatz bei gleichzeitig geringen Kosten geht. Auf den Rängen danach liegen Esso/Exxon (1150 Stationen) und die französische Total (981) mit jeweils 8,5 Prozent Marktanteil. Dahinter rangieren Avia, Agip, Orlen und OMV. Sie haben einen Marktanteil zwischen 3,5 Prozent und fünf Prozent beim Absatz.
Die größten Tankstellenbetreiber
Aral 2275
Shell 2156
bft 1659
Esso 1150
Total 981
Avia 794
Jet 725
Eni 651
Orlen 516
OMV 396

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