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Winterreifen-Test 2011

Sicher durch die Eiszeit

AUTO BILD hat zwölf Winterreifen der Dimension 225/45 R 17 auf Schnee, Nässe und trockener Piste getestet. Wo liegen die Stärken und Schwächen, wer überzeugte, wer nicht?
Die Winterreifenverordnung hat viel bewegt: Im vergangenen Winter lag die Umrüstquote für Winterreifen bei 88 Prozent. Auch die Nachwirkungen der Abwrackprämie und ein hoher Neuwagenabsatz sorgten für gute Konjunktur. Die Folge: Winterreifen waren ausverkauft, die Lager bei Händlern und Herstellern leer geräumt. Angebot und Nachfrage hatten zuvor die Preise gewaltig in die Höhe getrieben, in Panik griffen die verunsicherten Autofahrer nach allem, was eine M+S-Markierung trug. Unseriöse Händler machten mit Ramschware und Ladenhütern zu Top-Preisen Kasse. Jetzt sind die Lager wieder gefüllt, doch die Reifenpreise liegen mit einem Plus von 15 bis 20 Prozent deutlich über Vorjahresniveau. Da heißt es: Preise vergleichen und auf den Euro achten. Auch wir spitzen den Bleistift und erweitern unseren aktuellen Winterreifenvergleich um das Kapitel Kostenwertung. Wie teuer ist ein Satz Winterreifen, wie viele Kilometer hält er, und wie viel Kraftstoff lässt sich über den Rollwiderstand einsparen? Bei der Benotung ist ein teurer Reifen da zunächst im Nachteil, doch unter dem Strich kann er sich trotzdem rechnen. Beispiel Michelin: Mit einem Preis von circa 750 Euro gehört der Alpin A4 zu den teuren Kandidaten im Test. Doch auf dem Abrieb- Prüfstand ist er nicht kleinzukriegen, erreicht dort die doppelte Kilometerleistung eines Durchschnittsreifens – und kassiert am Ende sogar die Auszeichnung "Ecomeister".

Infos zur Kennzeichnung

Gestaffelt nach Effizienzklassen informiert in Zukunft ein Sticker auf allen Reifen über Rollwiderstand, Nasshaftung und Abrollgeräusch. Ab November 2012 wird dieses Etikett europaweit für alle neuen Reifen zur Pflicht. Die Zertifizierung bleibt den Herstellern selbst überlassen, eine Überprüfung der Angaben durch unabhängige Stellen findet nicht statt. Eine Doppel-A-Einstufung für Spitzenwerte sowohl beim Rollwiderstand als auch bei der Nasshaftung erreicht derzeit noch kein Produkt.

Winterreifen der Dimension 225/45 R17 H/V
Schnee Nässe Trockenheit Kosten Urteil
Michelin
Alpin A4
ca. 750 Euro/Satz
2 2- 2 1 Vorbildlich
Bridgestone
Blizzak LM-32
ca. 720 Euro/Satz
1- 2- 2 2- Vorbildlich
Dunlop
SP Winter Sport 4D
ca. 725 Euro/Satz
2+ 2 2+ 3+ Empfehlenswert
Goodyear
UltraGrip Performance 2
ca. 790 Euro/Satz
1- 2 2- 3 Empfehlenswert
Uniroyal
MS plus 66
ca. 625 Euro/Satz
1- 3+ 2- 2 Empfehlenswert
Toyo
Snowprox S953
ca. 610 Euro/Satz
1- 2- 2- 3+ Empfehlenswert
Continental
Winter Contact TS 830 P
ca. 765 Euro/Satz
2 2 2- 3+ Empfehlenswert
Nokian
WR D3
ca. 620 Euro/Satz
1 3 2 3 Befriedigend
Pirelli
W 240 Sottozero Serie II
ca. 730 Euro/Satz
2 2 2- 3 Befriedigend
Nexen
Winguard Sport
ca. 490 Euro/Satz
3 3 2- 2- Bedingt empfehlenswert
Zetum
Alpine Asymmetric KW17
ca. 535 Euro/Satz
3 4+ 3+ 2- Nicht empfehlenswert
Goodyear**
Vector 4Seasons
ca. 645 Euro/Satz
3+ 3+ 2 2+ Bedingt empfehlenswert
**Ganzjahresreifen

Oben in der Bildergalerie: Alle Details zum Test

Dierk Möller

Dierk Möller

Fazit

Selten lagen die Kandidaten in der Beurteilung ihrer dynamischen Qualitäten so dicht zusammen wie in dieser Saison. Sieben Reifen überzeugen durch ausgewogene Leistung auf hohem Niveau. So entscheidet das neu eingeführte Kostenkapitel über die Top-Platzierungen. Und da führt an dem von AUTO BILD als "Ecomeister" ausgezeichneten Michelin Alpin A4 kein Weg vorbei. Dank seines niedrigen Rollwiderstands packt auch der neue Bridgestone Blizzak LM-32 den Sprung auf das Siegertreppchen. Der Ganzjahresreifen von Goodyear bleibt dagegen hinter den Erwartungen zurück.

Autoren: Dierk Möller, Henning Klipp

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