WTCC: Anspruchsvolles Valencia

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WTCC: Anspruchsvolles Valencia

— 18.05.2007

Chancen für Jörg Müller

Am 19. und 20. Mai steht in Spanien das dritte Rennwochenende der Tourenwagen-WM an. In Ricardo Tormo geht es winklig zu.

Jörg Müller gewann sowohl 2005 als auch 2006 ein Rennen auf der schwierigen Strecke in der spanischen Küstenstadt. Als Zweiter der aktuellen Gesamtwertung reist Müller mit der Favoritenbürde an. Exklusiv in AUTO BILD MOTORSPORT zieht der in Holland geborene beste deutsche WTCC-Pilot ein erstes Fazit.

AUTO BILD MOTORSPORT: Die Saison in der Tourenwagen-WM ist jetzt vier Rennen alt. Wie lautet Ihre Zwischenbilanz? Jörg Müller: In den letzten Jahren habe ich mich am Saisonanfang sehr schwer getan. Jetzt bin ich Tabellenzweiter. Viel besser hätte es also gar nicht laufen können.

In Valencia zählt Jörg Müller zum Kreis der Favoriten. 2005 und 2006 gewann er hier je einen Lauf.

Woher kommt die Steigerung? Der große Fortschritt kam schon Mitte der Saison 2006, als mein Team auf andere Stoßdämpfer (von Sachs zu Öhlins; d. Red.) umgerüstet hat. Seitdem bin ich auf einem Niveau mit Weltmeister Andy Priaulx (hat Dämpfer von Moton; d. Red.). Der fährt schließlich auch einen BMW und war für mich immer der Maßstab.

Ihr langjähriger Teamkollege Dirk Müller wurde 2007 durch Augusto Farfus ersetzt. Erhöht das den Erfolgsdruck auf Sie? BMW hat mich noch nie unter Druck gesetzt und bestimmte Ergebnisse gefordert. Den Druck mach ich mir selber.

Wie ist Ihr Verhältnis zu Farfus? Als Pilot von Alfa Romeo ist er Ihnen ja öfter mal auf der Piste in die Quere gekommen. Augusto ist schon 2006 ruhiger geworden. Wir haben inzwischen ein sehr gutes Verhältnis.

Farfus kommt wie Sie aus dem Formel-Sport. Sind Formel-Rennen für Sie noch ein Thema? Nee, das ist vorbei. Ich würde gern noch einmal Rennen mit Prototypen (wie zum Beispiel beim 24-Stunden-Rennen in Le Mans; d. Red.) fahren. Außerdem natürlich Langstrecken-Rennen im Tourenwagen. Aber dazu fehlt im Moment einfach die Zeit.

Ist das Leben eines Fahrers in der TW-WM so zeitaufwendig? Es sind ja nicht nur die Rennen, dazu kommen die Tests, Fitnesstraining und Einsätze als Instruktor in der Formel BMW.

Im Formationsflug: Jörg Müller und Augusto Farfus, Zandvoort 2007. Ein gutes Omen für die Rennen in Valencia.

Wie groß ist der Unterschied in der Nachwuchsförderung im Vergleich zu Ihren Anfängen? Riesig. In meiner Jugend war es so, dass du jede Mark zusammengekratzt hast, um ein paar Testrunden zu finanzieren. Wenn du dich dabei gut angestellt hast, hat der Teamchef gesagt: "Du kannst fahren. Du musst nur noch so und so viel Geld mitbringen." Erklärt, wie so ein Rennauto funktioniert, hat dir damals niemand.

Sie sind vor Kurzem ein Einladungsrennen mit dem Motocross-Motorrad gefahren. Ein Rückfall in Ihre Jugend, als Sie Zweirad-Mechaniker gelernt haben? Ich fahre oft Motorrad, aber ganz normal auf der Straße. Bei diesem Rennen habe ich ziemlich alt ausgesehen.

Machen Sie auch mal etwas, was nichts mit Motoren zu tun hat? Na klar, ich gehe regelmäßig tauchen. Inzwischen habe ich schon über 100 Tauchgänge. Ich freue mich jetzt schon auf den bevorstehenden Tauchurlaub mit meiner Freundin Susanne in Ägypten.

Sie waren lange F1-Testfahrer. Wie beurteilen Sie die Serie im Jahr 2007? Ehrliche Antwort – ich habe keine Ahnung. Ich verfolge die F1 kaum noch. Dazu habe ich einfach keine Zeit.

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