Zetsche-Vertrag verlängert
— 21.02.2013Dämpfer für Daimler-Boss
Daimler-Chef Dieter Zetsche wurde bei seiner Vertragsverlängerung ausgebremst: Statt fünf bleibt er nur noch drei weitere Jahre auf seinem Posten.
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Nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa hatte sich vor allem die Arbeitnehmerseite für die geringere Vertragslaufzeit starkgemacht. Zugleich wurde auch der Kontrakt von Forschungsvorstand Thomas Weber nur bis Ende 2016 erneuert. An der Börse gaben die Papiere des Autobauers nach der Bekanntgabe um mehr als zwei Prozent auf rund 44,27 Euro nach.Nach Angaben von Daimler hat die kürzere Periode Altersgründe: Man habe sich entschieden, die Verträge aller Vorstände, die während einer Vertragsverlängerung 60 Jahre alt sind oder es werden, nur noch um drei Jahre zu erneuern. Zetsche wird damit bis Ende 2016 verpflichtet. Der 59-Jährige steht seit Anfang 2006 an der Spitze des Konzerns. Sein Vertrag wäre Ende 2013 ausgelaufen. Einem Daimler-Sprecher zufolge sei die Entscheidung für die Verlängerung einstimmig gewesen: "Erfolgreiche Unternehmen entwickeln ihre Strategien gemeinsam mit den Vertretern der Arbeitnehmer", sagte Gesamtbetriebsratschef Erich Klemm der Nachrichtenagentur dpa. "Die jetzt beschlossenen Veränderungen erleichtern einen solchen konstruktiven Dialog."
Zetsche hat das Ziel ausgerufen, bis 2020 an den Konkurrenten Audi und BMW vorbeizuziehen. Zuletzt hatte er allerdings sowohl für den Gesamtkonzern als auch für die wichtige Autosparte einen Rückgang beim operativen Gewinn bekannt geben müssen. Beim Absatz und Umsatz verbuchte der Autobauer indes neue Bestwerte.
Mit Zetsches Wiederbestellung geht auch ein Umbau des weiteren Vorstands einher: Produktionschef Wolfgang Bernhard, dessen Vertrag erst vor knapp einem Jahr bis 2018 verlängert worden war, wechselt von April an in das Vorstands-Ressort für Daimler Trucks. Der bisherige Truck-Chef Andreas Renschler wird im Gegenzug Chef für Produktion und Einkauf von Mercedes-Benz Pkw und Mercedes-Benz Vans. Aus mit der Sache vertrauten Kreisen hieß es, den Arbeitnehmervertretern sei es wichtig gewesen, dass Bernhard "nicht mehr Pkw" mache. Der einst als Kronprinz gehandelte Manager hatte in der Vergangenheit für Unmut gesorgt, als es um Einsparungen bei Mercedes-Benz ging.
"Ursprünglich war er mal in der Rolle des Kronprinzen", sagte Branchenkenner Willi Diez von der Hochschule Nürtingen-Geislingen. "Im Moment hat man nicht den Eindruck, dass es einen Kronprinzen gibt." Allerdings falle zur Zeit häufiger der Name von Finanzvorstand Bodo Uebber.
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