Guerrieri

WTCC: Guerrieris Debüt

— 09.08.2016

López-Nachfolger gefunden?

José María López dominiert die Tourenwagen-WM nach Belieben. Nach dem starken Debüt von Landsmann Esteban Guerrieri könnte sein Ersatz gefunden sein.
 

Die Parallelen sind zu auffällig: José María López gab 2013 in einem privaten BMW 320 TC von Wiechers ein Gastspiel beim Heimrennen im Argentinien – und gewann auf Anhieb ein Rennen. Das war die Initialzündung für eine erstaunliche WTCC-Karriere, in der er in nur drei Jahren 28 Rennsiege holte und sich damit auf Rang zwei in der ewigen Bestenliste hinaufarbeitete.

Nun könnte sich die Geschichte wiederholen. Auch Esteban Guerrieri kommt aus Argentinien, auch er absolvierte am Wochenende beim Heimrennen einen Gaststart, auch er konnte auf Anhieb überzeugen: Qualibestzeit, als einziger Fahrer blieb er unter der Zeit von 1:43 Minuten auf dem 4,805 Kilometer langen Kurs in Santiago del Estero! Sein privat vom Campos-Team eingesetzter Chevrolet RML Cruze TC1 hat zwar 80 Kilogramm weniger Ballastgewicht als der Citroën C-Elysée, aber das ist verglichen mit den Rennen davor nichts Neues. Eine solche Performance kam trotzdem völlig überraschend.
López-Wechsel in die Formel E: Die Hintergründe

Wird Guerrieri der neue Superstar der Tourenwagen-WM?

Allein: Weil Guerrieri in der Boxengasse die rote Ampel überfuhr, wurde seine Zeit wieder aberkannt und er in der Startaufstelliung zurückversetzt. In den Rennen kam er daher nicht über die Plätze zehn und sechs hinaus. Eindruck aber hat er hinterlassen. Nachhaltig. Jetzt stellt sich die Frage: Ist er der neue Superstar der WTCC, der nach dem Wechsel von López in die Formel E dringend gesucht wird? Er selbst sagt: „Das war zunächst mal eine einmalige Sache.  Wenn sich aber eine weitere Möglichkeit bietet, werde ich die prüfen."

López selbst ist bei seiner Jagd auf den Titel-Hattrick kaum mehr zu schlagen: Mit dem 28. Sieg seiner WTCC-Karriere schraubte er den Vorsprung in der WM auf Honda-Pilot Tiago Monteiro auf 117 Punkte nach oben. 284:167 Punkte steht es nun zwischen den beiden – und weil das Thailand-Rennen gemäß Motorsport-total.com ersatzlos gestrichen wird, bleiben nur noch sechs Rennen in Japan, China und Katar.

Autor: Michael Zeitler

Fotos: Hersteller

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