WRC

WRC: VW-Sieg in Spanien

— 16.10.2016

Ogier zum vierten Mal Weltmeister

Jubel bei VW: Mit dem Sieg bei der Rallye Spanien verteidigte Volkswagen-Pilot Sébastien Ogier schon zwei Läufe vor Saisonende seinen WM-Titel.

Das nennt man einen Titelgewinn mit Stil. Durch den Sieg bei der Rallye Spanien hat sich Sébastien Ogier (32) zum vierten Mal in Folge die Weltmeisterschaft gesichert. Der Volkswagen-Pilot aus Frankreich und Beifahrer Julien Ingrassia (36) waren nur während der ersten, auf Schotter ausgetragenen Etappe unter Druck. Auf diesem Abschnitt hatte Dani Sordo (33) im Hyundai die Führung übernommen. Doch kaum wechselte die Rallye auf Asphalt, hatte auch der Lokalheld keine Chance mehr gegen Ogier. Nach 19 Wertungsprüfungen über insgesamt 320 Kilometer betrug der Rückstand 15,6 Sekunden.

Ogier durfte erneut feiern: WM-Titel verteidigt

„Ein starker Schlusspunkt unter eine starke Saison“, fasste Ogier nach der Zieldurchfahrt zusammen. „Meine einzige Sorge war, nicht wieder denselben Fehler zu machen wie letztes Jahr.“ Damals warf Ogier den Spanien-Sieg wenige Kilometer vor dem Ziel durch einen Unfall fort. „Ich habe wirklich versucht, Druck auf Sébastien auszuüben“, sagte Sordo. „Aber es hat nicht gereicht. Ich bin enttäuscht, meine Heimrallye nicht gewonnen zu haben.“
Mit dem dritten Sieg in Folge setzte Ogier einen überzeugenden Schlusspunkt unter seine bisher schwierigste Saison bei Volkswagen. Die für 2016 geänderte Regel zur Startreihenfolge hatte den Titelverteidiger bei den sechs Schotter-Rallyes im Sommer massiv benachteiligt. Nach einem halben Jahr ohne Sieg hatte Ogier zeitweise sogar mit dem Rückzug gedroht. Acht oder neun Siege wie in den vergangenen drei Jahren wird er 2016 definitiv nicht erreichen. Nach dem immerhin fünften Sieg – kein anderer Pilot hat mehr als zwei auf dem Konto – dürften dennoch die Argumente fehlen, das Reglement für kommendes Jahr zu seinen Gunsten zu überarbeiten.

Mikkelsen baute einen heftigen Crash in Spanien

Das Duell um Rang drei zwischen Volkswagen-Fahrer Andreas Mikkelsen (27) und Thierry Neuville (28) im Hyundai endete am Samstag abrupt mit einem heftigen Unfall des Norwegers. Durch den Aufprall gegen eine Leitplanke wurde der Polo R WRC ausgehebelt und überschlug sich auf der Straße. „Ich war schlicht zu schnell“, gab Mikkelsen zu, der wie Beifahrer Anders Jæger mit dem Schrecken davonkam.

Neuville nahm dieses Geschenk dankend an und fuhr Rang drei ins Ziel, wenn auch mit mehr als einer Minute Rückstand auf Ogier und Sordo. Die gerade erfolgte Vertragsverlängerung mit Hyundai hat für Neuville offensichtlich als Motivationsschub gewirkt. „Mein Wochenende war nicht optimal, ich hatte zu viele kleinere Probleme“, schränkte er ein. „Aber am Ende zählt das tolle Ergebnis für das Team.“ Nach diesem Erfolg ist  der Belgier in der Tabelle punktgleich mit Mikkelsen, der Kampf um die Vize-Weltmeisterschaft wird doch noch einmal spannend.

Kris Meeke spielte diesmal keine große Rolle

Hyundai verkürzte den Rückstand zu Tabellenführer Volkswagen auf 62 Punkte. Zumindest die Entscheidung in der Marken-Weltmeisterschaft ist damit vertagt. Ursache dafür war auch das bescheidene Ergebnis von Jari-Matti Latvala (31). Das Pech, das dem Finnen im Verlauf der bisherigen Saison treu geblieben war, ließ ihn auch in Spanien nicht im Stich. Latvala erwischte am Freitag einen Metallpfosten so unglücklich, dass er seinen Polo R WRC mit beschädigter Vorderradaufhängung abstellen musste. Er konnte zwar zur folgenden Etappe neu starten und wurde als 14. gewertet. Durch diese erneute Nullrunde wird es aber nichts mehr mit der Verteidigung des Vizeweltmeister-Titels.

Auch Kris Meeke (37), der in der laufenden Saison bereits zwei Rallyes gewonnen hat, spielte in Spanien keine Rolle. Der Citroën-Pilot konnte nach einem Überschlag am Freitag zunächst weiterfahren, verlor durch Reifenschäden aber anschließend noch mehr Zeit. Am Sonntag fiel er schließlich mit Motorschaden ganz aus. Auch Armin Kremer (47), der einzige Deutsche am Start, kam nicht ins Ziel. Von der tiefstehenden Sonne geblendet, rutschte er mit seinem Skoda in einen Graben. Dabei zog er sich schmerzhafte Prellungen zu und verzichtete auf den Neustart. Der Sieg in der Kategorie WRC2 ging an Skoda-Werkspilot Jan Kopecký (37).

Autor: Christian Schön

Fotos: Picture-Alliance

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