Wolfsburg reanimiert den Ur-Bus

Samba mit Zukunft Samba mit Zukunft

Wolfsburg reanimiert den Ur-Bus

— 04.10.2006

Samba mit Zukunft

Außen gestern, innen morgen: Das US-Ideenlabor von VW hat den guten alten T1-Bus in einen Technologieträger erster Güte verwandelt.

Der VW Samba ist in den USA seit den 60ern eine Ikone – Träume von unbegrenzter Freiheit, Romantik und freier Liebe sind mit diesem Lieblingsmobil der Hippie-Bewegung verknüpft, das auch als "21 Windows-Bus" (Fenster) bekannt ist. Jetzt nutzte die US-Ideenschmiede von Volkswagen, das Electronics Research Laboratory (ERL), die 21 Fenster für einen Blick in die Zukunft: Hinter altem Design versteckt sich Elektronik der neuesten Generation. Ein Technologie-Themenpark mit 15 Ideen aus der Audio- und Video-Technologie, Sensorik, Navigation, Licht- und Solartechnik.

Stoßstange als Pinwand: Bildschirm für Botschaften des Fahrers.

Extra für das Experiment wurde ein 64er Samba zurückgekauft, von Spezialisten restauriert und innerhalb eines halben Jahres um- und aufgerüstet. Angetrieben wird der "Chameleon" genannte Technologieträger in klassischem Gewand von einem Elektromotor. Seine Akkus sind im Unterboden versteckt, neue Energie kommt aus den Solarzellen auf dem Dach, auf das natürlich permanent die Sonne scheint; "it never rains in southern California", wie der alte Schlager schon wußte. Die neuartige Lithium-Polymer-Batteriefüllung soll besonders große Reichweiten ermöglichen.

Im Cockpit ersetzt ein modernes multifunktionales Rundinstrument nicht nur den Tacho, sondern ermöglicht mit seinem großem Bildschirm auch die Online-Navigation, enthält einen MP3-Player mit Spracherkennung und dient als Einparkassistent in Verbindung mit einer Rückfahrkamera. Neben den Rückleuchten sind auch die vorderen Scheinwerfer in in LED-Technik ausgeführt: sowohl Abblend- als auch Fernlicht halten nun in Dioden-Bauweise ein Autoleben lang und leuchten deutlich heller. Auch für die Sicht der Passagiere wurde etwas getan: Ein 80 Zentimeter großes Display zaubert Kinoatmosphäre für die Mitfahrer im Fond.

Einzelstücke unter sich: Samba Chameleon vor Golden Gate Bridge.

Den Zugang zum Zukunfts-Bus kontrolliert ein elektronisches System, das die Handflächen des Fahrer scannt und diese biometrischen Daten mit Speicherinhalt abgleicht. Schlüssellos, nur durch Handauflegen gelangen Zugangsberechtige ins Fahrzeug. Mehr High-Tech-Spaß als Ernst ist eine Art elektronischer Sticker auf der hinteren Stoßstange, der wie ein Monitor Schriften und Grafiken abbildet. Damit kann der Fahrer seinen Hintermännern dann sinnige Botschaften und Lebensweisheiten übermitteln wie "I love my car" oder ähnliches. Er kann aber auch schreiben: Ich bin einmalig. Denn diesen Samba wird es nicht noch einmal geben. Der Chameleon ist und bleibt ein Technologie-Träger, beharrt Volkswagen.

Autor: Roland Wildberg

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