Volvo: Werkstatt-Test 2015

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Werkstatt-Test: Volvo

— 24.11.2015

Wie sicher schraubt Volvo?

Volvo gilt als Premium-Marke. Aber nicht alle Werkstätten werden diesem hohen Anspruch gerecht. AUTO BILD hat acht Kandidaten getestet.

Auch wenn Volvo seit 2010 den Chinesen gehört – die Marke gilt als edel und innovativ, besonders in Sachen Sicherheit. Der neue große SUV XC90 ist ein Trendsetter beim Thema Downsizing. Der seit 2008 angebotene, gerade noch kompakte XC60 kümmert sich in Europa und den USA um Stückzahlen. Doch wie sorgfältig arbeiten die Werkstätten dieser so auf Sicherheit bedachten Marke? Um das herauszufinden, schickte die DEKRA präparierte XC60-Diesel in acht Betriebe. Auftrag: Die anstehende Wartung durchführen und den Zigarettenanzünder wiederbeleben. Letzteres schafften alle angesteuerten Volvo-Reparateure, aber von den fünf Hauptmängeln blieb jeder mindestens einmal unentdeckt, auch die stumme Hupe und die defekte Kennzeichenbeleuchtung. Je dreimal rollten die XC60 mit zerfranstem Heckwischergummi und einer Servolenkung vom Hof, deren Ölstand zwar ergänzt worden war, ohne jedoch die Ursache für den Verlust ermittelt zuhaben. Der Kunde hätte also angewiesen werden müssen, auf den Ölstand der Lenkung zu achten oder achten zu lassen.
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Noch nie erlebt: Der Ausraster des Meisters in Kerpen

Das Autohaus Bleuel verzichtet auf Dialogannahme, Auftragskopie und Probefahrt. Inklusive sind dagegen die Anranzer des Meisters.

Aus sicherheitstechnischer Sicht ist der Test also eine Schlappe für Volvo. Aber auch dem DEKRA-Mann wird er noch lange Zeit in Erinnerung bleiben. Dafür ist allein Firma Bleuel in Kerpen verantwortlich, die mit ihm umspringt, wie er es in "über tausend Tests" noch nicht erlebt hat. Als er nach Rückgabe des Fahrzeugs und Dokumentation der übersehenen Mängel später noch einmal den Betrieb aufsucht, um einen neuen Heckwischer zu kaufen und nach einem Mittel gegen die öligen Schuhabdrücke auf der hellen Velours-Fußmatte zu fragen, kommt es zu stattlichen Ausraster des Meisters – siehe Bildergalerie. Aber auch die Geschäftspraktiken bei Bleuel verdienen Beachtung: Satte 2,2 Stunden stehen auf der Rechnung, obwohl in dieser Zeit lediglich der gleiche Wartungsumfang ausgeführt wurde (oder auch nicht) wie bei SZG in nur 48 Minuten. Und außerdem, auch das hatten wir erst ganz selten, keine Probefahrt stattfand. Dabei wirkt Bleuel eigentlich gar nicht geldgeil, wechselt Glühlampe und Sicherung ohne Berechnung.
Überblick: Alle Infos zu Volvo

Ergebnis: Nur 84,4 Prozent der Mängel gefunden

Weit verbreitet bei Volvo ist dagegen die Unsitte, Kassenfüller wie Scheibenreiniger auf die Rechnung zu setzen. Die Hälfte der Betriebe verfährt so. Hersteller argumentieren auf den Vorwurf stets, bei der Prüfung der Scheiben- und Scheinwerferwaschanlage werde schließlich Reiniger verbraucht. Das mag ja sein, aber gleich für 4,66 Euro (Hessengarage)? Was dagegen den Ölpreis angeht, muss man die beiden Letzten im Test, Bleuel und Mundigl, dann doch mal loben: Sie bleiben als Einzige unter 20 Euro pro Liter. Denn nicht erst bei über 28 Euro (Haese) gehen immer mehr Kunden dazu über, ihr Öl im Zubehör zu kaufen und in die Werkstatt mitzubringen. Dem lässt sich entgegenwirken, mit fairen Preisen und guter Arbeit. Bei Volvo ist noch Luft nach oben: Nur 84,4 Prozent der Mängel gefunden, das ist Mittelmaß und dem hohen Anspruch nicht angemessen.

Weitere Details zum Volvo-Werkstatt-Test erfahren Sie in der Bildergalerie!

Volvo: Werkstatt-Test 2015

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Hendrik Dieckmann

Hendrik Dieckmann

Fazit

Nur 84,4 Prozent der Mängel gefunden, damit wird und darf Volvo nicht zufrieden sein. Zumal zwei Betriebe allein für 80 Prozent der übersehenen Fehler verantwortlich sind. Doch während Mundigl noch eine ausreichende Leistung ohne besondere Vorkommnisse abliefert, notiert der Tester für Bleuel schwere Verwerfungen zwischen Kunde und Werkstattpersonal, die in dem beschriebenen Ausraster des Meisters nach der Fahrzeugrückgabe gipfelt. Ein Verhalten, das man allenfalls von einem Angestellten befürchten würde, der schon einen neuen Job hat und seinem alten Chef noch eins auswischen will. Nicht aber von einem Dienstleister, der denselben Namen wie der Betrieb trägt.

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