Opel

Wichtiger Schritt für Opel

— 17.04.2009

Patente gegen Schuldenerlass

Opel erhält angeblich Patente von Mutter GM zurück und macht damit einen großen Schritt in eine eigenständige Zukunft. Unterdessen will GM wohl noch mehr Marken verkaufen als zunächst geplant.

Opel ist der angestrebten Eigenständigkeit ein Stück näher gekommen: Die vor der Pleite stehende US-Mutter General Motors (GM) hat dem angeschlagenen Autobauer die Rückgabe von Patenten und die Begleichung ausstehender Forderungen zugesagt. Dabei gehe es um Milliardenbeträge, die noch vor dem erwarteten Insolvenzantrag von GM in den USA auf Opel übertragen werden müssten. "Wenn dies erst nach der GM-Insolvenz geschieht, würden sich die Forderungen in Luft auflösen. Wir müssten sie abschreiben – mit schwerwiegenden Folgen", sagte eine mit der Angelegenheit vertraute Person der dpa. Ziel sei, das Opel-Eigenkapital aufzubessern und sich gegen eine Pleite der US-Mutter abzusichern. Die "Westdeutsche Allgemeine Zeitung" zitierte ein Aufsichtsratsmitglied von Opel, wonach Opel dem Mutterkonzern GM Forderungen von 2,3 Milliarden Dollar (1,74 Milliarden Euro) erlassen werde, wenn die Rüsselsheimer dafür die an GM abgetretenen Patentrechte zurückerhalten. Sollte das Tauschgeschäft nicht zustande kommen, habe Opel bei einer Insolvenz von GM nur noch ein Zehntel des Geldes zu erwarten. Opel bestätigte die Berichte nicht: "Opel hat Zugriff auf alle Patente", hieß es aus Rüsselsheim.

Bilanz "aufgehübscht"

Allerdings muss die US-Regierung dem Vorhaben zustimmen, weil GM die Patente im Gegenzug für Staatshilfen in Milliardenhöhe verpfändet hat. In Rüsselsheim ist man davon überzeugt, dass Washington den Plan absegnen wird: "Ich denke, das ist ein wichtiger Punkt für die deutsch-amerikanischen Beziehungen. Man kann GM nicht zulasten Europas in den chirurgischen Bankrott gehen lassen", zitiert dpa einen hochrangigen Opel-Mitarbeiter. Die "New York Times" hatte berichtet, dass die US-Regierung GM angewiesen habe, einen Insolvenzantrag zum 1. Juni 2009 vorzubereiten. Ziel sei ein "chirurgischer Bankrott", bei dem GM in einen "guten" und einen "schlechten" Teil aufgespalten werde. Wie die "Welt" berichtet, geht es bei den Forderungen unter anderem um 300 Millionen Euro, mit denen GM die Opel-Bilanz im Jahr 2007 "aufgehübscht" hatte. Die Einlage von GM sei damals nicht durch eine Barzahlung, sondern durch eine Schuldscheinforderung erfolgt. Opel will sich weitgehend von der US-Mutter abkoppeln und sucht Investoren für eine eigenständige europäische Aktiengesellschaft, an der GM nur eine Minderheitsbeteiligung halten soll.

Nur noch drei GM-Marken?

Unterdessen prüft GM zu seiner Rettung die Trennung von mehr Marken als bisher geplant. Auch Pontiac und die Kleintransporter-Marke GMC stünden nun komplett zur Diskussion. Von den derzeit insgesamt acht GM-Marken in den USA würden damit fünf verkauft oder eingestellt werden, hieß es. Der Konzern dementierte die Spekulationen. Lediglich Chevrolet, Cadillac und Buick seien wohl noch sicher, hatte die Wirtschaftsagentur Bloomberg unter Berufung auf Insider berichtet. Offiziell zum Verkauf stehen bisher die auch in den USA vertriebene schwedische Marke Saab und der Geländewagenbauer Hummer sowie Saturn.

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