Montage: Werbung im Auto

Werbung übers Navi

— 14.02.2014

Kommerz im Cockpit

Ob im Kino, TV oder Internet: Werbung ist längst allgegenwärtig. Bald könnte der Kommerz über das Navigationsgerät auch im Auto Einzug halten. BMW ist bei der Entwicklung am weitesten.

Heute schon drüber nachgedacht, wo Sie beim Essen ein Schnäpp­chen machen können? Oder beim Tanken? Falls nicht: Ihr Auto wird Sie künftig daran erinnern. Kam die Werbung bisher nur auf dem Umweg über Plakate oder das Radio ins Cockpit, soll sie den Fahrer künftig direkt erreichen. Gleich meh­rere Hersteller arbeiten daran, das Na­vigationsgerät so aufzurüsten, dass es künftig ortsabhängige Werbung anzei­gen kann, geschaltet von Firmen, die entlang der geplanten Route liegen. Vorbild, wie so oft: die Mobilfunkbran­che, deren moderne Handys das be­reits beherrschen.

Kaffee kostenlos zum Brötchen?

Auf das Auto angewendet bedeutet das: Statt wie bisher etwa einfach die Lage von Tankstellen anzuzeigen, soll das Navigationsgerät bald auf deren Besonderheiten hinweisen – wo es ge­rade Mengenrabatt auf Benzin gibt, oder Kaffee kostenlos beim Brötchen-Kauf. Vielleicht auch nur, welche Zapf­stelle bei einer Kundenumfrage zuletzt mit "sehr gut" bewertet worden ist.

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BMW hält mobile Werbung für machbar

Am weitesten ist BMW. Die Firma positioniert sich schon länger als Vor­reiter in Sachen Elektrik, Elektronik und Vernetzung und hält mobile Werbung inzwischen für machbar. Ein mit der Softwarefirma SAP gestar­tetes Forschungsprojekt unter dem Schlagwort "Virtueller Marktplatz der Zukunft" ist abgeschlossen. Die Tech­nik kann in Serie gehen, verhandelt wird nur noch, was BMW mit ihr an­fangen will. "Ein Geschäftsmodell be­findet sich derzeit in Arbeit", antwor­tet der Autohersteller auf die Frage, was er von der Reklame haben wird.

Technik abschaltbar?

Details zum mutmaßlich ersten Marktschreier im Auto sind deshalb noch knapp. In einer Stellungnahme deutet BMW zwar an, dass die Technik abschaltbar sein wird. Genaues bleibt aber mit Verweis auf die Prototypen­phase offen. Die Werksfahrer des Test-7er durften zumindest wählen, wenn sie zum Beispiel nichts außer Park­platzwerbung für den Zielort sehen wollten. Auch das Interessenprofil des Fahrers, an das die Werbung ange­passt sein soll, erstellt das Auto nach derzeitiger Planung angeblich nicht selbst. Computer und Handys sind hier inzwischen aggressiver.

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Aber das wird wohl noch kommen, bei BMW oder der Konkurrenz: BMWs Ankündigung ist nur der erste Schritt, den die Werbung auf dem Weg ins Auto zurücklegt. "Die Kombination von Auto und den sogenannten location based services ist noch neu und schwer abzuschätzen", sagt etwa Dominik Molitor vom Institut für E-Commerce und digitale Märkte der Ludwig- Maximilians-Universität München. BMWs Konkurrenten haben also noch viele Möglichkeiten, mehr Kommerz ins Cockpit zu bringen.

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