Wohnmobil-Test: WUK auf VW Caddy

WUK auf VW Caddy: Wohnmobil-Test

— 24.04.2017

Da ist alles an Bord

Große Ideen für kleine Autos gibt es viele. Doch Ingo Degenhart fand nicht, was er suchte. Also plante er selbst einen Ausbau.

Außen ist es nur ein kleiner Caddy. Innen dagegen findet sich alles, was ein Camper unterwegs so braucht – nicht nur eine Mini-Küche, sondern auch eine Toilette. Nur das Duschen klappt im WUK nicht. Wie: WUK? Das steht, klärt Ingo Degenhart auf, für Wohnmobil-UltraKompakt. Der Architekt und frühere Stadtbaumeister in Ulm zog einst in seinem Audi A2 campend durch die Toskana. Das waren erste Versuche, später schaute er sich die Lösungen an, die andere Ausbauer für kleine Autos anboten – und war nicht zufrieden. "Alle haben hinten einen Riegel quer stehen", sagt er, "das gefiel mir nicht." Denn wer kochen will, steht draußen, bestenfalls im Heckzelt.
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Das System ist maximal flexibel

Mahlzeit: Zu zweit sitzt es sich angenehm am Tisch, nur die Höhe ist gering.

Degenhart ging das Thema an, wie es sein Beruf ihm vorgab. Er dachte in Räumen, Wegen und Bewegungen, nahm sich sechs Jahre Zeit, baute seine Entwürfe, korrigierte und optimierte: Das Ergebnis ist ein L-förmiger Grundriss, gebaut aus einem System niedriger Boxen, die alles schlucken und möglichst viel Höhe lassen. Dennoch: Große Menschen stoßen in kompakten Räumen wie einem Caddy schnell an Grenzen, auch wenn der Ausbau gut organisiert ist. Basis seiner Idee ist die Modularität: Degenharts Systemboxen lassen sich kombinieren und ergänzen. Ob VW Caddy mit kurzem oder langem Rad stand, mit oder ohne Rückbank oder einem hinteren Sitz: Die sehr solide geschreinerten, mit robustem Laminat beschichteten Kisten spielen mit. Auch an die Maße anderer Fahrzeugmodelle hat Degenhart seine Einbausätze adaptiert: Für Hochdachkombis wie Ford Transit Connect, Mercedes Citan oder Renault Kangoo liefert er Ausbausets, ebenso für Busse – zum Beispiel den VW T6, Mercedes V-Klasse oder Ford Transit. "Alles, was mindestens 160 mal 112 Zentimeter Grundfläche hat, lässt sich bestücken", sagt Degenhart.

Wohnmobil-Test: WUK auf VW Caddy

Aufgerüstet werden kann ganz nach Geschmack und Anspruch

Das Bett lässt sich von innen bauen, ein passendes Matratzenset gibt es als Option.

Für den Gesetzgeber allerdings ist das ultrakompakte Wohnmobil gar keines. Der Ausbau gilt als Ladung, die entsprechend gesichert sein muss. Degenhart löst dies mit zwei auf den Fahrzeugtyp angepassten Bodenplatten, die wie ein Puzzle ineinandergreifen und von den Zurrösen fixiert werden. Rändelschrauben halten die Möbelboxen in Position, die Platten für die Liegefläche sind seitlich verschraubt. Alles findet seinen festen Platz – bis hin zu Tellern und Besteck. Aufrüsten lässt sich das Ultrakompakt-Konzept ganz nach Wunsch. Eine Wasserversorgung mit zwei Kanistern, Spüle und Elektropumpe kostet 500 Euro, Matratzen gibt es ab 135 Euro, ein clever einklemmbares Vorhangsystem ist ab 280 Euro zu haben. Sogar eine Brennstoffzelle will Ingo Degenhart künftig anbieten – über 4000 Euro teuer, jedoch ökologisch sehr korrekt und Garant für enorme Autarkie. Klar, eng bleibt es im kurzen Caddy, zaubern können auch Architekten nicht. Doch immerhin lässt sich eine Liegefläche von 111 auf 183 Zentimeter bauen, genug für zwei, die sich mögen. Und im Alltag bleibt der Caddy, was er ist: ein superpraktischer Hochdach-Fünfsitzer.

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Autor:

Thomas Wirth

Fazit

Modulsysteme sind nicht neu, doch dieses hier löst die Aufgabe anders: Wer beweglich und nicht zu groß ist, kann im Auto bis aufs Duschen alles erledigen – sehr praktisch bei schlechtem Wetter. Die Teile sind hochwertig verarbeitet, sehr flexibel – und nicht billig.

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