Dacia: Werkstatt-Test 2015

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Werkstatt-Test: Dacia

— 18.11.2015

Billig schraubt besser

Die günstigen Dacia-Modelle sind extrem beliebt – und jetzt punktet die Marke auch beim Service. AUTO BILD hat acht Vertragswerkstätten getestet.

Kein unnötiger Schnickschnack, sondern einfach nur richtig preiswerte Neuwagen – die Werbebotschaft von Dacia ist bei den Kunden angekommen. Aber gilt das auch für den Service? Und können die rumänischen Preisbrecher in der Arbeitsqualität mithalten? Um das herauszufinden, hat die DEKRA im Auftrag von AUTO BILD acht Vertragswerkstätten im Bundesgebiet überprüft. Wie in den Vorjahren wurden die Testwagen mit jeweils sechs Mängeln präpariert. Auftrag: eine ganz normale Wartung. Eine Werkstatt, die sich penibel an die Wartungsvorschriften hält, muss alle Fehler zwangsläufig finden und kann sich die Note "sehr gut" in der Arbeitsleistung abholen. Eine Chance, die fünf von acht Betrieben genutzt haben. Und damit zwei mehr als bei der Konzernmutter Renault im vorigen Jahr. Deren Werkstätten fanden 90,6 Prozent der Fehler. Der Wert von Dacia? 92,7 Prozent. Damit liegen sie auch vor Hyundai (90,6) und Skoda (83,3), aber leicht hinter VW und Audi (je 94,8).
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Erreichbarkeit: In Neubrandenburg braucht's Hartnäckigkeit

Erst beim vierten Anrufversuch erreicht unser Tester eine gehetzt wirkende Dame im Autohaus Piahowiak. Eine gute Gesprächsatmosphäre kommt so nicht auf.

Mehr Handlungsbedarf besteht bei der Servicequalität. Die setzt sich aus festen Regularien zusammen wie der telefonischen Erreichbarkeit. Der Tester ruft innerhalb der Geschäftszeiten an, im Idealfall hebt die Werkstatt bis zum fünften Klingeln ab. Falls nicht, lässt er es mindestens zehnmal bimmeln, ehe er später einen neuen Versuch unternimmt. Landet er in einer Warteschleife, hört er sich das Gedudel eine Minute an, ehe er auflegt. Beim Betrieb Piahowiak in Neubrandenburg brauchte es dennoch vier Versuche, bis jemand abnahm. Weiter notieren die Tester, wie schnell ein Termin möglich ist und was die Werkstatt am Telefon erfragt. Wichtig: die Fahrgestellnummer. Denn anhand dieser kann der Meister prüfen, ob für das Fahrzeug eine Service­ oder Rückrufaktion besteht, und diese im Rahmen der Wartung durchführen. Erfolgt das erst vor Ort, wird in der Regel ein neuer Termin fällig.
Überblick: Alle News und Tests zu Dacia

Seltsames Zeitverständnis der Berliner Werkstätten

Ohnehin haben manche Werkstätten eine merkwürdige Vorstellung von der Zeit ihrer Kunden. Typischerweise oft in Berlin, wo – wie Betriebe anderer Marken auch – die Renault Retail Group verlangt, dass der Besitzer des Duster einen vollen, besser zwei Tage auf sein Auto verzichtet. Zur Erinnerung: Die Arbeitszeit-­Vorgabe für die Jahresinspektion beträgt eine Stunde. Vielleicht zu knapp für die Berliner, die selbst den Wechsel der Wischerblätter mit zwölf Minuten und 21 Euro berechnen. So wird das nichts mit einer guten Servicenote. Ob ein Fahrzeug gewaschen wird, ist für die Tester hingegen nur Zünglein an der Waage. Es sollte nur nach der Wartung nicht dreckiger sein als vorher – wie bei Fischer in Süssen. Dort und bei Ott erlaubte man sich auch, mehr Öl als vorgeschrieben einzufüllen. Und beide Betriebe kamen mit nur einem Kilometer Probefahrt aus. Wie sie auf so kurzer Strecke Verkehrs­ und Betriebssicherheit des Fahrzeugs überprüfen wollen, bleibt unklar. Aber vielleicht wollen sie nur ihren preissensiblen Kunden unnötige Spritkosten ersparen.

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Dacia: Werkstatt-Test 2015

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Hendrik Dieckmann

Hendrik Dieckmann

Fazit

Gratulation, Dacia! 92,7 Prozent aller Fehler gefunden, da darf der Tuica in Strömen fließen. Selbst wenn VW voriges Jahr 1,0 Fehlerpunkte weniger auf dem Konto hatte. Denn eine hundertprozentige Erfolgsquote ist illusorisch, wo Menschen arbeiten. Oder die EDV streikt, wie bei Ott. Wichtiger als die letzte gefundene defekte Kofferraumbeleuchtung ist der Umgang mit dem Kunden. Wenn der bis zu 60 Euro für ein Paar Scheibenwischer zahlen soll und dann noch 21 Euro für den Anbau, fährt er nächstes Mal garantiert zu einer freien Werkstatt. Zum Vergleich: Als ich neulich die Wischer an meinem Auto erneuert habe, dauerte das nur rund drei Minuten – obwohl ich zunächst den Karton nicht aufbekam.

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