Werbertafel als Unfallrisiko

Werbertafel als Unfallrisiko Werbertafel als Unfallrisiko

Werbung als Unfallfalle

— 03.08.2012

Riskante Reklame

Große Werbetafeln spülen viel Geld in die Kassen von Städten und Gemeinden. Doch manchmal behindern sie die Sicht und werden zur echten Gefahr im Verkehr.

Auf den Schuldenbergen von Städten, Kommunen und Gemeinden wächst was. Reklametafeln, riesengroß. An Bushaltestellen, Hauswänden – und am Straßenrand. Denn das bringt Geld: Eine Woche Werbung auf 203 Tafeln in Berlin – jede neun Quadratmeter groß – kostet rund 100.000 Euro. Doch mit der Werbung an der Straße steigt auch das Unfallrisiko. Natürlich ist das Aufstellen der Werbetafeln gesetzlich geregelt. In Köln prüft die Verwaltung mindestens sechs Wochen, ehe eine neue Tafel an einer großen Kreuzung stehen darf. In Hamburg entscheiden das jeweilige Bezirksamt, das zuständige Polizeikommissariat und die Verkehrsdirektion, in einigen Fällen sogar das Grünflächenamt, der Stadtbildpfleger und das Denkmalschutzamt. Dennoch hat der Autofahrer und damit die Sicherheit im Straßenverkehr vielerorts das Nachsehen. Denn allein in wenigen Kilometern Umkreis um die AUTO BILD-Redaktion finden sich viele Beispiele für Werbeflächen, die trotz vorschriftsmäßiger Genehmigung schlicht die Sicht rauben.

Sicherheit: Diese Weste rettet Leben

Carsten Willms vom ADAC Hansa in Hamburg: "Wir bekommen regelmäßig Beschwerden unserer Mitglieder."

So rauscht auf der viel befahrenen Hammer Landstraße in Hamburg der Verkehr mit 65 bis 70 Sachen vorbei, dennoch steht dort eine Werbetafel so ungünstig, dass sie Autofahrern, die von der nahen Total-Tankstelle einbiegen wollen, die Sicht nimmt. "Wir bekommen regelmäßig Beschwerden", sagt Carsten Willms vom ADAC Hansa in Hamburg. Werbung statt Weitblick – ein Dauerthema. Wer in Reinbek (Schleswig-Holstein) von der Königsberger Straße auf die Möllner Landstraße abbiegen will, sieht auf der rechten Seite statt des Querverkehrs erst einmal eine Vodafone- oder Axe-Reklame. Autofahrer müssen sich vorsichtig in die Kreuzung hineintasten. Ebenfalls sichtbehindernd und darum gefährlich wurde eine Werbetafel an der Ecke Schützenstraße/Schönningstedter Straße platziert. Hier können Autofahrer, die in die Vorfahrtsstraße einbiegen wollen, nur hoffen, dass die anderen Verkehrsteilnehmer aufmerksam und nicht zu schnell sind. Mit gutem Beispiel voran geht dagegen der Berliner Bezirk Mitte: Dort sind Werbeträger am rechten Straßenrand grundsätzlich nicht erlaubt.

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