Werkstatt-Test 2011: VW

Werkstatt-Test 2011: VW

— 15.08.2011

Guter Start zur Aufholjagd

Einst recht schlampig, jetzt mit Vollgas nach vorn: Die VW-Werkstätten haben den Trend begriffen, liefern überwiegend gute Arbeitsleistungen ab. Sogar zwei Goldene Schraubenschlüssel sind dabei. Weiter so!

Als AUTO BILD vor 25 Jahren mit den Werkstatt-Tests begann, war VW natürlich die erste Marke, der unsere getarnten Tester auf den Zahn fühlten. Insgesamt neunmal fuhren wir seither mit präparierten VW vor. Bald jeder zweite Fehler (43 Prozent) der insgesamt zehn eingebauten Mängel wurde im Mittel nicht behoben. Nur drei Werkstätten waren so gut, dass sie mit dem begehrten Goldenen Schraubenschlüssel ausgezeichnet wurden. Zuletzt übrigens anno 1998. Mittlerweile bauen die von uns beauftragten DEKRA-Tester nur noch sieben Mängel ein.
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Da mittlerweile auch die Hersteller selbst verschärft ihre Schrauber regelmäßig testen, verbessern sich die Ergebnisse allgemein – so auch in diesem Test. Fünf der insgesamt 56 Fehler werden nicht erkannt, ein hervorragender Fortschritt. Zwei Werkstätten erschrauben sich in dieser Folge sogar das begehrte Gold. Wobei natürlich die Gefahr besteht, dass Testwagen enttarnt werden. Wir wissen von einer Werkstatt, die am Schwarzen Brett warnt: "Achtung, wenn ein Auto zum Wartungsdienst kommt mit defekter Glühbirne, eingerissenem Wischerblatt, verstelltem Licht sowie anderen verdächtigen Fehlern, dann unbedingt Alarm schlagen und die Checklisten genauestens abarbeiten!"

VW hat an sich gearbeitet

Umkehrschluss für misstrauische Kunden: "Bauen" Sie sich ähnliche Mängel ein, um für einen Tester gehalten zu werden. Ein weiteres Enttarnungs-Indiz ist natürlich eine besondere Freundlichkeit. Auch darauf achten unsere Testkunden, haben in diesem Werkstatt-Test aber nichts Außergewöhnliches bemerkt. Im Gold-Autohaus Piepenstock etwa fühlte sich unser Mann "wie ein Standardkunde durchgewinkt". Beim Gold-Schrauber in Verden war bei der Rückgabe extremer Zeitdruck zu spüren. Die anderen getesteten Werkstätten haben durch mehr oder minder große Nachlässigkeiten gezeigt, dass sie keinen Verdacht geschöpft hatten. Das Endergebnis aber macht klar: Der VW-Kundendienst hat offenbar hart an sich gearbeitet.
Diether Rodatz

Diether Rodatz

Fazit

Spitzenleistungen in Bielefeld und Verden, knapp verfolgt von Saarlouis, Lüdenscheid, Frankfurt und Bochum. Etwas schlechter Nürnberg und Oldenburg. Immerhin: Dieses Abschneiden zeigt klar, dass die jahrelangen hausinternen VW-Tests Früchte tragen. Dabei ist es eigentlich kinderleicht, sich nach vorn zu schrauben: einfach die Checklisten Punkt für Punkt abarbeiten statt (wie früher so oft) nur abzuhaken. Hinzu kommt: Aufmerksame Behandlung merkt sich der Kunde, der dank möglicher Zweijahres-Wartungsintervalle heute immer seltener in die Werkstatt kommt. Somit hat sich die Chance, den Kunden durch gute Arbeitsleistungen langfristig ans Autohaus zu binden, halbiert.

Autor: Dieter Rodatz

Stichworte:

Werkstatt

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