Wiedeking verteidigt Einstieg bei VW

Porsche verteidigt Einstieg bei VW Porsche verteidigt Einstieg bei VW

Wiedeking verteidigt Einstieg bei VW

— 08.12.2005

Porsche hält Kurs

Der Porsche-Chef stellt sich demonstrativ hinter das Engagement bei VW. Die Beteiligung werde Porsche jährlich mehrere hundert Millionen Euro bringen.

Mehr Synergien für beide Partner

Wendelin Wiedeking hat die milliardenschwere Beteiligung von Porsche am Volkswagen-Konzern erneut verteidigt. "Mit dem Investment werden wir unsere Selbständigkeit absichern", sagte der Vorstandsvorsitzende des Sportwagenherstellers bei der Vorlage der Bilanz.

Die Beteiligung werde dem Konzern jährlich mehrere hundert Millionen Euro bringen, sagte Wiedeking weiter. Die besten Möglichkeiten für Synergien sieht der Porsche-Chef im Bereich Technologie und Entwicklung – etwa bei Entwicklung eines Hybridantriebs sowie bei Elektronikkomponenten und -plattformen. Weitere Chancen ergäben sich durch "eine noch intensivere Nutzung bereits bestehender Produktionsanlagen".

VW und Porsche arbeiten unter anderem bei den Geländewagen VW Touareg und Porsche Cayenne zusammen. Erhebliche Einsparmöglichkeiten erwartet Wiedeking zudem bei Beschaffungs- und Materialkosten durch einen gemeinsamen Einkauf.

Gleichzeitig rechnet Wiedeking auch mit Zinseffekten in Millionenhöhe. Einerseits führe die Umschichtung der liquiden Mittel des Konzerns in das Finanzinvestment zu einem positiven Zinseffekt von rund 50 Millionen Euro. Auf der anderen Seite rechnet Porsche auf Basis bisheriger VW-Dividendenzahlungen mit jährlichen Ausschüttungen von mehr als 60 Millionen Euro.

Porsche schützt eigene Unabhängigkeit

Wendelin Wiedeking bekräftigte, daß der Einstieg bei VW auch dem Selbstschutz diene. Der Wolfsburger Konzern ist Technologie– und Fertigungspartner für mehr als ein Drittel des Porsche-Absatzes. Die zu erwartende Aufhebung des VW-Gesetzes hätte ohne den Einstieg von Porsche "leicht zu einer feindlichen Übernahme von Volkswagen durch Investoren führen" können, "was die langfristige Fortführung unserer Kooperation gefährden könnte". Langfristig werde sich das Engagement für die Aktionäre auszahlen.

Offen ließ Wiedeking, wie viele Mandate Porsche als größter Aktionär (18,53 Prozent) vor dem Land Niedersachsen (18,2 Prozent) im Aufsichtsrat von Volkswagen anstrebt. Im Gespräch sind zwei Sitze. Nach unbestätigten Berichten über Unstimmigkeiten zwischen Porsche und dem Ministerpräsidenten des Landes Niedersachsen, Christian Wulff (CDU), zeigte sich Wiedeking versöhnlich. "Selbstverständlich streben wir mit Blick auf die gedeihliche Entwicklung von VW in diesem Punkt das Einverständnis der beiden größten Aktionäre Porsche und Niedersachsen an", sagte Wiedeking.

Porsche wird laut Finanzvorstand Holger Härter inklusive einer Option von 3,4 Prozent für die dann insgesamt rund 22 Prozent an VW 3,5 Milliarden Euro zahlen. Nach Informationen der WELT lag der Durchschnittskurs, zu dem die bisherigen Anteile erworben wurden, zwischen 45 und 48 Euro.

Der Sportwagenhersteller ist unterdessen gut in das Geschäftsjahr 2005/06 (31. Juli) gestartet. Der Umsatz wuchs in den ersten vier Monaten gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 6,7 Prozent auf 2,02 Milliarden Euro. Der Absatz stieg um 8,5 Prozent auf 25.635 Fahrzeuge. Der Gewinn könnte jedoch durch Entwicklungsaufwendungen belastet werden.

VW-Vorstand: Volkswagen ist nicht fit

Der Produktivitätsnachteil in den deutschen VW-Werken ist nach Darstellung von VW- Markenvorstand Wolfgang Bernhard dramatisch. Während Wettbewerber bei vergleichbaren Modellen 25 Stunden oder weniger brauchten, um ein Auto zu bauen, sei dies bei VW das Doppelte, sagte Bernhard dem Magazin "Capital". VW könne so langfristig nicht überleben. Ein weiteres Problem sei der teure VW-Haustarif. In der Modellpolitik wandte sich Bernhard gegen eine Luxusstrategie. "Ein Volumenhersteller, der glaubt, er könne sich in Luxus flüchten, weil dort die Früchte noch saftiger sind, unterliegt einem Irrglauben."

Diesen Beitrag empfehlen

Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.