Gebrauchtwagen-Test Westfalia James Cook

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Westfalia James Cook: Gebrauchtwagen-Test

— 01.10.2015

Der alte König der Kästen

Er hat treue Fans, doch ein James Cook ist kein Fall für jeden. Wir zeigen, wer mit dem Kasten-Klassiker glücklich werden kann.

Ein Mainstream-Mobil ist er nicht, dennoch kennen viele seinen Namen: Westfalia James Cook. Aus der Fülle der Modelle ragt er bis heute heraus – so wie sein kleiner Bruder Club Joker auf VW-Bus-Basis. Als Neuwagen markierte der James Cook das Top-Segment der Reisemobile auf Kastenwagenbasis. Dabei bleibt das Wort Reise keine Floskel: Trotz seiner Größe ist er zum Fahren geboren. Zu seiner Zeit galt der erste Sprinter als genialer Transporter, keiner war so dicht am Auto und so weit weg vom Laster. Keiner ließ sich so schwerelos durch Städte zirkeln, war so sicher, so flink: Mercedes gelang 1995 mit dem neuen Sprinter nicht zufällig ein Mega-Erfolg.
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Familien fühlen sich schnell beengt

Die Füße stecken in der Küche – typisch für den James Cook.

Westfalia entwarf, wie schon für den Sprinter-Vorgänger T1 ("Bremer Transporter"), einen Reisemobil-Ausbau mit Hochdach. Das war noch vor der Zeit, in der es dem Ducato gelang, den Kastenwagen-Markt an sich zu reißen. Wer sich damals einen James Cook leisten konnte, liebte den gelungenen Kompromiss aus viel Raum und hoher Agilität. Er war das Traum-Mobil solventer und aktiver Urlauber. Nur Familien fühlen sich in ihm schnell beengt – wenn auch vier Leute im James Cook schlafen können. Und: Der Typ war immer teuer. Die letzten Modelle, die Westfalia 2013 baute, konnten locker die 100.000-Euro-Marke reißen, wenn dies und das an Zubehör dazukam.

Alte Sprinter können heftig gammeln

Die rechte Tür ist stark von Rost befallen. Die Flickarbeit ist laienhaft.

So ein Mobil wird nie richtig billig, aber immerhin erreichbar: 19.900 Euro ruft der Händler Wohnmobilpark aus Bad Honnef für dieses 1999er Exemplar auf, aus zweiter Hand und mit gut 160.000 Kilometern auf dem Zähler. Sein 2,9-Liter-Turbodiesel stammt noch aus der Vor-CDI-Epoche. Der Name James Cook hat noch immer einen guten Klang, doch eine Garantie für Qualität bietet er nicht. In jenen atemlosen Daimler-Chrysler-Jahren litt auch der Sprinter unter dem strengen Spardiktat. Besonders typisch: Die Rostvorsorge ist mies, alte Sprinter können heftig gammeln – speziell am Unterboden und an den Türen. Zudem wird es bereits schwierig, Ersatzteile für den Ausbau zu finden. Westfalia kann oft nicht mehr weiterhelfen. So bleibt ein gebrauchter James Cook das, was er schon als Neuwagen war: ein Fall für Fans – die gerne engagiert über ihn diskutieren (james-cook-freunde.de). Alle anderen dürften mit jüngeren Kastenwagen-Typen einfacher glücklich werden. Ohne Stern, doch dafür in manchem Detail frischer.

Gebrauchtwagen-Test Westfalia James Cook

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Technische Daten: Westfalia James Cook
Motor Reihenfünfzylinder/vorn quer
Ventile/Nockenwellen 2 pro Zylinder/1
Hubraum 2874 cm3
Leistung 90 kW (122 PS) bei 3800/min
Drehmoment 280 Nm bei 2000/min
Höchstgeschwindigkeit 135 km/h
Getriebe/Antrieb Vierstufenautomatik/Hinterrad
Tankinhalt/Kraftstoffsorte 78 l/Diesel
Länge/Breite/Höhe 5590/2000/3090 mm
Radstand 3550 mm
Wendekreis 12,8 m
Leergewicht/Zuladung 2790/710 kg
Anhängelast (gebremst) 2800 kg
Anhängelast (ungebrems) 750 kg
Anzahl Sitzplätze 5
Liegefläche L/B 1,95/1,28 m (unten); 2,00/1,55 m (oben)
Frisch-/Abwassertank 100/80 l
Kühlbox 50 l
Zweiflammenkocher Gasbetrieb
Spülbecken mit Einhebelwassermischer
Bordbatterie 12 V 88 Ah
Externer Stromanschluss 230 V
Neupreis 1999 ab 87.278,80 Mark (308 D, 79 PS)


Autor:

Thomas Wirth

Fazit

Das Konzept überzeugt: eine durchdachte, geräumige Kastenwagen-Lösung. Doch der James Cook war einst sündhaft teuer – und ist es heute noch. Eine gute Wahl ist er nur, wenn sich die Mängel nicht häufen.

Stichworte:

Kastenwagen

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