Schnee und Eis

Wetterchaos im Weihnachtsverkehr

— 24.12.2010

Nichts ging mehr

Deutschland feiert Weihnachten 2010 unter einer Schneedecke. Auf den Straßen brach am Tag vor Heiligabend das große Chaos aus – ein Blick auf die Verkehrslage.

(dpa) Spiegelglatte Straßen, überfüllte Züge und noch mehr Schnee in Sicht: Einen Tag vor Heiligabend ist der Reiseverkehr mächtig ins Rutschen gekommen. Eisregen und Glätte behinderten am 23. Dezember 2010 vor allem in Nord- und Ostdeutschland den Verkehr. Eine bis zu zwei Zentimeter dicke Eisschicht habe sich auf den Straßen gebildet, hieß es in Niedersachsen. Bei einer Massenkarambolage auf der Autobahn A9 (Berlin-München) kam einen Tag vor Heiligabend bei Weißenfels in Sachsen-Anhalt ein Mann ums Leben. 51 Fahrzeuge waren in die Unfallserie auf eisglatter Fahrbahn und bei Nebel verwickelt. Zehn Menschen wurden verletzt. Bei dem Unfall zwischen Bad Dürrenberg und Naumburg krachten 45 Autos, vier Lastwagen und zwei Transporter ineinander. Auf der wichtigen und stark befahrenen Nord-Süd-Route bildete sich ein zehn Kilometer langer Stau in Richtung München.

Streusalz wird knapp: Wer hat Schuld am Chaos?

Damit der Winterdienst die Straßen räumen kann, sollte ihm immer Vorfahrt gewährt werden.

Viele Landkreise haben inzwischen fast kein Streusalz mehr. Im Kreis Holzminden in Niedersachsen hieß es, das Salz reiche nur noch für die wichtigsten Straßenabschnitte. In Niedersachsen gab es vor allem auf den Autobahnen A2 und A39 große Probleme. "Wer nicht fahren muss, sollte das Auto unbedingt stehenlassen", hieß es bei der Verkehrsmanagementzentrale. Zahlreiche Lastwagen stellten sich quer. Lkw-Fahrer wurden gebeten, die nächsten Parkplätze anzufahren oder notfalls auf dem Standstreifen zu stoppen. Die A7 musste zwischen Göttingen und Hann.Münden-Hedemünden in Richtung Süden zeitweise voll gesperrt werden. Im Norden Schleswig-Holsteins behinderten Schneeverwehungen die Autofahrer. Auch dort stellten sich auf den Autobahnen immer wieder Lastwagen quer, Autos rutschten von vereisten Fahrbahnen. Blitzeis legte die A24 Berlin-Hamburg lahm, die nach mehreren Unfällen bei Neuruppin zeitweise gesperrt werden musste. Auf der A1 zwischen Hamburg und Lübeck spitzte sich die Situation am Vormittag zu, es gab mehrere Glätteunfälle mit Verletzten. "Die Autobahn vereist zunehmend. Die Leute sollten zu Hause bleiben oder vorsichtiger fahren", warnte eine Polizeisprecherin.

Zur Stauprognose Weihnachten 2010

Auch die Bahn war betroffen, vor allem auf den Strecken im Norden gab es Ausfälle und Verspätungen. Die Bahnstrecke zwischen Berlin und Hannover wurde am Freitagmorgen in beide Richtungen gesperrt – Auslöser waren vereiste Oberleitungen auf weiten Teilen der wichtigen Ost-West-Achse. Die Lage am Frankfurter Flughafen entspannte sich dagegen weiter. Nach tagelangen Flugausfällen lief auch auf dem größten europäischen Flughafen in London-Heathrow fast alles wieder normal. 90 Prozent aller geplanten Starts und Landungen seien abgewickelt worden, teilte der Flughafen in London mit.

Aktuelle Verkehrsinfos

Auch an Heiligabend bleibt es kalt – und es fällt fast überall Schnee. Im Norden und Osten kann die Bescherung aber auch weniger schön ausfallen, berichtete der Deutsche Wetterdienst (DWD) am Donnerstag. Das Tief "Scarlett" bringt neben neuem Schnee kräftigen Wind, der zu Schneeverwehungen führen kann.

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