Werkstatt-Tipps

Scheibenreparatur Scheibenreparatur

Werkstatt-Tipps

— 31.03.2003

Scheibenreparatur – wann geht’s?

Kleiner Stein, großer Ärger? Muss nicht sein. Glasklare Argumente für eine Reparatur.

So reparieren die Profis

Peng – getroffen! In der Windschutzscheibe klafft ein winziges Loch – das mit der Zeit größer und größer wird. Und nun, was tun? Muss die teure Scheibe jetzt ausgewechselt werden? Das kostet für einen VW Golf etwa 350 Euro ... oder, mit ein wenig Glück, gar nichts. Denn kann das Loch geflickt werden, übernimmt die Teilkasko Reparaturkosten von 50 bis 100 Euro. Komplett, inklusive Selbstbeteiligung. Richtig gelesen: Löcher im Glas können geflickt werden. Dabei wird durchsichtiges Harz ins Loch gepresst, die Stelle hinterher glatt geschliffen. Doch nicht jede Methode ist effektiv.
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Manche Glaser lassen das Loch nicht komplett verschwinden, Luftblasen verraten den ehemaligen Steinschlag. Besser funktionieren Systeme mit einer Vakuumpumpe. Wie zum Beispiel das Glass-Medic-System von carglass (www.carglass.de; Tel. 08 00-0 84 28 42). So eine Reparatur dauert 30 bis 45 Minuten. Hierfür ist absolute Sauberkeit wichtig. Auf dem Weg in die Werkstatt schützt ein Windschutzscheibenpflaster die Stelle. Tipp: Solche Pflaster verschenken einige Autoversicherungen. Der Autoglaser reinigt als Erstes den Krater mit einer Nadel. Danach saugt die Vakuumpumpe restliche Schmutzteile und vor allem die Luft aus dem Loch. Vorteil dieser vorsorglichen Maßnahme: Wird das Kunstharz eingefüllt, bilden sich keine Blasen.

Nun muss die Stelle noch trocknen – das dauert unter einer UV-Lampe etwa zehn Minuten. Zum Schluss polieren. Fertig. Doch auch mit dieser Methode ist nicht jede Scheibe heilbar. Es geht nur, wenn ... • die Einschlagstelle kleiner als fünf Millimeter, ein Riss nicht länger als fünf Zentimeter ist, • der Schaden nicht im unmittelbaren Sichtbereich des Fahrers liegt, sonst blendet ihn Streulicht vom Gegenverkehr, • nur die äußere Schicht der Scheibe beschädigt ist.

Selbermachen? Versicherungsfall?

Noch ein Tipp für Autobesitzer, denen die Seitenscheibe eingeschlagen wurde. Weil Autoglaser nicht immer passenden Ersatz parat haben, entwickelte carglass ein pfiffiges Pfand-System: Sie setzen notdürftig zurechtgeschnittene Kunststoff-Rohlinge ein. Damit kann sogar eine Reise weitergehen. Denn jede carglass-Station nimmt die Plastikscheibe wieder zurück und setzt dann die neue aus Glas ein. Ein glasklarer Vorteil für jeden Autofahrer.

Selbermach-Set Im Zubehörhandel gibt es Reparatursets zum Scheibenflicken. Wir haben den Satz von ATG zum Preis von 35,95 Euro ausprobiert (www.atggmbh.com; Telefon 0 86 62-6 60 80): Mit einer Stecknadel säubert man das Einschlagloch. In einer Plastikspritze werden zwei flüssige Komponenten zu einem Harz vermischt, danach ins Loch gedrückt, wo sich die klebrige Masse verteilt. Vier Stunden muss die Stelle trocknen, dann poliert werden. Unsere Meinung zum Set: Nicht einfach zu verarbeiten, das Ergebnis überzeugt nur oberflächlich, hält vor Profi-Augen nicht stand.

Versicherungsfall? Die Versicherung zahlt bei Glasschäden nicht in jedem Fall. Besteht nur eine Haftpflichtversicherung, muss die Scheibe oder die Reparatur selbst bezahlt werden. Bei einer Teil- oder Vollkaskoversicherung mit oder ohne Selbstbeteiligung (SB) besteht grundsätzlich Anspruch auf eine neue Scheibe, sprich den teuren Austausch. Dann wird aber in jedem Fall ein vereinbarter Selbstbehalt fällig. Man wird in der Versicherung aber nicht höher gestuft. Kann die Scheibe billig repariert werden, übernehmen die Versicherungen meist die vollen Reparaturkosten, weil die Ersparnis zum Scheibentausch sehr groß ist – dann wird auch vom Kunden nicht der Selbstbehalt gefordert.

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