Jahreswagen

Werkswagen-Besteuerung

— 27.08.2009

Neues Urteil hilft sparen

Werksangehörige von Autoherstellern können künftig mit Steuervorteilen beim Autokauf rechnen. Das entschied der Bundesfinanzhof. Jetzt muss das Finanzministerium das Urteil prüfen.

Gute Nachrichten aus München: Beschäftigte von Auto-Konzernen können mit steuerlichen Erleichterungen beim Pkw-Kauf rechnen. Entsprechende Forderungen des Bundesfinanzhofes (BFH) liegen nun beim Bundesfinanzministerium. Das jüngste Urteil des BFH zu Steuervorteilen für Mitarbeiter von Auto-Konzernen sei im Detail zu prüfen, hieß es aus dem Ministerium in Berlin. "Für eine endgültige Bewertung des Urteils wird zeitnah eine Erörterung mit den obersten Finanzbehörden der Länder stattfinden." Führende Unions-Politiker sowie die Autoindustrie fordern rasche Korrekturen der Besteuerungspraxis. Dabei geht es auch um eine neue Regelung zur Absatzförderung nach Auslaufen  der Abwrackprämie.

Grund sind Abschläge im Handel

Der BFH hatte die restriktive Besteuerung von Rabatten für Beschäftigte von Automobilkonzernen gekippt. Nach dem Urteil der obersten Finanzrichter in München darf der Fiskus nicht mehr die Differenz zwischen Listen- und Mitarbeiterpreis besteuern. Lediglich die Differenz zu dem im allgemeinen Geschäftsverkehr üblichen Preis sei ein steuerpflichtiger geldwerter Vorteil. Hintergrund ist, dass es inzwischen auch im normalen Handel Abschläge vom Listenpreis gibt. Das Geschäft der Autobranche mit Mitarbeitern ist seit Jahren stark rückläufig. Beschäftigte kaufen neue Autos, für das sie einen Rabatt bekommen. Nach einem Jahr verkaufen sie das Auto dann als Jahreswagen wieder.

VDA sieht sich bestätigt

Baden-Württembergs Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU) forderte eine rasche Änderung der geltenden Regeln. Das Thema müsse Teil von Koalitionsverhandlungen der nächsten Bundesregierung sein, sagte Oettinger dem "Handelsblatt". Der Bund prüft, inwieweit das Urteil von der geltenden Verwaltungsauffassung zur Ermittlung des geldwerten Vorteils beim Erwerb von Kraftfahrzeugen durch Mitarbeiter von Auto-Konzerne abweiche. Der Automobilverband VDA sieht sich durch das Münchner Urteil bestätigt. Der Richterspruch belege, dass es nicht um Steuervorteile oder Subventionen gehe. Der geldwerte Vorteil für Mitarbeiter gegenüber den marktüblichen Preisen liege im Einzelfall real bei null Euro, erklärte ein VDA-Sprecher. Der Bruttolistenpreis sei schlicht der falsche Vergleichswert zur Berechnung des geldwerten Vorteils.

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