WRC

WRC: Vorschau Rallye Frankreich

— 30.09.2016

Vorzeitiger Titelgewinn für Ogier?

Der französische Volkswagen-Pilot Sébastien Ogier kann bei seiner Heim-Rallye zum vierten Mal in Folge Weltmeister werden. 70 Prozent der Strecke neu.

Ihr traditioneller Name ist „Tour de Corse“. Tatsächlich besinnt sich die am Freitag startende Rallye Frankreich ihrer Wurzeln als Korsika-Rundfahrt und zieht praktisch alle Teile der Mittelmeer-Insel mit ein. Der Start erfolgt in Ajaccio im Westen. Standort des Serviceplatzes ist Bastia im Norden. Und zum Ziel geht es nach Porto Vecchio ganz im Süden. Auch die vergleichsweise langen Wertungsprüfungen (WP) sind Tradition. Dieses Mal verteilen sich 390 Kilometer, 20 Prozent mehr als 2015, auf nur zehn einzelne Strecken. Darunter sind einige Monster, gleich fünf WP sind um die 50 Kilometer lang.

Ogier stimmte sich auf der Wiesn aufs Heimspiel ein

Dabei reiht sich Kurve an Kurve, kaum eine Gerade ist länger als 100 Meter. „Diese Prüfungen sind richtig anstrengend“, weiß Vorjahressieger Jari-Matti Latvala (31, Volkswagen). „Der korsische Asphalt ist sehr rau und teilweise auch etwas holprig. Die Kurven werden nicht so stark geschnitten. Dadurch kommt weniger Schmutz auf die Straße und das Griplevel ist konstant hoch. Ich habe zuletzt zweimal in Folge in Frankreich gewonnen, auch in diesem Jahr hoffe ich natürlich auf ein gutes Resultat.“

Erst zum zweiten Mal findet der französische WM-Lauf wieder auf Korsika statt, nachdem man zwischen 2010 und 2014 ins Elsass ausgewandert war, die Heimat des neunmaligen Weltmeisters Sébastien Loeb. Im vergangenen Jahr sorgten schwere Überschwemmungen für Kürzungen der Strecke.
Der hoch favorisierte Asphalt-König Sébastien Ogier (32, Volkswagen) ging wegen technischer Probleme 2015 leer aus. Nach seinem Sieg bei der zurückliegenden Rallye Deutschland kann der Franzose dieses Mal bei der Heimrallye schon vorzeitig den vierten Titel in Folge klarmachen. Dazu müsste er allerdings gewinnen und die Verfolger nur wenige Punkte holen. „Es sind einige neue Streckenteile dazu gekommen und viele Wertungsprüfungen sind verändert worden. Ich mag solche Veränderungen, weil die Rallye dann eine ganz neue Herausforderung ist“, blickt Ogier voraus.

Andreas Mikkelsen hat nur noch Außenseiterchancen

Zwar können vier Läufe vor Saisonende rechnerisch noch insgesamt sieben Fahrer Weltmeister werden. Doch realistisch hat höchstens Andreas Mikkelsen (27, Volkswagen) noch eine winzige Chance, Titelverteidiger Ogier abzufangen. „Auch wenn in der Meisterschaft noch nichts entschieden ist, mein Blick ist aktuell eher nach hinten auf unsere Verfolger Hayden Paddon, Thierry Neuville und Jari-Matti gerichtet. Den Vorsprung zu denen gilt es mit einem Podiumsresultat zu vergrößern“, hat sich der Norweger vorgenommen, aktuell mit 59 Punkten Rückstand auf Ogier Tabellenzweiter.

„Die letzte Rallye Korsika hat gezeigt, dass man schonend mit seinen Reifen und Bremsen umgehen sollte. Einfach Vollgas geben und nicht nachdenken – das wird bei dieser Rallye bestraft. Ein Schlüssel wird meiner Meinung nach die erste, 50 Kilometer lange Wertungsprüfung sein, auf der man aus dem Nichts heraus seinen Rhythmus für die gesamte Rallye finden muss.“

2015 gewann Jari-Matti Latvala für VW auf Korsika

Der angesprochene Hyundai-Pilot Neuville (28) gehört auf Korsika ebenso zum erweiterten Favoritenkreis wie dessen Teamkollege Dani Sordo (33). Beide standen bei der „Deutschland“ zusammen mit Sieger Ogier auf dem Podium. Stark wird auch Kris Meeke (37, Citroën) eingeschätzt. Der Nordire kann allerdings anders als bei seinen Siegen auf dem Schotter von Portugal und Finnland nicht auf den Vorteil seiner Startposition hoffen. Meeke fährt zwar von Position neun wieder lange nach Ogier los – auf Asphalt ist das wegen der zunehmend schmutziger werdenden Strecke allerdings eher ein Nachteil.

Die Rallye Frankreich ist der erste WM-Lauf für Volkswagen unter dem Kommando von Sven Smeets (44), der Jost Capito (58) als Motorsportdirektor abgelöst hat. Bei Hyundai steht die Premiere der sogenannten R5-Variante des Hyundai i20 (rund 285 PS, Allradantrieb) im Mittelpunkt, mit dem die koreanische Marke zukünftig in der Kategorie WRC2 gegen Skoda, Citroën, Peugeot und Ford bestehen will. Neu sind im Vergleich zu 2015 auch rund 70 Prozent der Strecke. Start ist am Freitag um 8:00 Uhr in Ajaccio, Ziel am Sonntag um 14:30 Uhr in Porto Vecchio.

Die Rallye Frankreich im Fernsehen

Freitag, 30. September 2016
18:00 Uhr      Sport1          Highlights 1. Tag
22:45 Uhr      Sport1+        Highlights 1. Tag

Samstag, 01. Oktober 2016
18:30 Uhr      Sport1          Highlights 2. Tag

Sonntag, 02. Oktober 2016
01:20 Uhr      Sport1+        Highlights 2. Tag
12:00 Uhr      Sport1+        Wertungsprüfung 10 live
15:45 Uhr      Sport1          Zusammenfassung
20:15 Uhr      Sport1          Highlights 3. Tag

Montag, 03. Oktober 2016
02:25 Uhr      Sport1+        Highlights 3. Tag

Autor: Christian Schön

Fotos: Picture-Alliance

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