Preiskampf an der Hebebühne

Werkstatt-Flatrate

— 12.06.2008

Preiskampf an der Hebebühne

ATU und andere Autowerkstätten-Ketten unterbieten sich mit Spartarifen. Die neue Volkswagen-Tochter Stop + go heizt den Wettbewerb jetzt noch zusätzlich an.

Die Werkstattketten Pit-Stop und ATU lassen seit Monaten nichts unversucht, um ihre Hebebühnen auszulasten. ATU hat eine Flatrate erfunden, die Inspektionen, Bremsflüssigkeitstests und Urlaubschecks beinhalten. Nun lockt die Kette Kunden auch noch mit dem Angebot, von vier gekauften Reifen nur drei bezahlen zu müssen. Pit-Stop bietet ADAC-Mitgliedern montags zehn Prozent auf alle Verschleißteile und bietet die Haupt- und Abgasuntersuchung für unschlagbare 69 Euro an. Mit Sonderangeboten, Rabatten und Danke-schön-Präsenten kämpfen Deutschlands Schrauber um die Kundschaft – für manche mit ruinösen Folgen. "Der eine oder andere wird den Preiskampf nicht überleben", sagt Helmut Blümer, Sprecher des Zentralverbands Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK).
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Ein Ende der Rabattschlacht ist vorerst nicht in Sicht

Dennoch ist kein Ende der Rabattschlacht abzusehen. Der Markteintritt neuer Anbieter wie der Volkswagen-Tochter Stop + go heizt den Wettbewerb zusätzlich an. Die Konkurrenz ist bereits alarmiert: "Eine weitere Verschärfung der Preissituation ist nicht auszuschließen", sagt Fabian Seelenbrandt, Marketing-Direktor bei Pit-Stop. Vertragswerkstätten und Zweitmarken von Autoherstellern kämpfen immer heftiger mit Service-Ketten und freien Anbietern auf einem stagnierenden Markt. Noch dominieren die Vertragswerkstätten. Derzeit gibt es laut ZDK in Deutschland 40.000 Werkstattbetreiber. Davon ist gut die Hälfte an Automarken gebunden. 8000 Betriebe gehören zu Franchise-Ketten wie Auto Crew oder Automeister, dazu kommen weitere 5000 bis 6000 freie Werkstätten.

VW hat die Werkstattkette Stop + go gegründet. Bisher gibt es 69 Franchisenehmer.

Deutschlands Branchenprimus ist ATU. Das Unternehmen hat bundesweit über 600 Filialen. Der neue ATU-Chef Michael Kern gibt sich angesichts des neuen Wettbewerbers Stop + go entspannt: "Wir sehen das sehr gelassen." Bis zur Größenordnung von ATU ist es für Stop + go noch ein weiter Weg. Derzeit gibt es 69 Stop + go Franchise-Partner. Nach dem Start in Berlin sollen in diesem Jahr noch neue Filialen in Düsseldorf, Hannover, Nürnberg und Hamburg eröffnet werden. Zielgruppe von Stop + go sind Kunden mit sechs bis acht Jahre alten Autos – das soll verhindern, dass die VW-Tochter den bereits bestehenden Vertragswerkstätten des Konzerns Kunden wegnimmt. Die Billigpreise der Konkurrenz will Stop + go aber auch nicht anbieten. "Um unseren Kunden qualitativ hochwertige Arbeit zu bieten, müssen wir einen angemessenen Preis verlangen", sagt Volkswagens Service-Chef Porbeck.

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