Winterreifentest 195/65 R 15

Winterreifen in 195/65 R 15 im Test

— 16.10.2006

Sicher durch die Eiszeit

Der nächste Winter kommt bestimmt, und die "angepasste" Ausrüstung dafür ist Pflicht. Was das heißt, lesen Sie im AUTO BILD-Winterreifen-Test.

Bald ist es so weit. Sobald die ersten Schneeflocken vom Himmel rieseln und unsere Straßen in Rutschbahnen verwandeln, bekommt die schon seit Mai 2006 gültige Neufassung der Straßenverkehrsordnung garantiert Gesicht. Warum? Weil der Gesetzgeber eine den Witterungsverhältnissen angepasste Ausrüstung des Fahrzeugs vorschreibt. Und hierzu gehört insbesondere "eine geeignete Bereifung". So jedenfalls steht es in Paragraf zwei Absatz 3a StVO. Bravo, eine längst überfällige Entscheidung, denn oft blockierten bei Schnee und Eis Fahrzeuge mit Sommerreifen  an Kreuzungen und Steigungen den Verkehr, während sich die verantwortungsbewussten Autofahrer auf ihren Winterpneus dann hinten anstellen durften. Eine generelle Winterreifenpflicht wird es zwar auch künftig nicht geben, weil sie allein schon am Fehlen einer gesetzliche Definition für den Begriff "Winterreifen" scheitert. Doch jeder Autofahrer ist dazu verpflichtet, mit geeigneter Bereifung unterwegs zu sein. "Wer auf Winterreifen verzichten will", so Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee, "muss sein Auto bei widrigen Straßenverhältnissen stehen lassen und auf Bus und Bahn umsteigen."

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Es droht ein Bußgeld von 20 Euro

Damit argumentiert der Politiker korrekt in der Sache, denn auf Schnee und Eis haben Sommerreifen wirklich nichts zu suchen, wie unsere Tests auf schneebedeckten Testpisten und zugefrorenen Seen im schwedischen Bergland eindrucksvoll belegen. Keine Traktion beim Anfahren, kaum Seitenführung in der Kurve und ein mindestens doppelt so langer Bremsweg sprechen Bände. Allerdings: Bei nasser und trockener Fahrbahn ist der Winterreifen mit seiner weicheren Gummimischung und den unzähligen Lamellen dem Sommerpneu klar unterlegen. Weniger Seitenführung, weniger Aquaplaningreserven und ein längerer Bremsweg verschlechtern seine Leistungsbilanz auch bei niedrigen Temperaturen. Daran gibt es kein Deuteln. Auch wenn sich das Märchen von der Temperaturgrenze bei sieben Grad Celsius hartnäckig hält.

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Unsere Tests zeigen auch dieses Mal eindeutig: Auf nasser Piste setzt erst der Gefrierpunkt eine physikalische Grenze, auf trockener Fahrbahn indes ist der Sommerreifen selbst einige Grade unter null noch Sieger in der Haftungsfrage. Dennoch legen wir unseren Lesern den Gebrauch von Winterreifen wärmstens ans Herz, denn wer auf Sommerreifen vom Schnee überrascht wird, hat nicht nur verwachst, sondern riskiert ein Bußgeld von 20 Euro. Allerdings schützt auch ein Winterreifen nicht generell vor bösen Ausrutschern. Der Fall des Billigreifens Nankang SV-1 Snow Viva zeigt zwar respektable Leistungen auf Eis und Schnee, auf trockener Fahrbahn jedoch steht der Reifen aus Taiwan nach einer Vollbremsung erst drei Wagenlängen später als der Sommerreifen. Drei ganze Wagenlängen!

Die Billigheimer floppten

Noch dramatischer sind seine Ausfälle auf nasser Piste: eine Bremswegverlängerung von 16,7 Metern ist mit der Vorstellung des Verkehrsministers von einer "geeigneten Bereifung" sicher nicht in Einklang zu bringen. Übrigens kein Einzelfall unter den sogar im Fachhandel angebotenen Billigreifen. Auch die übrigen Billigheimer floppten in sicherheitsrelevanten Testdisziplinen und landeten beim Bremsen auf den hinteren Rängen. Ganz zu schweigen von den abschließenden Schnelllauftests, die weitere böse Überraschungen bereithielten. Den kompletten Reifen-Test inklusive ausführlicher Bewertungstabellen können Sie hier als PDF herunterladen.

Autoren: Dierk Möller, Henning Klipp

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