Youngtimer Trophy

Youngtimer Trophy: Familie Reich

— 29.09.2016

Das Generationen-Duell

Uwe Reich und Sohn Marc-Uwe von Niesewand starten mit einem Audi 50 in der Youngtimer-Trophy, die am Wochenende am Nürburgring gastiert.

Die Familie sitzt auf der Bierbank. Es wird gegrillt. Im Hintergrund schrauben Mechaniker am Audi A50 – Reifen drauf, Öl gewechselt, Tank aufgefüllt. Dann zieht Marc-Uwe von Niesewand (33) den Helm auf und fährt los: Training zur Youngtimer-Trophy. Rund 180 Piloten heizen mit Klassikern der Baujahre 1966 bis 91 wie dem Opel Ascona A, dem Ford Escort oder dem VW Golf 1 über die Strecke. Als wäre die Zeit stehen geblieben.

Das gilt erst recht für Uwe Reich (75), Vater von Marc-Uwe. 40 Mal startete er beim 24-Stunden-Rennen am Nürburgring und ist damit bis heute der Rekordhalter in der Grünen Hölle. „Wenn man älter wird, überlegt man mehr. Da steckt man eher mal zurück und bringt das Auto lieber heim“, erzählt er. Das Eifelwetter hat ihn über die Jahre geschult, daher hofft er am Wochenende, wenn die Youngtimer-Trophy am Nürburgring zum siebten Rennen des Jahres anreist, auf Regen. Reich: „Das liegt mir einfach. Da kannst du nicht einfach aufs Gas drücken, sondern brauchst echtes Fingerspitzengefühl."

Seinem Sohn Marc-Uwe macht er aber nichts mehr vor. „Logisch ist er viel schneller“, lacht Reich. Marc-Uwe von Nieselwand, der 2012 den Renault Clio Cup Bohemia als Meister beendete, wirft sofort ein: „Es geht vor allem darum, Spaß zu haben. Und für uns ist es auch eine Gelegenheit, die Familie zu treffen. Wir wohnen recht weit auseinander. Das hier ist einfach unser Ding.“ Ehrgeiz ist dennoch dabei. „Sobald ich in der Kiste sitze, hasse ich es, Zweiter zu werden“, schmunzelt er.

Die Familie Reich hat sichtlich Spaß

Die Kiste, das ist der restaurierte und aufgemotzte Audi A50. Die Familie Reich fährt in der Gruppe 2, in der bis zu 1,3 Liter Hubraum erlaubt sind und technisch durchaus etwas gemacht werden kann: Der Vierzylinder-Motor ist von der Serienleistung von 60 PS auf 145 PS aufgemotzt worden. Integriert sind außerdem eine Rennkupplung und ein Rennfahrwerk, mit neuen Dämpfern, Federn und Achsgeometrie.
Trotz der Veränderungen ist das Reglement strikt: Es muss dem Homologationsblatt von 1975, als das Auto entstanden ist, entsprechen. „Trotzdem ist der Wagen heute fünf bis sechs Sekunden pro Runder schneller, alleine wegen der Reifen, dem Benzin, aber auch den Ölen. Das hat sich alles weiterentwickelt“, weiß von Niesewand.

In der Youngtimer-Trophy sind Allround-Fähigkeiten gefragt: Gefahren werden Rennen bis zu drei Stunden, dazu am Saisonende auch eine Rallye. Uwe Reich meint: „Das hält mich geistig und körperlich fit.“ Dann steigt auch er ein – und beendet die Fahrt ebenso mit einem breiten Grinsen im Gesicht wie zuvor der Sohn.
Tourenwagen Classics: Flotte Klassiker

Autor: Michael Zeitler

Fotos: S. Eckhardt

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