Zukunftsstudie zur Mobilität

Zukunftsstudie zur Mobilität

— 16.01.2015

Einer für alle, alle für einen

Wie sieht unsere Mobilität der Zukunft aus? Emissionsarm, digital organisiert und effizient vernetzt, sagt eine neue Studie. Das Auto als individueller Besitz, so die Prognose, gehört vermutlich irgendwann der Vergangenheit an.

Nostalgiker und Blechliebhaber müssen jetzt ganz tapfer sein: Das Auto als motorisiertes Individuum, als Statussymbol oder als vergöttertes Einzelstück wird es irgendwann wohl nicht mehr geben. Zumindest sind das die Aussichten für die Verkehrswelt im Jahr 2050. Diese Prognose wagt eine neue Grundlagenstudie, die das Innovationszentrum für Mobilität und gesellschaftlichen Wandel (InnoZ) zusammen mit der Deutschen Bahn und weiteren Partnern für den Bundesverband Erneuerbare Energien (BEE) erstellt hat. Das Papier wurde jetzt beim BEE-Neujahrsempfang an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) übergeben.

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"Nachteile und Kosten eines eigenen Autos"

Immer mehr Menschen werden künftig beim Autokauf zögern, prognostiziert BEE-Chef Fritz Brickwedde.

Das Resümee der Erhebung: Deutschland kann den Aufbruch in eine "postfossile Mobilitätsgesellschaft" schaffen, vor allem mit erneuerbaren Energien. Die gesellschaftliche und kulturelle Grundstimmung für einen Abschied von Verbrennungsmaschinen sei da. Mit anderen Worten: Wir werden irgendwann ohne eigenes Auto auskommen – und es auch nicht vermissen. Im Gegenteil: Angesichts der zu erwartenden Entwicklung sei zu erwarten, "dass sich immer mehr Menschen zwei Mal überlegen werden, die Nachteile und Kosten eines eigenen Autos auf sich zu nehmen", so BEE-Präsident Fritz Brickwedde im Vorwort der Studie. Auch der Schuldige für die trüben Aussichten der Autoindustrie wird knallhart benannt: "Die Loslösung vom exklusiven Privatfahrzeug hat dort begonnen, wo Smartphone-gewöhnte Städter einfach und zuverlässig auf Alternativen zugreifen können", heißt es in der Untersuchung.

Städtevergleich für Taxi/Uber/Nahverkehr

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Bioenergie, Batterie und Brennstoffzelle

Auto, Bus, Bahn und Fahrrad – in ferner Zukunft wird laut BEE-Studie alles sauber und effizient vernetzt sein.

"Die überwiegende Mehrzahl der Fahrten wird auch weiterhin in Individualfahrzeugen zurückgelegt. Die Autos sind jedoch in erheblichem Maße zu Gemeinschaftsgütern geworden", heißt es mit Blick auf 2050. Autos mit Bioenergie-, Batterie- oder Brennstoffzellenbetrieb stünden in städtischen Ballungsräumen allen überall und jederzeit zur Verfügung, seien aber bestens mit Bussen, Bahnen und Rädern vernetzt. Information, Buchung und Zugang zu allen Verkehrsmitteln werden demnach digital organisiert, Schalter und Fahrkartenautomaten gibt es dann nicht mehr. Allerdings brauche es auf dem Weg in die Nullemissions-Gesellschaft eine "Allianz der Willigen". Erst mit Veränderungen in der Verkehrswelt werde aus der derzeitigen Stromwende eine echte Energiewende.

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