ZF Smart Urban Vehicle: Vorstellung

ZF Smart Urban Vehicle: Vorstellung

— 09.07.2015

Schlau, sauber, praktisch

ZF hat den Prototypen eines E-Stadtautos vorgestellt. Das Smart Urban Vehicle fährt lokal emissionsfrei, ist extrem wendig und mit Fahrer und Umwelt vernetzt.

Verstopfte Straßen, keine Parkplätze, verpestete Luft: Damit es in Großstädten nicht irgendwann zum Verkehrskollaps kommt, müssen neue Konzepte für den urbanen Verkehr her. Zulieferer ZF aus Friedrichshafen hat interessante Ideen, wie das Stadtauto der Zukunft aussehen könnte: Das komplett eigenständig aufgebaute Konzeptauto Smart Urban Vehicle fährt lokal emissionsfrei, ist super wendig und dank schlauer Vernetzung teilautomatisiert unterwegs.

NASA baut Stadtauto der Zukunft

Mehr zum Thema: Connected Car
Ohne Hände: Autonomes Fahren

Sieht krank aus, ist clever: Die Vorderräder können bis zu 75 Grad eingeschlagen werden.

Eine neue Vorderachskonstruktion ermöglicht einen Einschlagwinkel der Vorräder von bis zu 75 Grad – das ist ziemlich clever. Denn so flutscht das Smart Urban Vehicle in kleinste Parklücken von nur vier Metern Länge; bei einem Wendekreis von weniger als sieben Metern ist das Umdrehen auf einer zweispurigen Straße überhaupt kein Problem. Unterstützt werden die Lenkbewegungen an der Vorderachse vom Torque-Vectoring-System des Hinterachsantriebs, das die Antriebskraft individuell auf die beiden Hinterräder verteilt.

Denn hier, an einer von ZF neu entwickelten Verbundlenker-Hinterachse names eTB (electric Twist Beam), sitzen am linken und rechtem Rad je ein E-Motor mit 40 Kilowatt Leistung. Die schaufeln laut ZF bis zu 1400 Newtonmeter auf die Achse, und bei bis zu 21.000 Touren pro Minute soll der kleine Stadtflitzer Tempo 150 erreichen.

Vollautomatisiertes Einparken schont Nerven und spart Platz

Video: BMW i3 CES 2015

Der BMW Einpark-Butler

Wer trotz aller Wendigkeit lieber nicht selber einparken möchte, kann das auch dem Auto überlassen. Der Smart Parking Assist erkennt nicht nur freie Parkplätze, sondern bringt den Prototypen auch vollautomatisch quer und längs zur Fahrbahn in die Lücke. Seine Informationen bezieht der Parkassistent von zwölf Ultraschallsensoren und zwei Infrarotsensoren an Front-, Heck- und Längsseiten des Fahrzeugs; die Steuerelektronik gibt die entsprechenden Befehle an den Elektroantrieb und die Elektrolenkung. Der Fahrer kann entweder gemütlich sitzen bleiben oder das Einparken per App auf der Smartwatch oder dem Smartphone befehlen. Das Auto fahre dann in Schrittgeschwindigkeit los und suche einen geeigneten Parkplatz, so ZF. Das habe gleich zwei Vorteile: Der Fahrer spart Zeit, wenn das Auto alleine einparkt. Und die Parklücken könnten kleiner werden, da die Türen nicht geöffnet werden müssen.

Range Rover mit Fernsteuerung

Bei bekannten Strecken: Auto reguliert Geschwindigkeit

In einer Cloud werden Daten zu gefahrenen Strecken gespeichert.

Noch eine schlaue Idee: Der PreVision Cloud Assist speichert Daten zu gefahrenen Strecken in einer Cloud. Wird dieselbe Strecke ein zweites Mal befahren, rechnet der Assistent anhand der vorher gespeicherten Erfahrungswerte die optimale Geschwindigkeit für eine nahende Kurve aus und reguliert dann das Drehmoment so weit nach unten, dass das Auto ohne zusätzliches Bremsen sicher um die Ecke kommt. Das schone nicht nur Batterie und Bremssystem des Fahrzeugs, sondern sorge auch für mehr Sicherheit gerade bei unübersichtlichen Kurven. Ob und wie der Assistent eingreift, kann der Fahrer auf einem mitten in der Sichtachse platzierten OLED-Display auf dem Lenkradkranz erkennen.

Dieses Multifunktionsteil ist übrigens auch besonders schlau: Dank Detektoren auf der gesamten Lenkradfläche erkennt das Auto, ob der Fahrer die Hände am Steuer hat (HOD, Hands On Detection) – im Notfall kann der smarte Flitzer den Fahrer zum Eingreifen auffordern oder selbst beispielsweise eine Notbremsung einleiten. Auch wenn das noch Zukunftsmusik ist: "Mit der Hands On Detection schaffen wir die Grundlage für Assistenz- und automatisierte Fahrfunktionen", sagt Alois Seewald, Technical Director Integrated Active & Passive Safety Technologies bei ZF TRW.

Diesen Beitrag empfehlen

Kommentare

Datenschutz

Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen

comments powered by Disqus
Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.