Ratgeber Werkstattpfusch

Werkstatt-Pfusch: So wehren Sie sich

— 02.12.2009

So wehren Sie sich gegen Werkstattpfusch

Miese Arbeit, satte Rechnung, das kommt vor in den Werkstätten. Um nicht draufzuzahlen, gilt es ruhig zu bleiben, seine Rechte zu kennen – und richtig zu handeln.

Jeden Tag heißt es in Deutschlands Autowerkstätten unzählige Male: Ihr Wagen ist fertig, bitte an die Kasse. Und da folgt oft die Überraschung: schlampige Arbeit, falsche Rechnung. Die Werkstatt-Tests von AUTO BILD bestätigen dies immer wieder. Da gilt es, ruhig zu bleiben – und richtig zu handeln. Hier erste Hilfe in Ärgerfällen:
Was tun, wenn Arbeiten zwar berechnet, aber nicht ausgeführt wurden?
Möglichst sofort beanstanden und auf Korrektur der Rechnung bestehen. Später wird der Nachweis schwieriger. Aber: Nicht leichtfertig mit dem Vorwurf "Betrug" kommen, denn die Werkstatt kann Fehler machen – und wird sich im Zweifel darauf berufen. Der Vorwurf des bewussten Betrugs ließe sich nur erhärten, wenn reihenweise Kunden auf ähnliche Weise abgezockt worden wären.

Müssen im Nachhinein als überflüssig erkannte Arbeiten bezahlt werden?
Grundsätzlich gilt: Ist eine Fehlerursache nicht eindeutig, kann die Werkstatt auch Schritte zum Ausschluss von möglichen Fehlerquellen unternehmen. Sie muss dabei aber nach den Regeln des Handwerks sinnvoll vorgehen. Wird etwa beim Beheben eines Motorruckelns nach dem Austausch eines Steuergeräts schließlich der Luftfilter als Ursache erkannt, muss der Kunde nur den Filter bezahlen.

Ist ein Kostenvoranschlag verbindlich, wann muss er bezahlt werden?
Der Kostenvoranschlag ist rechtlich eine "unverbindliche fachmännische Berechnung der voraussichtlichen Kosten". Er kann zwar überschritten werden, doch bei mehr als 20 Prozent Überschreitung urteilen die Gerichte üblicherweise für den Kunden. Er muss die darüberliegenden Mehrkosten dann nicht tragen. Voraussetzung dafür ist aber, dass die Werkstatt den Kunden nicht über die drohende Überschreitung informiert und nicht seine Zustimmung eingeholt hat. Von vornherein strikt eingehalten werden müssen nur verbindliche Kostenvoranschläge ("Festpreise").

Wie sieht es mit Garantie und Gewährleistung auf Reparaturarbeiten aus?
Eine Werkstatt muss zwei Jahre gesetzliche Gewährleistung ("Sachmängelhaftung") für ihre Arbeit geben. Sie kann die Frist aber vertraglich auf ein Jahr verkürzen. Tritt in dieser Zeit ein Mangel auf, muss die Werkstatt diesen kostenlos beheben. Eine Garantie tritt neben die Gewährleistung, hebt diese also nicht auf. Für die Garantie gelten allein deren Bestimmungen.
Was passiert, wenn der Wagen in der Werkstatt beschädigt wurde?

Die Werkstatt muss den Schaden beheben oder bezahlen, dafür hat sie eine Haftpflichtversicherung.

Wer schlichtet einen Streit zwischen der Werkstatt und dem Kunden?
Vor dem Rechtsweg kann der Kunde eine Schiedsstelle des Kfz-Gewerbes anrufen, ihr Schiedsspruch ist für die Werkstatt verbindlich, sofern diese Mitglied der Kfz-Innung ist. Passt dagegen dem Kunden die Entscheidung nicht, kann er immer noch vor Gericht gehen.
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Autor: Roland Bunke

Stichworte:

Werkstatt

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