Tourenwagen-WM

WTCC: Vor Nürburgring-Generalprobe

— 09.05.2017

Vier Sieger in vier Rennen

Die Tourenwagen-Weltmeisterschaft ist 2017 so umkämpft wie eh und je. In den ersten vier Rennen siegten vier verschiedene Hersteller. Deutsches Team mit Rückstand.

Nach dem Ausstieg von Seriendominator Citroën war klar, dass die Saison 2017 in der Tourenwagen-Weltmeisterschaft richtig spannend wird. Aber die hohen Erwartungen wurden sogar noch übertroffen: In den ersten vier Rennen setzten sich vier verschiedene Sieger durch – mit vier verschiedenen Herstellern!

Beim Auftakt in Marokko siegten Esteban Guerrieri und Tiago Monteiro. Gutes Zeichen: Guerrieri zeigte, dass auch das älteste Auto im Feld noch siegen kann: Der Chevrolet RML Cruze. Zwar profitierte der Argentinier in Lauf eins von der umgedrehten Startaufstellung, aber auch dort werden die langsamen Fahrer normalerweise in üblich harter Tourenwagen-Manier nach hinten durchgereicht.
Dieser Formel 1-Sohn fährt in der Tourenwagen-Weltmeisterschaft mit: HIER

Monteiro führt seit seinem Sieg in Marokko die Tabelle an. Der Portugiese fährt für das Honda-Werksteam, das zwar als Favorit gilt, aber auch noch Schwächen hat: Das PS-Defizit von 20 Pferdestärken konnte über den Winter nicht wettgemacht werden. Die neuen Aerodynamikentwicklungen (verbesserte Luftführung durch Löcher in der Karosserie) scheinen dafür zu greifen.

Tiago Monteiro führt momentan die Tourenwagen-WM an

In Monza siegten Tom Chilton und Thed Björk. Chilton sitzt in einem bis letztes Jahr noch dominierenden Citroën C-Elysée. Der französische Konzern hat die Autos über den Winter nicht weiterentwickelt. Theoretisch wäre das erlaubt gewesen: Nach drei Saisons dürfen Werke komplett neue Wagen an den Start bringen. Diese Frist wäre abgelaufen. Doch Citroën machte davon nicht Gebrauch, sondern verkaufte die Werkswagen nur an Kunden.

Unter anderem auch an das deutsche Münnich-Team. Weil die Mannschaft von René Münnich mit Rob Huff einen Ex-Weltmeister verpflichten konnte, gilt sie als Mitfavorit. Bei den Wintertestfahrten wurde Huff auch von ehemaligen Citroën-Chefmechanikern unterstützt. Doch in Marokko sammelte er wegen eines Ausfalls und Problemen nur zwei Punkte. In Monza fuhr er immerhin zwei Mal auf das Treppchen. Noch ist die WM für Huff nicht gelaufen.

Der Sieg von Björk in Monza zeigt auch, dass mit Volvo 2017 zu rechnen ist. Als Testfahrer ist inzwischen der Tourenwagen-Rekordsieger Yvan Muller an Bord. Er hat im Team aufgeräumt, neue Leute eingeschleust und bei der Entwicklung des Fahrzeugs geholfen. Björk dominierte das Rennen in Italien prompt. In der WM liegt er nur 15 Punkte hinter Monteiro. Am 14. Mai geht es in Budapest weiter. Das Wochenende in Ungarn ist die Generalprobe für den Nordschleifen-Kracher zwei Wochen später im Rahmen des 24-Stunden-Rennens vom Nürburgring.

Autor: Michael Zeitler

Fotos: Hersteller / picture-alliance

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