Versicherung

Wohnmobilversicherung

— 18.05.2016

Schutz fürs Wohnmobil

Urlaube im Wohnmobil liegen nach wie vor im Trend. Doch bei der Versicherung des rollenden Eigenheims sind ein paar Besonderheiten zu beachten.

Ein Wohnmobil macht den Urlaub flexibel. Man kann sich den Stellplatz aussuchen und es sich in dem rollenden Eigenheim so richtig gemütlich machen. Da aber auch beim Wohnmobil der Weg das Ziel ist, braucht das Fahrzeug entsprechend eine Kfz-Versicherung. Wie beim Pkw sind die Schadensfreiheitsklassen entscheidend für die Höhe der Versicherungsprämie. Allerdings unterscheidet sich die Skalierung vom normalen Automobil.

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Mittlerweile sind bei den Wohnmobilen 20 Klassen möglich, doch wenden viele Kfz-Versicherungen nach wie vor die Skalierung mit zehn unterschiedlichen Schadensfreiheitsklassen an. Wenn das Wohnmobil als Zweitwagen versichert wird, beginnt man in der Regel mit der Schadensfreiheitsklasse null, was circa 100 Prozent entspricht. Aber auch dabei gibt es je nach Anbieter Unterschiede. Wer sein Wohnmobil beim selben Anbieter wie seinen Pkw versichert, kann mit Rabatten rechnen. Beim Wohnmobil spielen verschiedene Faktoren bei der Festlegung der Versicherungsprämie eine Rolle. Der Neupreis des Fahrzeuges, die Kosten für den Aufbau inklusive der Einrichtung, der Wert des Vorzeltes, die Art des Aufbaus (Kasten, integriert, Alkoven, teilintegriert). Glasschäden, die beim Pkw ein paar hundert Euro kosten, können bei einem Wohnmobil richtig ins Geld gehen, das Gleiche gilt für Zusammenstöße mit einem Tier (Wildschäden).

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Auch beim Wohnmobil gilt: Angebote anfordern und vergleichen! Spartenversicherer bieten oft unschlagbar günstige Tarife. Allerdings liegt auch hier der Teufel im Detail. Gerade in den freiwilligen Kasko-Tarifen sollte man sich die Umfänge ganz genau ansehen: Wichtig ist zum Beispiel die Übernahme von Hagelschäden oder der Folgen von Marderbissen. Da das Wohnmobil oft im Freien steht, sind außerdem die sogenannten Elementarschäden wichtig: Wie schaut es bei Überschwemmungen, Blitzschlägen, Glasschäden aus? Wie hoch ist da die Selbstbeteiligung, die eventuell gesondert geregelt ist? Wie hoch der maximale Deckungsbeitrag der Versicherung? Was die Grundlage der Schadensberechnung? Manche Versicherungsgesellschaften bieten auch Rabatte für GFK-Dach (Glasfaser-Verbundstoff) oder einen besonderen Hagelschutz an.

Vollkasko oder Teilkasko?

Wie bei Pkws auch muss das Wohnmobil pflichtgemäß mit einer Haftpflichtversicherung abgesichert sein. Ob dann eine Vollkasko- oder Teilkaskoversicherung abgeschlossen wird, bleibt dem Besitzer überlassen. Bei neuen oder sehr jungen Wohnmobilen empfiehlt sich unbedingt eine Vollkaskoversicherung, auch wenn die Beiträge dann höher werden.
 
