Autohandel

Zulassungen Oktober 2008

— 04.11.2008

Prognose gesenkt

Produktionsstopps, Gewinnwarnungen und Verunsicherung: Die weltweite Finanzkrise hat die Autoindustrie voll erwischt. Jetzt senkt der VDA die Absatzprognose für dieses Jahr.

Das mit Optimismus begonnene Jahr 2008 wird ein Seuchenjahr für die deutschen Autobauer. Nachdem bereits die Vormonate alles andere als positiv verlaufen sind, kann auch von einem goldenen Oktober keine Rede sein. Dementsprechend erwartet der Verband der Automobilindustrie (VDA) für den Rest des Jahres einen weiteren erheblichen Rückgang der Pkw-Neuzulassungen. Der Verband hat jetzt sogar seine Jahresprognose noch einmal von bislang 3,2 Millionen Neuzulassungen auf maximal 3,1 Millionen Pkw abgesenkt. Und selbst das Erreichen dieser Vorgabe ist fraglich: "Dieses Ziel ist nur dann zu erreichen, wenn die angekündigte zeitlich befristete Aussetzung der Kfz-Steuer für Neufahrzeuge zur Belebung des gesamtwirtschaftlichen Wachstums rasch umgesetzt und im nächsten Schritt deren CO2-abhängige Umgestaltung unverzüglich angegangen wird.

Eine neuerliche öffentliche Diskussion ohne Entscheidungen würde hingegen zu einer weiter verstärkten Kaufzurückhaltung führen und damit die immer prekärer werdende Lage noch verschärfen", sagte VDA-Präsident Matthias Wissmann. Wenn überhaupt etwas ginge, dann waren es Klein- und Geländewagen. Im Mini-Segment gab es ein Plus von 11,7 Prozent. Aber auch in der Mittelklasse (+6,0) und bei den Geländewagen (+5,1) ging es bergauf, teilte das Kraftfahrt Bundesamt mit. Ford (+5,9 Prozent) und Smart (+2,2) konnten bei den deutschen Herstellern eine Aufwärtsbewegung aufweisen. Deutliche Rückgänge gab es bei Porsche (-18,9) und Opel (-16,6). Auch die ausländischen Hersteller blieben nicht ungeschoren. Deutliche Einbußen gab es bei Skoda (-20,5), Toyota (-31,8) und Mazda (-43,4).

Export sinkt erstmals seit fünf Jahren

Insgesamt wurden im Oktober 258.800 Pkw neu zugelassen, noch eimal acht Prozent weniger als im schon schwachen Vorjahr. Nach zehn Monaten liegen die Neuzulassungen bisher wegen des guten Jahresbeginns auf dem Niveau von 2007 (2,63 Millionen). Der schlechte Oktober hat die deutschen Autobauer hart getroffen. "Die Auswirkungen der Finanzmarktkrise auf Börsen und Realwirtschaft waren in ihrem Ausmaß und ihrer Geschwindigkeit so nicht annähernd vorhersehbar. Derzeit ist noch unklar, ob die Weltwirtschaft in eine länger anhaltende Rezession steuert. Sicher ist nur, dass diese Krise erhebliche Auswirkungen auf die globale Automobilkonjunktur haben wird", betonte Wissmann.

Und auch der Export leidet: Während in den ersten Monaten die Exporte noch leicht über dem Rekordjahr 2007 lagen, gingen sie im Oktober mit 336.600 Einheiten um zehn Prozent zurück. Die Bestellungen ausländischer Kunden lagen im Oktober im Vergleich zum Vorjahr um 24 Prozent niedriger. Seit Jahresbeginn stehen damit zwei Prozent weniger Auslandsorder in den Büchern. Selbst die bisher boomenden Märkte China, Russland und Indien können das Loch nicht stopfen. "Daher dürfte das letztjährige Exportvolumen von 4,3 Millionen Pkw nicht mehr erreichbar sein. Wir müssen uns also erstmals seit 2003 auf ein rückläufiges Exportvolumen einstellen", so Wissmann.

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