Winterreifen kaufen: Tipps

Winterreifen kaufen: Tipps

Alle Tipps zum Winterreifen-Kauf

Welcher Winterreifen passt auf das eigene Auto? Wann müssen die alte Pneus getauscht werden? AUTO BILD gibt Tipps zum Winterreifen-Kauf und sagt, was zu beachten ist!
Spätestens wenn das Profil der Winterreifen die Vier-Millimeter-Marke unterschreitet, ist es Zeit für neue Winterreifen. Zwar schreibt der Gesetzgeber eine Mindestprofiltiefe von nur 1,6 Millimetern vor, doch Tests mit unterschiedlichen Profiltiefen haben gezeigt: Dann sind die Reifen schon längst nicht mehr sicher. Das gleiche gilt, wenn die Pneus älter als sechs Jahre sind, oder Beschädigungen aufweisen: Dann sollten sie dringend ausgetauscht werden. Was beim Winterreifen-Kauf zu beachten ist, erklärt AUTO BILD.

Welchen Winterreifen für welches Auto kaufen?

Welcher Winterreifen auf das eigene Auto passt, ist dem Fahrzeugschein zu entnehmen.

Die passende Reifengröße steht im Fahrzeugschein.

"Neuer" Fahrzeugschein (Zulassungsbescheinigung Teil I)
: In den Zeilen 15.1 und 15.2 findet sich die Reifengröße. Sind auf Vorder- und Hinterachse unterschiedliche Dimensionen vorgesehen, kann hier auch eine Kombination eingetragen sein. Die eingetragene Reifendimension muss aber nicht zwingend montiert werden, es gibt weitere passende Reifengrößen für das Auto. Die sind im sogenannten CoC-Dokument ("Certification of Conformity", deutsch: "EG Übereinstimmungserklärung") zu finden, das entweder den Fahrzeugunterlagen beiliegt oder beim Händler angefordert werden kann.
"Alter" Fahrzeugschein: Hier findet sich die Reifengröße in den Zeilen 20 und 21 bzw. 22 und 23. Zusätzlich sind im Punkt 33 manchmal weitere möglichen Felgen- oder Reifendimensionen sowie Hinweise zur Verwendung von Schneeketten eingetragen.
Alternativ gibt es bei vielen Onlineshops (z.B. reifen.com) die Möglichkeit, direkt nach passenden Reifen für ein bestimmtes Automodell zu suchen. Damit spart man sich die Sucherei im Fahrzeugschein. 

Seit dem 1. Januar 2018 dürfen nur noch Winterreifen mit dem Alpine-Symbol verkauft werden.

Winterreifen sind am sogenannten Alpine-Symbol zu erkennen, einem Berg mit einer Schneeflocke darin. Bis zum 1. Januar 2018 mussten sie nur mit "M+S" für "Matsch und Schnee" gekennzeichnet sein, das reicht mittlerweile nicht mehr aus. Zwar dürfen die alten Reifen noch bis 2024 gefahren werden, Winterreifen, die neu verkauft werden, müssen aber mit dem neuen Symbol versehen sein. Die Größe des Reifens setzt sich aus einer Zahlen-Buchstaben-Kombination zusammen, die auf der Seitenwand des Reifens abzulesen ist. Sie sieht beispielsweise wie folgt aus: 195/65 R 15
• 195 – 195 mm Reifenbreite
• 65 – Höhen-Breiten-Verhältnis in Prozent
• R – Reifenbauart (R = radial oder D = diagonal, Diagonalreifen gibt es in der Regel nur noch bei Oldtimern)
• 15 – Felgendurchmesser in Zoll
• In einigen Fällen steht außerdem ein Lastindex dabei (z.B. 90 = 600 kg) sowie ein weiterer Buchstabe, der die zulässige Höchstgeschwindigkeit für den jeweiligen Reifen angibt (z.B. V = 240 km/h)

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Was ist beim Kauf von Winterreifen zu beachten?

