Acht Nissan-Werkstätten im Test

Werstatt-Test: Nissan

Wie steht es um die Japan-Qualität?

AUTO BILD hat acht Nissan-Werkstätten durchleuchtet – ein Test mit vielen übersehenen Fehlern, muffigen Meistern, fehlenden Teilen und einem kritischen Moment.
Die Importeure kämpfen auf dem deutschen Markt um jeden Kunden, da müssten die Händler doch jedem Fahrer einen roten Teppich ausrollen, wenn er zur jährlichen Inspektion erscheint. Um das zu überprüfen, hat AUTO BILD die Experten der DEKRA beauftragt, acht Nissan-Werkstätten im ganzen Bundesgebiet zu testen. Aufgabe: eine Jahresinspektion durchführen, dabei die fünf versteckten und einen angekündigten Fehler finden. Keine große Sache, schließlich wird der Monteur von einem elektronisch erstellten Wartungsplan bei seiner Arbeit begleitet – wenn er ihn liest.

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Kreativ kassieren ist keine Seltenheit

Abzocke: Auch Olympic-Auto in Lübeck setzte reichlich Kassenfüller auf die Rechnung.

Doch auch die Herren im Kittel, die Serviceberater, haben mit dem praktischen Nissan-System Probleme, erweitern oft eigenmächtig den Inspektionsumfang. So brummt etwa Nissan-Händler Hornbacher seinem Kunden eine überflüssige Klimaanlagenwartung auf, und Olympic-Auto will den Kraftstofffilter wechseln, obwohl der gar nicht an der Reihe ist. Als der Testkunde den verweigert, wird ihm später ungefragt ein Wasserfilter in die Scheibenwaschanlage gepflanzt: macht 4,70 Euro, bitte sehr. Auch bei Schmier- und Reinigungsmitteln kassieren die Olympioniken kreativ. Als Einzige quetschen sie zudem eine Pulle Scheibenklar in den übervollen Behälter.
Überblick: Alles Infos zu Nissan

Schock: Ohne Bremsen vom Hof geschickt

Menschlich liegt ebenfalls etwas im Argen, das freundliche "Guten Morgen!" des Testers wird nicht erwidert. Ähnliches erlebt er bei Nissan-Partner Bernds, am wohlsten fühlt er sich im Autohaus Hallekamp. Und bekommt ausgerechnet dort einen gehörigen Schreck: Bremsversagen nach der Inspektion! Sofort fährt er zurück, das Personal ist genau so erschrocken. Ein Einzelfall, erklärt der bestürzte Betriebsleiter Sven Hirtz. Wir glauben ihm, denn kein Nissan-Händler kann es sich leisten, Kunden ohne funktionierende Bremsen loszuschicken. Doch der Test ist für den sympathischen Betrieb damit gelaufen, wie auch Nissan mit dem Gesamtergebnis nicht zufrieden sein wird: acht Fehler übersehen, ergibt eine Erfüllungsquote von 83,3 Prozent. Das ist der schlechteste Wert in diesem Jahr, hinter Volvo (84,4 Prozent) und Dacia (92,7 Prozent) und weit entfernt von VW (2014: 94,8 Prozent). Nissan muss also weiterkämpfen, um die Kunden bei der Stange zu halten.
Weitere Details zum Nissan-Werkstatt-Test erfahren Sie in der Bildergalerie!

Acht Nissan-Werkstätten im Test

Hendrik Dieckmann

Hendrik Dieckmann

Fazit

Ein Werkstatt-Test ohne Höhen, aber mit einigen Tiefen. Am schlimmsten traf es das Autohaus Hallekamp. Der akkurat geführte Familienbetrieb schickte den Tester ohne Bremsen vom Hof. Doch dieser einzelne GAU sollte nicht den kritischen Blick auf andere Betriebe verstellen, die den Kunden mit überhöhten Kostenvoranschlägen schockieren oder mit unnötigen Klimawartungen und Verschleißteilen über den Tisch ziehen. Oder – auch selten erlebt – zum vereinbarten Termin keine Teile auf Lager haben. Deshalb, liebe Firma Hertlein, wenn das nächste Mal Scheibenwischer, Filter oder andere Teile fehlen – holt sie bei der Konkurrenz, im freien Handel oder sonstwo. Aber lasst den Kunden nicht im Regen stehen!

Stichworte:

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