Das sind die Autos von Borgward

Borgward Hansa Cabriolet Borgward Isabella Coupé 1958 Borgward Arabella

Zum 125. Geburtstag von Carl F. Borgward

— 11.11.2015

Happy Borgday!

Vor 125 Jahren wurde Carl F. Borgward geboren. Der Visionär und Tausendsassa schenkte uns Design-Ikonen wie die Isabella. Sein Leben und Schaffen.

(dpa/mas) Er kam aus kleinsten Verhältnissen, arbeitete sich nach oben, schuf Design-Ikonen – und scheiterte schließlich unter mysteriösen Umständen: Carl Friedrich Borgward. Am 10. November vor 125 Jahren wurde der legendäre Auto-Fabrikant geboren. Wir blicken zurück auf sein Schaffen und werfen zugleich eine Blick in die Zukunft: Genau dieses Jubeljahr hat sich Borgwards Enkel Christian ausgesucht, um die Marke wiederzubeleben. "Ich finde Menschen, die so etwas schaffen wie Carl F. Borgward, faszinierend", sagt er über seinen Großvater, den er selbst nie kennengelernt hat.

Klassiker der Moderne: Borgward Isabella

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Carl F. Borgward wurde 1890 als Sohn eines Kohlehändlers in Hamburg-Altona geboren, seine Geschichte ist die eines steilen Aufstiegs. Nach Schlosserlehre und Maschinenbaustudium wurde Borgward Teilhaber der Bremer Reifenindustrie und brachte – Volltreffer! – einen dreirädrigen Transportkarren, den "Blitzkarren", auf den Markt. 1931 übernahm er mit einem Partner die Bremer Hansa-Lloyd-Werke, wurde 1936 dort alleiniger Chef. Es folgte ein düsteres Kapitel während des Dritten Reichs: In Borgwards Fabriken wurden auch Fahrzeuge für die Wehrmacht gebaut. Nach dem Krieg verbrachte er Monate in einem Internierungslager.

Dreizehn triumphale Jahre

Klassisch schön: Mit der Isabella schuf Borgward in den 50ern eine Design-Ikone.

Nach dem Zweiten Weltkrieg erhielt der einstige Rüstungsfabrikant bereits 1948 von den Alliierten die Erlaubnis zurück, seine Werke weiterzuführen. In dreizehn triumphalen Jahren folgten Erfolgsmodelle wie der Hansa mit technsich wegweisender Pontonkarosserie und oben gesteuertem Motor, der günstige Lloyd und die Design-Ikone Isabella. Der Autobauer aus Bremen gehörte zeitweise sogar zum zweitgrößten Autoexporteur Deutschlands. "Er war sehr konsequent und zielstrebig. Nach dem Krieg hat er die Fabriken wieder aufgebaut und das Unmögliche angepackt", sagt Christian Borgward. Auch im Privaten wurde Disziplin groß geschrieben. "Beim Abendessen kam die Familie an einem großen Holztisch zusammen. Das Essen begann, wenn Carl F. Borgward begann, es endete, sobald er aufstand", berichtet Borgward aus den Erinnerungen seines Vaters.

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Im Herbst 1960 fehlte plötzlich Geld

Die zu schnell produzierte Arabella war wohl mit ein Grund für die Firmenpleite.

Doch sein Erfolg war nicht von Dauer. Den Untergang des Unternehmens umranken nach wie vor Verschwörungstheorien. Im Herbst 1960 fehlte Geld, der Export flaute ab, und die verkaufsschwachen Wintermonate standen vor der Tür. Der Bremer Senat bürgte für drei Kredite von je zehn Millionen Mark. Dann wurde in den Medien über die Finanzlage spekuliert, die dritte Kreditrate platzte. Im Februar 1961 übernahm das Land Bremen die AG mit gut 20.000 Mitarbeitern, und noch im gleichen Jahr wurde das Konkursverfahren eröffnet. Der Firmengründer überlebte diesen Tiefschlag nicht lange, er starb 1963. Sein Erbe lebt weiter. Das Bremer Werk gehört seit 1971 zu Daimler-Benz – heute produzieren die Schwaben dort ihre C-Klasse.

Borgward BX-7 (2017): Vorstellung

Mit dem SUV BX7 soll die Rückkehr gelingen

Video: Borgward BX7 TS (IAA 2015)

Kultmarke: Comeback mit SUV

In diesem Jahr nun das ersehnte Comeback: Die Marke wird wiederbelebt, auf der IAA im September 2015 wurde das SUV BX7 vorgestellt. 2017 soll es auf den deutschen Markt kommen, zunächst zielt man aber auf den chinesischen Markt. Und so wird der neue Borgward nun mit dem chinesischen Lastwagenbauer Foton als Hauptaktionär gebaut. Trotzdem stecke in dem sportlichen Geländewagen, den Borgward von 2016 an in einer Fabrik in Peking zusammenschrauben lässt, "deutsche Ingenieurskunst". 

Ähnlichkeit zu den Design-Ikonen des Großvaters lassen sich allerdings nur mit sehr viel Fantasie in dem neuen SUV finden. Nur das Logo bleibt eindeutig. "Bei der Technologie können wir das Rad nicht neu erfinden", erklärt Christian Borgward. "Auch beim Design wäre es falsch, mit etwas nicht Massenkompatiblem zu starten."

Trotzdem: "Besondere Wege zu gehen, das ist etwas von Carl F. Borgward, das ich in der Marke fortführen werde", sagt der Enkel. Das sehe man zum Beispiel darin, dass Borgward seine potenziellen Kunden via Facebook erreichen wolle. Aber auch die Hilfe aus China ist in dieser Form wohl neu. Ob das Carl F. Borgward wohl gefallen hätte?

Das waren die Autos von Borgward

Borgward Hansa Cabriolet Borgward Isabella Coupé 1958

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