Vor dem Winterreifen-Kauf sollten sich Autofahrer über ihre Bedürfnisse klar werden: Wer viel in den Bergen und kalten Gebieten unterwegs ist, benötigt Reifen, die bei Eis und Schnee sehr gute Eigenschaften aufweisen. Wer überwiegend lange Strecken fährt und oft auf der Autobahn unterwegs ist, sollte ein größeres Augenmerk auf die Langlebigkeit und das Fahrverhalten bei Nässe legen. Um den passenden Reifen zu finden, helfen Winterreifen-Tests. Dabei werden die Reifen nach genau diesen Eigenschaften beurteilt. Auch die Hersteller machen Angaben dazu. Wichtig ist es hier außerdem, auf einen möglichst geringen Rollwiderstand zu achten, denn das spart Sprit. Zudem ist für viele das Abrollgeräusch ein Kernkriterium. Da die Reifen ein wichtiger Sicherheitsfaktor sind, sollten Käufer Abstand nehmen von billigen No-Name-Anbietern. Auch wenn die China-Winterreifen stark im Kommen sind, zeigt sich im Test, dass sie gerade, wenn es um die Wintereigenschaften geht, das Nachsehen haben.

Wie kann man beim Winterreifen-Kauf sparen?

Einer der wichtigsten Punkte, um Geld zu sparen, ist auch beim Winterreifen-Kauf der Preisvergleich. Oft wird der gleiche Reifen auf dem Markt zu vielen unterschiedlichen Preisen angeboten. Hier lohnt es sich, auch den Komplettpreis inklusive Montage zu vergleichen. Online-Besteller sollten vorab schauen, in welcher Werkstatt sie die Reifen zu günstigen Konditionen montieren lassen können. Ein weiterer Einflussfaktor beim Preis: der Termin. Viele Autofahrer warten mit Reifenkauf und -wechsel bis zum ersten Schnee. Dann sind viele Winterreifen bereits ausverkauft und die Terminbücher in den Werkstätten voll. Besser ist es, sich frühzeitig (am besten schon Ende September oder Anfang Oktober) um neue Winterreifen zu kümmern. Aufgrund der noch geringen Nachfragen sind die Preise dann oft günstiger. Wer noch mehr sparen will, sollte antizyklisch kaufen. Also Sommerreifen im Winter und Winterreifen im Sommer.
Wichtig: Neue Reifen sollte man erst vorsichtig einfahren. Sie sind noch mit einer Schicht eines Trennmittels bedeckt, damit sie beim Vulkanisieren nicht an der Form kleben bleiben. Diese Beschichtung ist erst nach ein paar 100 Kilometern abgefahren. Dann ist auch die Gummischicht erst aufgeraut – der Reifen hat dann mehr Grip.

Kann man Winterreifen auch gebraucht kaufen?

Auf die Profiltiefe achten: AUTO BILD empfiehlt mindestens vier Millimeter bei Winterreifen.

Viele Kleinanzeigen-Portale aber auch Reifenhändler haben gebrauchte Winterreifen im Angebot. Auch wenn der Schnäppchenpreis oft verlockend ist, sollten Autofahrer dabei auf einiges achten. Der wichtigste Faktor ist das Alter: Winterreifen sollten nicht älter als sechs Jahre sein. Mit zunehmendem Alter verlieren sie an Qualität und dadurch auch an Sicherheit. Das Alter des Reifens ist anhand der DOT-Nummer (direkt hinter der Reifendimension abzulesen) erkennbar. Sie setzt sich zusammen aus der Kalenderwoche und dem Jahr. Ein Reifen mit der DOT-Nummer 2116 wurde also in der KW 21 im Jahr 2016 produziert. Außerdem sollten Käufer von gebrauchten Reifen die Profiltiefe messen. Unter vier Millimeter werden Winterreifen unsicher, die Profiltiefe sollte also noch deutlich darüber liegen, damit sich der Kauf lohnt. Auch der Zustand des Reifens sollte eingehend untersucht werden: Es dürfen keine Beschädigungen vorhanden sein. Wer beim Kauf gebrauchter Winterreifen auf Nummer sicher gehen will, kauft beim Händler. Der kann in der Regel besser einschätzen, ob ein Winterreifen noch fahrtauglich ist.

Autor: Lena Trautermann

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