Bei der Teilkaskoversicherung werden üblicherweise Schäden, die durch Brand, Diebstahl, Raub, Sturm, Hagel, Blitzschlag entstehen, ersetzt. Auch bei Wildschäden springt die Versicherung ein. Hier sollte man sich die Police genau anschauen, um festzustellen, welche Tierarten in der Schadensdeckung enthalten sind und welche nicht. Bei manchen Versicherungen sind Vögel, Hunde, Katzen und Nutztiere, wie etwa Pferde und Kühe, nicht enthalten. Dann muss eine beitragshöhere Extra-Option gezogen werden. Übrigens muss bei vielen Tarifen der Schutz gegen Lawinen extra versichert werden. Es lohnt sich auch, bei der Einrichtung und der Kleidung genau nachzufragen, ob diese versichert sind. In der Regel hilft eine Camper-Inhaltsversicherung.
Beispiel: Saison-Beitrag für eine Wohnmobilversicherung*
Haftpflicht** Teilkasko (150 Euro SB) Vollkasko (300 Euro SB) Gesamtbetrag
175,84 Euro 131,66 Euro 356,44 Euro 532,28 Euro
*Saisonzeitraum: Mai bis Oktober; Tarifgruppe: N; SF-Klassen: Haftpflicht SF 0 (60 %), Vollkasko SF 0 (45 %); jährliche Fahrleistung 10.000 km; privater Stellplatz. **Haftpflicht inklusive Schutzbrief.
Bei den Extras, die nicht im Tarif enthalten sind, sollte man die gleichen Maßstäbe ansetzen wie beim eigenen Pkw. Da ein Wohnmobil in der Regel nur saisonal benutzt wird, sind die Aufpreise für einen Schutzbrief oder Auslands-Rechtsschutz vergleichsweise moderat. Wer sich im Ausland ein Wohnmobil mietet, sollte eine sogenannte Mallorca-Police abschließen: Ist die Deckungssumme der Mietwagenversicherung niedriger als die der eigenen Autoversicherung, übernimmt die Mallorca-Police (ist oft in der Vollkasko enthalten) die Differenz zur deutschen Versicherungssumme.

Auch im Ausland versichert

Wichtig ist, dass der Versicherungsschutz auch im Ausland vorhanden ist. Bei vielen Versicherungsanbietern ist dieses Extra schon in der Basis enthalten. Um ganz sicher zu gehen, sollte man beim Versicherer nachfragen. Damit der Auslandsversicherungsschutz nachgewiesen werden kann, muss man dann die Grüne Versicherungskarte mitführen, die online beantragt werden kann. Oft werden Wohnmobile mit Saisonkennzeichen betrieben – zum Beispiel von April bis Oktober. Während der inaktiven Phase greift dann eine Ruheversicherung, die allerdings an bestimmte Bedingungen geknüpft ist.

Zum Beispiel muss das Wohnmobil mindestens 14 Tage lang abgemeldet sein und in einer Garage oder an einen anderen sicheren Platz stehen. Wer sein Fahrzeug auf einer öffentlichen Straße parkt, riskiert den Verlust des Versicherungsschutzes. Allerdings kann man sein Vehikel nicht unendlich lange in der Garage stehen lassen: Nach zwölf bis maximal 18 Monaten erlischt die Ruheversicherung automatisch. Der Umfang einer Ruheversicherung hängt von der zuvor abgeschlossenen Versicherung ab: entweder eine Haftpflicht oder eine Kasko-Versicherung. Allerdings wird der Versicherungsschutz auf ein Mindestmaß reduziert, da das Auto nicht mehr am Straßenverkehr teilnimmt.

Wo versichern?

Interessant ist auch die sogenannte GAP-Deckung, die dann aktiv wird, wenn im Schadenfall die Restforderung aus dem Leasing- beziehungsweise Finanzierungsvertrag über dem Wiederbeschaffungswert des Wohnmobils liegt. Kurz: Bei der Auswahl der Versicherung sollte man sich nicht von einer günstigen Prämie blenden lassen, sondern genau hinschauen. Zu den sogenannten Spartenversicherungen, gehören unter anderem RMV, Accura, ESV, VHV aber auch größere Anbieter, wie die HUK, Bayerische Versicherungskammer, ADAC, Barmenia oder DEVK und andere Platzhirsche bieten Wohnmobilversicherungen an. Die kleineren Versicherungen sind bisweilen Makler beziehungsweise eine Tochter von größeren Gesellschaften. Zum Beispiel gehört Kravag zu der R+V-Versicherung. Zur Anmeldung eines Wohnmobils braucht man übrigens auch eine eVB-Nummer (elektronische Versicherungsbestätigung), die man online nach dem Stellen eines Versicherungsantrags erhält.

Autor: Wolfgang Gomoll

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Wohnwagen

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