Wildwechsel: Verhaltensregeln — 21.09.2011

Die Gefahr aus dem Wald

Augen auf bei der Fahrt durch Wald und Flur, im Herbst kommt es verstärkt zu Wildwechsel. Hase, Reh und Wildschwein halten sich nicht an unsere Regeln – und kommen aus dem Nichts.

Rund 230.000 Wildunfälle passieren in Deutschland jedes Jahr, das macht im Schnitt 630 Fälle täglich. Ein Wildunfall ist also alles andere als exotisch – und dabei sind all die Beinahunglücke noch gar nicht mitgerechnet. Gerade im Herbst lauert die Gefahr am Straßenrand. Besonders hoch ist das Unfallrisiko durch Rehe, Wildschweine oder Füchse in der herbstlichen Abenddämmerung und im Morgengrauen, weil dann die meisten Tiere die Straßen kreuzen. In diesen Zeiten empfiehlt es sich deshalb, vor allem auf Landstraßen das Tempo zu drosseln. Fragen wir uns also, wie sich Wildtiere verhalten – und wie Autofahrer die Gefahr meistern können.

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Warum überqueren Wildtiere die Straßen? Wild durchstreift sein Revier auf bestimmten, eigenen Pfaden. Kreuzt eine Straße diese Wildwechsel, wird sie ohne Vorsicht überquert. Jetzt im Herbst, von September bis November, sind Wildtiere während der Morgen- und Abenddämmerung besonders aktiv. Besonders viele Unfälle gibt es in der Dämmerung. Also zwischen vier und sieben Uhr morgens und von 17 bis 23 Uhr. Mit 40 Prozent ereignen sich die meisten Wildunfälle auf Waldstrecken, mit 33 Prozent gefolgt von Straßen durch Felder. Wie kann das Risiko eines Wildunfalls gesenkt werden? Warnschild "Wildwechsel" unbedingt ernst nehmen! Dazu vom Gas gehen und beide Straßenränder im Auge behalten. Bei auftauchendem Wild abbremsen, aufblenden, hupen. Vorsicht: Die Tiere kommen oft im Rudel.

So häufig kommt es zu Wildunfällen

In welchen Bundesländern passieren die meisten Wildunfälle? Hier sehen Sie, wie viele Tiere 2010 auf deutschen Straßen verendeten.

Wildunfälle pro Bundesland 1 von 17
Warum sind Wildunfälle so gefährlich? Schon bei einem Aufprall mit 50 km/h entwickelt ein Wildtier das 25-fache seines Eigengewichts an Aufprallenergie. Das bedeutet: Ein 25 Kilo schweres Reh drückt sich mit 625 Kilo ins Blech – das Gewicht ist ungefähr vergleichbar mit einer Kuh. Und ein Wildschwein, das etwa 120 Kilo wiegt, rammt den Wagen dementsprechend schon mit drei Tonnen – so schwer ist beispielsweise ein Nashorn. Auch, wenn Ausweichmanöver oft gefährlich sind, da Zusammenstöße mit Bäumen oder dem Gegenverkehr drohen – einfach draufhalten ist bei größeren Wildtieren auch ein Risiko, das nicht unterschätzt werden sollte.

Wenn es zum Unfall gekommen ist

Warnschilder ernst nehmen, Tempo reduzieren, Fahrbahnränder beobachten – so lässt sich das Risiko eines Unfalls reduzieren. Doch was, wenn doch etwas passiert? Hier die wichtigsten Tipps.

Wildwechsel 1 von 7
Und wer zahlt Schäden am Auto? Die Teilkasko. Das gilt auch für Schäden durch Ausweichmanöver, im Versicherungsdeutsch "Rettungskosten". Sofern glaubhaft ist, dass durch das Ausweichen schlimmere Schäden vermieden wurden. Wenn es also zu Schäden durch Ausweichmanöver kommt, bei denen das Wild unversehrt blieb, sind gegebenenfalls Augenzeugen nötig, damit die Kfz-Versicherung zahlt.

Bendix Krohn

Fazit

Ich bremse auch für Tiere – diesen Aufkleber sieht man oft am Autoheck. Sicher (tier-)lieb gemeint, aber im Zweifel brandgefährlich. Denn wer unnötig bremst oder ausweicht, gefährdet sich und andere Autofahrer. Menschenleben gehen vor.

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