Test Wiesmann Roadster

Wiesmann-Roadster von Dähler Wiesmann-Roadster von Dähler

Wiesmann-Roadster von Dähler

— 31.01.2003

Schall und Rauch

Das Gesicht eines Wiesmann vergisst man nicht. Genauso wenig wie die Fahrt in einem faszinierenden Roadster. Der Schweizer Tuner Dähler ließ AUTOTUNING diesen Traum auf vier Rädern erleben.

Echte Handarbeit für 113.000 Euro

Verdrehte Köpfe vor Straßencafés gehören bei diesem Traumwagen zum Standard-Programm. Der Wiesmann-Roadster zieht wegen seiner fast schon erotischen Linien alle Augen auf sich. Bei den im klassischem Rennwagen-Stil gehaltenen Accessoires wie 19-Zoll-Felgen, Sportauspuffanlage mit einem Endrohr links und rechts sowie aufregendem Kühlergrill weiß der Kenner genau: Dies ist keine nachgebaute Replik, sondern das Wiesmann-Original.

Erkennungszeichen des aus Dülmen kommenden Luxus-Fahrzeuges ist nicht nur die elegante Echse, sondern auch die Tatsache, dass jeder Roadster in den Dülmener "Wiesmann-Hallen" in Handarbeit hergestellt wird (40 Einheiten pro Jahr). Der Preis von 113.000 Euro treibt dann auch schnell Otto Normalverbraucher Tränen in die Augen.

Doch nicht ärgern – schließlich wollen wir an dieser Stelle nicht das Erbsenzählen anfangen, sondern davon erzählen, welchen Spaß man in diesem offenen Flitzer haben kann. Eines steht fest: Wer den Genuss hat, auf den Sportsitzen eines Wiesmann-Roadsters Platz zu nehmen, kann den kleinen und großen Sorgen des Alltags rasch entfliehen.

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Bei einer Probefahrt mit solch einem Exoten startet man nicht einfach den Motor und fährt davon. Die wahren Automobil-Liebhaber werden verstehen, was es bedeutet, zuerst mit den Formen und den Proportionen zu flirten.

Im Wiesmann fühlt man sich wie ein Rennwagen-Pilot. Tiefe Sitze, Pedale, Schaltung, Armaturen oder Lenkung – alles sieht sehr sportlich aus und lässt sich eine Spur härter bedienen als bei einem normalen Kfz. Das Einzige, was fehlt, ist eine Adrenalin-Anzeige. Gestartet wird nicht per Schlüsseldreh sondern per Knopfdruck. Dies alles fördert die Beziehung Fahrer/Auto.

Doch Schluss mit dem Gerede, raus aus der Stadt und ab aufs Land. Schon der Start der 3,3-Liter-Maschine wird mit einem röhrenden Sound belohnt. Das niedrige Eigengewicht von knapp über einer Tonne wirkt sich sehr positiv auf die Beschleunigung des Wiesmann-Roadsters aus. Die Tachonadel benötigt weniger als fünf Sekunden, um an der 100-km/h-Marke zu kitzeln. Endloser Schub lassen dieses Retromobil in Sphären vordringen, in denen so manch bekannter Sportwagen alt aussieht.

BMW-Sechszylinder mit 325 PS

Der Schweizer Wiesmann-Händler Dähler hat die bislang stärkste Roadster-Version zu bieten. Statt der bekannten 321-PS-Maschine aus dem BMW M3 (E36) hat der Schweizer Tuner den Sechszylinder aus der letzten Version des BMW M Coupés implantiert. Zwar hat der Roadster damit nur vier PS mehr als bislang und 18 PS weniger als der aktuelle M3, bietet aber dennoch brachiale Fahrleistungen.

Die präzise Lenkung und das hervorragende Handling lassen den Spaßfaktor wachsen. Der verwindungssteife Gitterrohrrahmen bietet allen Belastungen souverän Paroli. Da wackelt und kracht nichts, weder im Chassis noch bei der Innenausstattung. Der Wiesmann-Roadster vermittelt das Sicherheitsgefühl einer Burg.

Schnellfahren heißt im Wiesmann harte Arbeit. Bei zu hohem Kurventempo wechselt die Flunder unvermittelt vom sanften Unter- ins Übersteuern. Wer es kann, der findet in diesem Roadster eine echte Drift-Maschine. Die Traktion auf trockener Straße angesichts von 325 PS auf der Hinterachse samt Sperrdifferenzial beeindruckt. Nur bei Nässe ist die "Echse" schwer zu bändigen. Schon bei niedrigen Drehzahlen packt der Wiesmann gierig zu, hängt dank Einzeldrosselanlage bissig am Gas wie ein Rennmotor. Dazu verwöhnt der Klang eines Tourenwagens aus den 70er Jahren die Ohren des Piloten.

Fazit und Technische Daten

Fazit Der Wiesmann-Roadster ist nicht einfach ein Fahrzeug von der Stange – sondern ein absolut wahr gewordener Traum aller Roadster-Fans. Und hier trennt sich die Spreu vom Weizen, denn nicht jeder gibt so viel Geld für ein Auto aus, wenngleich er für den selben Preis ein schnuckeliges Häuschen – oder je nach Ausstattung und Lage – eine nette, kleine Villa bekommen könnte. Wer dieses Gesicht einmal gesehen hat, vergisst es nicht. Das liegt wohl daran, dass die Wiesmann-Brüder das Design des Roadsters nicht im Windkanal entwickelten, sondern in ihren Herzen und Köpfen. Danke, dass wir von AUTOTUNING diesen offenen Traum erleben durften.

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