Zetsche macht Mut

Zetsche macht Sindelfingen Mut

— 07.12.2009

Keine Stellen in Sindelfingen in Gefahr

Daimler-Chef Zetsche versucht die Mitarbeiter im Stammwerk Sindelfingen zu beruhigen. Wegen der Produktionsverlagerung nach Bremen werde kein einziger Job verloren gehen.

(dpa/sb) Daimler-Chef Dieter Zetsche hat den Mitarbeitern im größten Mercedes-Werk Sindelfingen eine Beschäftigungsgarantie gegeben. Trotz der Verlagerung der Mercedes-C-Klasse "geht hier kein einziger Job verloren", sagte Zetsche vor tausenden Beschäftigten bei einer Betriebsversammlung. Generell wolle er den Standort Sindelfingen verlässlich sichern. "Auch dazu mache ich hier eine verbindliche Zusage: Die nächste Generation der E- und S-Klasse wird definitiv hier in Sindelfingen gebaut", sagte er. Im November 2009 verzeichnete Daimler den zweiten Monat in Folge ein kräftiges Absatzplus. Die Mitarbeiter reagierten zurückhaltend auf die Versprechen. "Wir brauchen das schriftlich, verbindlich und klar", sagte Gesamtbetriebsratschef Erich Klemm laut einer Sprecherin. Er fordert den Vorstand zudem auf, bis 2020 auf betriebsbedingte Kündigungen zu verzichten.

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Zetsche war bei der Betriebsversammlung nach Teilnehmerangaben mit Buhrufen und einem Pfeifkonzert empfangen worden. Klemm erklärte erneut, dass er die Entscheidung für eine Verlagerung der C-Klasse für falsch hält. Bereits am Freitag (4. November 2009) hatten 15.000 Beschäftigte gegen den Beschluss demonstriert. Zetsche erklärte, insgesamt entstünden 200 Jobs mehr als von 2014 an durch die Verlagerung der C-Klasse nach Bremen und ins US-Werk Tuscaloosa verloren gingen. Sindelfingen bleibe auch künftig "unser wichtigstes Werk: Das Herz von Mercedes, das Zentrum der E- und S-Klasse, der Treiber unserer technologischen Innovationen", versprach Zetsche. "Seien Sie versichert: Der Dreh- und Angelpunkt für die zweite Erfindung des Automobils ist und bleibt Sindelfingen."

Neue Aufgaben für Sindelfingen

Der Vorstandschef verteidigte die Entscheidung bei der C-Klasse. "Wenn sich die Welt draußen ändert, dann müssen wir es auch tun." Der Schritt sei unabwendbar. "Jede fünfte C-Klasse weltweit verkaufen wir bereits heute in den USA – und es hat unabweisbare Vorteile, wenn wir ab 2014 auch jede fünfte C-Klasse dort produzieren." Neben der Montage des Sportwagens SL werde Daimler weitere Aufgaben nach Sindelfingen ziehen, kündigte Zetsche an. Dabei gehe es unter anderem um den Bau von Vorrichtungen und Werkzeuge, die Montage der Hybridantriebe und die Sitzfertigung für weitere Modelle. Zudem sollten Arbeitskräfte aus der Produktion für eine Tätigkeit "im Planungs- und Entwicklungsumfeld" qualifiziert werden. Insgesamt 2000 Jobs würden neu geschaffen. Allerdings fallen wegen der Produktionsverlagerung der C-Klasse im Gegenzug auch 1800 Stellen weg.

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